Zwei Homburger Kirchgemeinden heiraten

Die beiden Katholischen Kirchgemeinden Gündelhart und Homburg haben sich auf Anfang Jahr zusammengeschlossen. Nun hat die Katholische Landeskirche Thurgau den Fusionsvertrag bewilligt.

Salome Preiswerk Guhl
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Der bisherige und auch neue Präsident von Katholisch Homburg, Beat Tischhauser, und Susi Lehmann, letzte Präsidentin von Katholisch Gündelhart, präsentieren den Fusionsvertrag. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Der bisherige und auch neue Präsident von Katholisch Homburg, Beat Tischhauser, und Susi Lehmann, letzte Präsidentin von Katholisch Gündelhart, präsentieren den Fusionsvertrag. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Es war ein historischer Moment: Diesen Mittwoch überbrachten Urs Brosi, der Generalsekretär der Katholischen Landeskirche Thurgau, und Cyrill Bischof, Kirchenratspräsident, den genehmigten Fusionsvertrag auf den Seerücken. Somit ist der Zusammenschluss der Katholischen Kirchgemeinde Gündelhart und der Katholischen Kirchgemeinde Homburg per 1. Januar 2019 rechtens.

Die Kräfte zu bündeln sowie Kosten, Zeit und Arbeit einzusparen, waren die Beweggründe für die Bildung von noch einer Katholischen Kirchgemeinde Homburg mit einer Behörde und einer Verwaltung. Seit 1. Januar 2019 agiert die neue Behörde um Präsident Beat Tischhauser und Vizepräsidentin Daniela Herzog. Bettina Frei-Jäckle, Maria Streule und Karl Umbricht vervollständigen das Gremium.

Ein besonderer Festtag

«Schon die erste Besprechung mit der Landeskirche stand unter einem guten Stern, fand diese doch an einem 29. Juni statt, am Gedenktag von Peter und Paul, den Namenspatronen der Katholischen Kirche Homburg», sagte Beat Tischhauser anlässlich der Übergabe der sanktionierten Fusionsverträge. Und Generalsekretär Urs Brosi fügte an: «In der katholischen Kirche ist jeder Tag ein Gedenktag oder ein Festtag. Speziell heute.»

Eine Frage des gegenseitigen Vertrauens

Brosi freute sich, dass die Kirchgemeinden den Schritt gewagt und innert kürzester Zeit umgesetzt hätten. Er dankte allen für die im Stillen geleistete Arbeit und das spürbare Engagement. «Der zentrale Schlüssel für eine solche Fusion ist das gegenseitige Vertrauen», sagte Brosi. Und dies sei hier spürbar gewesen.

Nebst Gündelhart und Homburg haben sich per 1. Januar 2019 auch Bischofszell und Sitterdorf sowie Fischingen, Dussnang und Au zusammengeschlossen.

Zunehmen komplexe Arbeiten

Es war nicht nur der Mangel an personellen Ressourcen zur Besetzung der Kirchenvorsteherschaften in Gündelhart und Homburg.  Auch der grösser werdende Verwaltungsaufwand, die Einführung des neuen Rechnungsmodells HRM 2 und der drohende Finanzausgleich liessen der Gedanken an eine Fusion aufkommen. Die beiden Kirchgemeinden ähnelten sich in so vielem. Das liess es zu, dass eine Fusion in kurzer Zeit aufgegleist werden konnte. Vergangenes Jahr im April traf sich die Fusionsgruppe zum ersten Mal.

Zusammenschluss noch ohne finanzielle Vorteile

In einem knappen halben Jahr hatte die Gruppe die Sache vorzubereiten, von der Infoveranstaltung bis zur Abstimmung über die Fusion mit Neuwahlen der Behörde. Vereinzelt gab es kritische Stimmen, doch der Wunsch nach dem Zusammenwachsen war bei vielen zentral, auch wenn sich der Zusammenschluss finanziell im Moment nicht vorteilhaft auswirkt. Am 23. September 2018 besiegelten die Stimmberechtigten beider Kirchgemeinden die Fusion und wählten die neue Kirchenvorsteherschaft.

Das Innere der Kirche in Gündelhart. (Bild: Andrea Stalder)

Das Innere der Kirche in Gündelhart. (Bild: Andrea Stalder)

Gündelhart bringt 190 Katholikinnen und Katholiken in die neue Gemeinde ein. Homburg deren 270. Vom Total von 460 sind 360 stimmberechtigt. Einen weiteren Meilenstein gibt es am Sonntag, 24. März: Dann tritt der neue Pastoralraum Thurtal-Seerücken-Untersee in Kraft.

Viele Gotteshäuser auf kleinem Raum

Die Pfarrei Homburg bildete sich im 10. Jahrhundert heraus. Um 1260 gehörte das Patronat den Herren von Klingenberg und später dem jeweiligen Inhaber der Klingenberger Herrschaft. Nach deren Auflösung gelangte die Kirche 1843 in den Besitz der Kirchgemeinde. Die Pfarrkirche, welche von weit her sichtbar ist, ist den heiligen Petrus und Paulus geweiht. Zur Pfarrei gehört auch die Kapelle St. Nikolaus in Oberkappel. 1270 wurde sie erstmals erwähnt. 1810 wurde die Kapelle durch einen Neubau ersetzt. Auf Kirchgemeindegebiet befindet sich auch die Antoniuskapelle in Salen-Reutenen. Verwaltet und Unterhalten wird sie von der Kapellgenossenschaft. Die Pfarrei Homburg organisiert die Gottesdienste.

Das erste Gündelharter Gotteshaus muss um 1300 gestanden haben. Um 1523 wurde Gündelhart eine eigene Pfarrei namens St. Mauritius, indem sie sich aus dem Pfarrverband von Pfyn löste. Die diesbezügliche Urkunde ist das älteste Dokument im Pfarrarchiv Gündelhart. Die Familie von Beroldingen aus dem Kanton Uri hat das Schloss Gündelhart gekauft und auch die Kirche massgeblich mitgestaltet. Schräg gegenüber auf der anderen Strassenseite steht das altehrwürdige Pfarrhaus. (sp)

FUSION: Die Kleinen spannen zusammen

Die katholischen Kirchgemeinden Au, Dussnang und Fischingen planen den Zusammenschluss. Dahinter stecken unter anderem finanzielle Überlegungen.
Roman Scherrer