Zwei Lamas zeichnen in Frauenfeld ein Mandala aus Sand

Bis Freitag arbeiten tibetische Mönche in der Passage-Apotheke in Frauenfeld an einem Sand-Kunstwerk.

Claudia Koch
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Lama Pema und Lama Kunsang malen mit farbigem Sand. (Bild: Claudia Koch)

Lama Pema und Lama Kunsang malen mit farbigem Sand. (Bild: Claudia Koch)

Drei Tage Arbeit – und dann zerstört man alles. Die Vergänglichkeit der Natur aufzuzeigen, ist der Sinn eines Mandalas. Das heisst: Nach konzentrierter und minutiöser Arbeit wird das Mandala zusammengefegt und in einer Zeremonie der Natur übergeben. Freitag um 17 Uhr wird diese Rückgabe stattfinden. Doch bis es soweit ist, streuen in der Passage-Apotheke Lama Kunsang vom tibetisch-buddhistischen Zentrum Kreuzlingen und Lama Pema vom Tibet-Institut Rikon seit Mittwoch täglich von 9 bis 17 Uhr Millionen von farbigen Sandkörnern auf eine Vorlage.

Die Technik dazu ist unterschiedlich: Entweder wird der farbige Kalzium-Sand aus Nepal direkt mit den Fingern aufgestreut oder in kleine Trichter gefüllt, die mit Rillen versehen sind. Reibt man mit einem Metallstab über diese Rillen, rinnt der Sand aus dem Trichtern. Das fertige Mandala wird einen Palast in einer prächtigen Landschaft zeigen.

Der Geist arbeitet härter als der Körper

Seit 50 Jahren gibt es tibetische Medizin in der Schweiz. Die damals gegründete Padma AG hat diesen Anlass organisiert. Da tibetische Medizin auf Heilpflanzen basiert, wird im Zentrum des Mandalas die Heilpflanze Myrobalane dargestellt. Die Erstellung eines Mandalas sei eine meditative Arbeit, bei welcher der Geist härter arbeite als der Körper, sagt Lama Kunsang. Entsprechend benötigt eine solche Arbeit Motivation und Durchhaltewillen. Da der Sand aus der Natur stammt, wird das fertige Sand-Mandala wieder der Natur übergeben. Bei einer Zeremonie wird der Sand in ein Fliessgewässer gestreut.