Homburger Zwangsehe feiert silberne Hochzeit

Vor gut 20 Jahren schlossen sich Gündelhart-Hörhausen, Salen-Reutenen und Homburg zu einer neuen politischen Gemeinde zusammen. Am 1. August gibt es deswegen ein spezielles Seerücken-Nachtfest.

Salome Preiswerk Guhl
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Die Katholische Kirche in Homburg, eines der Wahrzeichen der GEmeinde auf dem Seerücken. (Bild: Nana do Carmo)

Die Katholische Kirche in Homburg, eines der Wahrzeichen der GEmeinde auf dem Seerücken. (Bild: Nana do Carmo)

Homburg feiert – denn vor über 20 Jahren wurden die beiden damals noch der Munizipalgemeinde Steckborn zugehörigen Ortsgemeinden Gündelhart-Hörhausen und Salen-Reutenen mit der Einheitsgemeinde Homburg zur politischen Gemeinde namens Homburg fusioniert. Die vom Kanton arrangierte «Zwangsehe» war stellenweise mit starken Emotionen befrachtet.

Nach und nach wuchsen die Teile zusammen und auch die Schulen wurden zusammengelegt. Per Anfang dieses Jahres sind schliesslich auch die Katholischen Kirchgemeinden Gündelhart und Homburg zur Katholischen Kirchgemeinde Homburg zusammengewachsen. Heute sind die früheren Rivalitäten kein Thema mehr.

Viel Federvieh und wenig Bevölkerung

Gemeindepräsident Thomas Wiget. (Bild: PD)

Gemeindepräsident Thomas Wiget. (Bild: PD)

Durch den Zusammenschluss entstand am 1. Januar 1999 auf dem Seerücken mit 24,5 Quadratkilometer die viertgrösste, aber dünnst besiedelte Gemeinde im Kanton Thurgau. Gemeindepräsident Thomas Wiget setzt seine Gemeinde spielerisch in Bezug zum anderthalbmal so grosse Kanton Basel Stadt, wo über 200000 Seelen leben. Wiget Sagt:

«Hier bei uns sind’s nur gut 65'000 Seelen, davon sind rund 56'000 Hühner, Gänse und Truten.»

Dazu kommen gut 4000 Sauen, zirka 2500 Rindviecher, knapp 500 Schafe, Heidschnucken und Geissen, etwa 120 Pferde und Esel, gut 100 Alpakas und Lamas sowie aktuell 240 Hunde und vermutlich ähnlich viele Katzen. «Vor allem aber wohnten per Ende 2018 1549 Menschen, 759 Männer und 790 Frauen in unserer authentischen Landgemeinde, die überall fantastische Ausblicke in die Alpen bietet», sagt Wiget.

Nettovermögen statt drückende Schulden

Zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses vor 20 Jahren lebten 1475 Menschen in der Gemeinde. Die Zahl ist seit Jahren konstant leicht steigend, «denn wir wollen nicht quantitatives Wachstum, sondern qualitatives», sagt Wiget. Ein Blick in die Finanzen gibt ihm recht: Der Pro-Kopf-Ertrag hat sich seit der Fusion beinahe verdoppelt und hat die kontinuierliche Senkung des Steuerfusses von einst 85 auf aktuell noch 55 Prozent erlaubt. «Die bei der Fusion erdrückende Schuldenlast von annähernd fünf Millionen Franken hat sich zu einem Nettovermögen von über vier Millionen Franken gewandelt.»

Von wegen Bichelsee....

Der berühmteste Sprössling Homburgs aller Zeiten war wohl Johann Evangelist Traber (24. März 1854, Homburg, bis 22. Oktober 1930, Zürich). Sein Geburtshaus steht im Oberdorf in Homburg. Ein Gedenkstein davor erinnert an ihn. Traber war Pfarrer und Pionier der Raiffeisenbewegung in der Schweiz, gründete er doch 1899 die erste Schweizer Raiffeisenbank in Bichelsee. (sp)

Gleichzeitig habe die Gemeinde seither einen zweistelligen Millionenbetrag in die Sanierung von Strassen und Wasserversorgung investiert. Ausserdem entstand ein neuer Werkhof. Das Gemeindehaus wurde umgebaut und umgenutzt und schliesslich habe die Gemeinde ein Grundstück für altersgerechtes Wohnen gekauft.

Zum 20. Geburtstag der Gemeinde gibt es nun ein Fest. «Am Donnerstag, 1. August, gegen abends halb zehn wollen wir es in Salen-Reutenen so richtig krachen lassen», sagt Wiget. Die Gemeinde werde die Bundesfeier vom Bächler in die «Highlands» nach Salen-Reutenen verlegt. In Kombination mit dem am Wochenende gleichzeitig stattfindenden Einachserrennen werde zwar kein Seenachtsfest, aber immerhin ein «Seerücken-Nachtfest» mit einem atemberaubenden Feuerwerk geboten.

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Salome Preiswerk Guhl

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Evi Biedermann