Matzingen, Thundorf und Stettfurt spannen für Jugendtreff zusammen

Die Gemeinden Matzingen, Thundorf und Stettfurt planen einen gemeinsamen Jugendtreff. Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren. Nebst der Jugend soll beim gemeindeüberschreitenden Projekt auch die Bevölkerung mitreden.

Samuel Koch
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Jugendliche spielen im Jugendtreff Wängi eine Partie Billard. (Bild: Donato Caspari, November 2014)

Jugendliche spielen im Jugendtreff Wängi eine Partie Billard. (Bild: Donato Caspari, November 2014)

Tolerantere Erwachsene, aber auch Projekte wie eine Outlet-Shoppingmall, eine lokale Konzertbühne oder eine U-Bahn-Verbindung in Richtung Frauenfeld: Diese Visionen und Träume bewegen die Jugendlichen der Gemeinden Matzingen, Thundorf und Stettfurt, wie im vergangenen November bei einer gemeinsamen Zukunftskonferenz in der Turnhalle Mühli in Matzingen herausgekommen ist. Unter den rund vier Dutzend Teilnehmenden befanden sich nebst vielen Jugendlichen und Eltern auch Mitglieder der örtlichen Schul- und Gemeindebehörden.

Ein Projekt und damit einen Traum haben die politischen Behörden der drei Gemeinden nun in die Hand genommen: einen gemeinsamen Jugendtreff.

«Bei der Auswertung der vielen Themenvorschläge hat sich gezeigt, dass die Jungen einen Raum suchen und brauchen»
Ueli Bachofen, Gemeinderat Stettfurt und Leiter Projektgruppe für gemeindeübergreifenden Jugendtreff. (Bild: Samuel Koch)

Ueli Bachofen, Gemeinderat Stettfurt und Leiter Projektgruppe für gemeindeübergreifenden Jugendtreff. (Bild: Samuel Koch)

sagt Ueli Bachofen, der im Gemeinderat von Stettfurt fürs Soziale verantwortlich zeichnet. Er leitet auch die nun entstandene gemeindeübergreifende Projektgruppe, die den Plan für einen gemeinsamen Jugendtreff entwirft. Nebst Bachofen sitzen Walter Hugentobler, Gemeindepräsident von Matzingen, sowie die Thundorfer Gemeinderäte Jovita Cavegn und Felix Jenni in der Projektgruppe.

Letztere Gemeinde führt derzeit als einzige noch offiziell einen Jugendtreff. Die Mitglieder von «Jugend 8512» treffen sich regelmässig in einem ausrangierten Bauwagen beim Thundorfer Entsorgungsplatz.

Erfahrene Fachfrau steht Projektgruppe zur Seite

Der Startschuss für einen gemeindeübergreifenden Jugendtreff ist mit einem ersten Workshop bereits gefallen, auch wenn sich Projektleiter Ueli Bachofen weder zu einem möglichen Standort noch zu einem genauen Zeitplan oder zur Finanzierung äussert.

«Das Thema ist viel zu heikel, und der Zeitpunkt viel zu früh, als dass wir jetzt schon über mögliche Standorte informieren könnten»

sagt er. Zwar seien schon mehrere Orte angedacht, entschieden sei aber noch nichts. Klar ist hingegen, dass es einen geführten Jugendtreff geben und die Finanzierung sichergestellt werden soll. Abgewälzt auf alle drei beteiligten Gemeinden wird diese mit einem Verteilschlüssel.

Kantonale Fachstelle steht den Gemeinden zur Seite

Bei der kantonalen Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen (KJF) erhalten Gemeinden fachliche, ideelle und finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung von gemeindeübergreifenden Jugendtreffs. Zuletzt habe die KJF allen 80 Gemeinden im Kanton eine Empfehlung für eine koordinierte Kinder- und Jugendförderung zugesandt, wie deren Leiter Pascal Mächler sagt. Ziel sei es, dass gerade auch kleinere Gemeinden eine Chance haben, Strukturen für eine erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit zu schaffen. Finanziell greift die KJF den Gemeinden in den ersten drei Jahren der Aufbauphase eines Jugendtreffs mit einem tiefen fünfstelligen Betrag unter die Arme. (sko)

www.kjf.tg.ch

Als Beraterin steht der Projektgruppe mit Sabina Fejzulahi von der Jugendarbeit Wil eine kompetente Fachfrau zur Seite. «Sie hat bereits Erfahrungen bei der Umsetzung des gemeindeübergreifenden Jugendtreffs in Rickenbach gesammelt», sagt Bachofen. Beim ersten Workshop hat die Pädagogin und Familienmentorin wichtige Ziele definiert. «Sie wollen existenziellen Herausforderungen nachspüren und fordern damit ihre Umwelt, aber auch sich selber heraus», meint Fejzulahi.

Innerhalb dieses Prozesses würden Junge lernen, sich in der Gesellschaft zu orientieren sowie Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Jugendtreffs seien deshalb «wichtige Entwicklungs- und Bildungsorte, in welchen Kinder und Jugendliche mit Lust und Spass aktiv sein sowie sich und ihre Interessen einbringen können».

Hoffen auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung

Die Gemeinden Matzingen, Thundorf und Stettfurt arbeiten bereits in mehreren Bereichen erfolgreich zusammen, etwa beim Thema Alter oder bei der gemeinsamen Oberstufenschule Halingen. «Wir haben definitiv keine Berührungsängste und sprechen oft miteinander», sagt Ueli Bachofen.

Nebst den Jugendlichen, die sich bei der Ausarbeitung des Feinkonzeptes einbringen sollen, will Bachofen auch die Bevölkerung mit ins Boot holen.

«Wir hoffen auf möglichst viele Rückmeldungen oder Fragen bei Unklarheiten»

sagt er. Je nach Höhe der Gesamtkosten für den Jugendtreff selbst, den Betrieb sowie die Betreuung müssen allenfalls auch die drei Gemeindeversammlungen einzeln grünes Licht geben.

Erste Infos dazu seitens der beteiligten Projektgruppenmitglieder gibt es an den drei bevorstehenden Budgetversammlungen. Denn am wichtigsten ist Bachofen und der ganzen Projektgruppe, dass mit dem Jugendtreff etwas Langfristiges für die Jungen entsteht. «Wir wollen etwas, das Hand und Fuss hat und von der ganzen Bevölkerung getragen wird.»

Die Behörden der drei Gemeinden informieren an ihren jeweiligen Budgetversammlungen über das Projekt Jugendtreff: in Stettfurt am 13.12.18, um 20 Uhr im Tschanerhaus, in Matzingen am 18.12.18, um 20 Uhr im Mehrzweckgebäude und in Thundorf am 15.1.19, um 20 Uhr im Gemeindesaal.

Neuer Leiter im Jugendtreff Diessenhofen

Stephan Mayenknecht übernimmt neu die Leitung des Diessenhofer Jugendtreffs im alten Bahnhofsgebäude. Ihm zur Seite stehen die langjährig bewährten Leiterinnen Tina Lier und Kathrin Greuter.
Thomas Brack