Zurück zu den Wurzeln: Arthur Schneider will Fischinger Gemeindepräsident werden

Arthur Schneider kandidiert für das Gemeindepräsidium. Seit der Lehre arbeitete er immer in der Automobilbranche. Nach über 30 Jahren zieht er jetzt wieder dorthin, wo er aufgewachsen ist.

Roman Scherrer
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Vor seinem Hof im Schärliwald: Arthur Schneider will Fischinger Gemeindepräsident werden. (Bild: Reto Martin)

Vor seinem Hof im Schärliwald: Arthur Schneider will Fischinger Gemeindepräsident werden. (Bild: Reto Martin)

Die Welt ist in Fischingen noch eher in Ordnung als sonst wo. Davon ist Arthur Schneider überzeugt. «Hier sind noch gute Werte vorhanden, die es etwa in grösseren Städten nicht mehr gibt», sagt er. Es sei wichtig diese Werte zu erhalten oder gar auszubauen. Dazu könnte er bald einiges beitragen. Denn Arthur Schneider kandidiert für das Fischinger Gemeindepräsidium.

Der 54-Jährige ist in der Gemeinde aufgewachsen, wohnt aber seit über 30 Jahren nicht mehr dort; derzeit ist er in Tägerschen zu Hause. Nun kehrt er aber zu seinen Wurzeln zurück – auf den elterlichen Bauernhof im Schärliwald. Dort hat Arthur Schneiders Mutter ihr ganzes Leben lang gelebt. Und vergangenen Frühling ist sie dort verstorben. «Sie ist friedlich eingeschlafen», sagt Schneider. Dass er nun zurück auf den Hof zieht, sei danach für ihn klar gewesen, und ein Entscheid unabhängig von seiner Kandidatur. «Für mich war es völlig undenkbar, den Hof in fremde Hände zu geben.»

Sieht Schwerpunkte in Gewerbe und Landwirtschaft

Voraussichtlich Ende Januar wird Arthur Schneider mit seiner Lebenspartnerin und deren Tochter, die er längst auch als seine Tochter sieht, umziehen. Bis dahin sind noch einige Sanierungsarbeiten an der Liegenschaft vorgesehen. «Ich will eine sanfte Renovation. Es soll so viel wie möglich erhalten bleiben», erklärt Schneider.

Dabei will er ausschliesslich Handwerker aus der Gemeinde Fischingen einsetzen. Das lokale Gewerbe würde Schneider stark fördern wollen, sollte er zum Gemeindepräsidenten gewählt werden. «Aufträge an Betriebe aus dem Ausland zu vergeben, geht für mich gar nicht. Wir haben schliesslich alles an Gewerbe hier.» Er sieht deshalb vor allem bei den örtlichen KMU und Landwirten «enormes Potenzial». Durch die Förderung der Unternehmen in der Gemeinde erhofft sich Arthur Schneider mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze für die Einwohner. «Ich will nämlich, dass die Leute hier nicht nur wohnen, sondern auch leben.»

Mit dem Schwerpunkt auf dem lokalen Gewerbe will Arthur Schneider auch etwas zurückgeben, da er selber in der Gemeinde mit einer Lehre als Automechaniker seine berufliche Karriere startete. Den Hang zur Technik habe er wohl von seinem Vater. «Wäre er nicht gestorben, als ich sieben Jahre alt war, wäre ich wohl Landwirt geworden.» Nun blieb Schneider aber bis heute der Automobilbranche treu. Er arbeitete als Werkstattchef, wechselte in den Verkauf und hat selber eine Garage aufgebaut und geleitet. Ab Mitte 1990er habe er während 15 Jahren keine Ferien gemacht. Den Ausgleich habe er bei einer weiteren Leidenschaft gefunden – dem Reitsport. Reiten lernte Schneider schon als Kind auf dem Hof. «Ich bin – glaube ich – schon geritten, bevor ich laufen konnte», sagt er. Über den Reitsport lernte er auch seine Partnerin kennen.

«Als Willy Nägeli vor acht Jahren kandidierte, sagte ich zu meiner Mutter: Das wäre doch auch etwas für mich.»

In seinem Berufsleben ist es ihm wichtig gewesen, sich stets weiterzubilden. Heute arbeitet Arthur Schneider als Markenchef für Bentley bei einem Schweizer Auto-Grosshändler. Ihm ist bewusst: «Aus finanzieller Sicht muss ich nicht für das Gemeindepräsidium kandidieren.» Vielmehr sei Fischingen für ihn eine Herzensangelegenheit, er kandidiere deshalb «aus Überzeugung». Den Entschluss zur Kandidatur fasste er bereits, als Willy Nägeli ankündigte, nicht mehr anzutreten. Und bereits als Nägeli vor acht Jahren erstmals für das Präsidium kandidierte, habe Schneider zu seiner Mutter gesagt: «Das wäre doch auch etwas für mich.» Beruflich weilt er oft im Ausland – etwa in England, Deutschland oder Osteuropa. Als Gemeindepräsident wäre er öfter bei der Familie. «Das wäre natürlich schön.»

Einige Wochen lang sah es so aus, als kandidiere Arthur Schneider als Einziger für das Fischinger Gemeindepräsidium. Nun erhält er mit René Bosshart ein in der Gemeinde bestens bekanntes Gesicht als Konkurrenten. «Das ändert für mich eigentlich nichts», sagt Schneider. Für ihn würden seine Erfahrungen aus dem Ausland, so in einer Automanufaktur in England, sprechen, die er in die Gemeinde einbringen könne. Zudem verfüge er über das nötige Verhandlungsgeschick. «Es stellt sich auch die Frage, ob wir Fischingen eher verwalten oder vorwärts bringen wollen», fügt er an und verweist auf Bossharts jahrelange Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung. Dennoch muss er eingestehen, es könnte bei der Wahl ein Handicap sein, dass er lange nicht in der Gemeinde wohnte. Stets habe er aber das Geschehen in Fischingen verfolgt und sei fast jedes Wochenende bei seiner Mutter zu Besuch gewesen. «Und meine Mutter hat man hier gut gekannt, mit ihrem roten Opel Astra.»

Parteilosigkeit als Vorteil

Obwohl er die Zusammenarbeit mit den Ortsparteien als sehr wichtig erachtet, sieht Arthur Schneider es als Vorteil an, dass er selber parteilos ist. «So muss ich mich nicht einer einzelnen Partei verschreiben und kann auf alle Leute eingehen.» Schneider hat auch einen konkreten Plan, wie die Leute auf ihn zukommen könnten, sollte er Gemeindepräsident werden. Jede Woche würde er einen Nachmittag lang sein Büro für alle Anliegen öffnen. «Wir müssen doch miteinander reden, bevor aus Problemchen richtige Probleme entstehen.»

Hinweis
Arthur Schneider und sein Gegenkandidat René Bosshart präsentieren sich an einem Podium am kommenden Dienstag, 27. November, ab 20 Uhr in der Hörnlihalle Dussnang.