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Um zwei Klassen besser: Das Redinghaus in der Frauenfelder Altstadt steht vor der Sanierung

Der Stadtrat will das Redinghaus sanieren. Ziel ist es, das Gebäude energetisch zu verbessern. Dazu braucht es neue Fenster. Über den Kreditantrag von 621'000 Franken befindet der Gemeinderat.
Rahel Haag
Die kantonale Denkmalpflege hat das Redinghaus als besonders wertvoll eingestuft. (Bild: Andrea Stalder)

Die kantonale Denkmalpflege hat das Redinghaus als besonders wertvoll eingestuft. (Bild: Andrea Stalder)

Gut 45 Jahre ist es her. Damals wurde das Redinghaus letztmals renoviert. Seither sind am Gebäude an der Zürcherstrasse 180 nur kleine Ausbesserungen erfolgt.

«Punktuelle Reparaturen sind nicht mehr zielführend.»

Das schreibt der Stadtrat nun in einer Botschaft an den Gemeinderat. Geplant ist eine umfassende Sanierung des Gebäudes.

Insgesamt will der Stadtrat 621'400 Franken investieren. Von dem Geld sollen die Fassade renoviert, die Fenster ersetzt und die Dämmung des Dachs erneuert werden. Die Finanzierung der beantragten Sanierungsarbeiten sei gesichert. Der Betrag soll mit den Rückstellungen für Liegenschaften des Finanzvermögens gedeckt werden. Diese beliefen sich per Ende 2017 auf knapp 1,4 Millionen Franken.

Seit 2006 besitzt die Stadt das Haus Reding. Sie erbte das Gebäude von Carl Ritzi, der 2004 im Alter von 92 Jahren verstarb. In seinem Testament hatte er festgehalten, dass die Einsetzung der Stadt als Miterbin «in Wertschätzung unseres gegenwärtigen initiativen Stadtammanns Hans Bachofner sowie seiner mir ebenfalls wohlgesinnten Vorgänger» erfolge. Das Redinghaus ist das einzige Objekt im städtischen Eigentum innerhalb der Altstadt. «Damit die Stadt bestmöglich die Altstadt mitgestalten kann, ist Grundeigentum in diesem Gebiet von grossem Vorteil», schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft.

Stadtrat beantragt bei den Fenstern die teurere Lösung

Den Grossteil des Geldes, gut 298'000 Franken, will die Stadt in den Ersatz der insgesamt 51 Fenster investieren. Aufgrund der hohen Kosten seien Alternativen geprüft worden. «Eine Aufdoppelung der heutigen Fenster wäre möglich», schreibt der Stadtrat, «jedoch nur bei den Fenstern in den Obergeschossen.» Die Kosten hierfür würden sich auf 92'000 Franken belaufen. Hinzu kommt, dass damit die Förderbeiträge der Denkmalpflege entfielen, und auch ein Beitrag aus dem Förderprogramm Energie wäre ausgeschlossen.

«Die Nachteile überwiegen derart, dass der Stadtrat die bruttomässig teurere Lösung beantragt.»

In seiner Botschaft schätzt der Stadtrat die Beiträge an denkmalpflegerische Massnahmen auf 130'000 Franken, jene des Förderprogramms Energie auf gut 72'000 Franken. «Da die Subventionen in Aussicht gestellt wurden, jedoch keine definitiven Zusicherungen vorliegen, wird der Bruttokredit beantragt.»

Seit 1974 steht das Redinghaus unter Bundesschutz

Das Redinghaus ist ein bedeutender Zeitzeuge der Stadtgeschichte. Die Bezeichnung geht auf die Familie Reding von Biberegg zurück, die von 1628 bis 1798 das Amt des thurgauischen Landschreibers versah. Sie liess das Gebäude im Jahr 1771 an Stelle der beim Stadtbrand zerstörten Landkanzlei errichten. Von 1807 bis 1867, dem Jahr der Fertigstellung des Regierungsgebäudes, war das Redinghaus Sitz der thurgauischen Regierung. Am 3. Januar 1868 ging das stattliche Barockhaus an den Eisenhändler J. Conrad Keller über, dessen Nachkommen das Eisenwaren-Geschäft bis ins Jahr 1981 führten. Anschliessend war im Redinghaus der Print-Shop der Huber Print Pack AG und der Buchverlag der Huber & Print & Co. AG beheimatet. Ende Oktober 2007 erwarb dann der Druckereibetrieb Genius Media AG den Huber-Print-Shop und zog in das Gebäude, schreibt der Lokalhistoriker Angelus Hux in seinem Buch «Das Redinghaus in Frauenfeld». Die Liegenschaft gilt als eines der wenigen Geschäftshäuser in der Innenstadt, das seinen ursprünglichen Zustand ohne grosse Ein- und Umbauten bewahrt hat. Es wird von der kantonalen Denkmalpflege als besonders wertvoll eingestuft und steht seit 1974 unter Bundesschutz. (rha)

Nebst den Subventionen hat die Stadt im Jahr 2018 aus dem Vermächtnis von Roger Gonzenbach 20'000 Franken erhalten. Das Legat sei an die Auflage geknüpft, dass der Betrag für das Stadtbild, historische Bauten oder Ähnliches verwendet wird. Der Stadtrat habe diesen Betrag für die Sanierung und Renovation der Stuckaturen an der Fassade des Hauses Reding reserviert.

Einsparungen bei den Heizkosten

Die geplanten Sanierungsarbeiten seien unabhängig von der Nutzung des Gebäudes und hätten zum Ziel, weitere teure Schäden zu verhindern, das Objekt energetisch zu verbessern und die Altstadt aufzuwerten, heisst es weiter. Der Stadtrat hält fest:

«Der Gebäudeenergieausweis attestiert dem Redinghaus im aktuellen Zustand eine sehr schlechte Bewertung.»

Die Gebäudehülle erreiche die Energieeffizienzklasse G, die Gesamtenergie die Klasse E. Mit den geplanten Massnahmen könnte für die Gebäudehülle die Energieeffizienzklasse D und bei der Gesamtenergie die Klasse C erreicht werden. «Mit den Sanierungsarbeiten können die Heizkosten voraussichtlich um 2600 Franken pro Jahr reduziert werden.»

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