Zum zweiten Mal vertröstet: Der Sirnacher Gemeinderat darf an der Oberhofenstrasse keine Verkehrsberuhigung bauen

Die Gemeinde kann die geplante Verkehrsberuhigung auf der Oberhofenstrasse nicht realisieren. Das kantonale Tiefbauamt hat ein entsprechendes Gesuch abgelehnt.

Roman Scherrer
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Die Umfahrungsstrasse Spange Hofen befindet sich derzeit an der Kreuzung der Oberhofenstrasse im Bau. (Bild: Roman Scherrer)

Die Umfahrungsstrasse Spange Hofen befindet sich derzeit an der Kreuzung der Oberhofenstrasse im Bau. (Bild: Roman Scherrer)

Pflanzentröge hätten es werden sollen. Die geplanten verkehrsberuhigenden Massnahmen an der Oberhofenstrasse kann der Sirnacher Gemeinderat nun aber vorerst nicht umsetzen. Auch nicht als Provisorium.

Das Tiefbauamt des Kantons Thurgau hat das Vorhaben der Behörde nicht bewilligt, weil mit den durch die Verkehrsberuhigung entstehenden Verengungen der Strasse zusätzliche Gefahrensituationen entstünden. Bei seiner Rückmeldung bezog sich das Tiefbauamt auf das Strassenverkehrsgesetz, welches besagt, dass Verkehrshindernisse nicht ohne zwingende Gründe geschaffen werden dürfen.

«Hintergrund des Ganzen ist die ‹Spange Hofen›», erklärt Sirnachs Gemeindepräsident Kurt Baumann und führt aus:

«Nach der Eröffnung der Umfahrung wird es wahrscheinlich einen Schleichverkehr von der Autobahn nach Münchwilen über die Oberhofenstrasse geben.»

Mit dieser Befürchtung seien die Anwohner bereits vor längerer Zeit an den Gemeinderat gelangt. «Bereits an der Informationsveranstaltung vor vier Jahren zur ‹Spange Hofen› war dies ein Thema», sagt Kurt Baumann.

Kurt BaumannGemeindepräsident Sirnach

Kurt Baumann
Gemeindepräsident Sirnach

Der Gemeinderat wollte die Verkehrsberuhigung auch installieren, weil sich an der Oberhofenstrasse die Zufahrt zum Grüngutsammelplatz befindet, bei der es laut dem Gemeindepräsidenten immer wieder zu gefährlichen Situationen komme. «Im Sommer dient die Strasse zudem als Weg zur Badi, weshalb sie dann von vielen Velofahrern genutzt wird.»

Neue Messungen nach Eröffnung der Umfahrung

Derzeit befindet sich die Umfahrungsstrasse just an der Kreuzung der Oberhofenstrasse im Bau. Noch in der ersten Jahreshälfte 2020 soll sie eröffnet werden. Bis dahin dürfen die Pflanzentröge, sogenannte horizontale Versätze, nicht gebaut werden. Baumann sagt:

«Das Tiefbauamt hat uns in Aussicht gestellt, die Situation nach der Eröffnung nochmals neu zu beurteilen.»

Aktuelle Verkehrszahlen lägen zwar vor, jedoch werde man neue Messungen durchführen, sobald die Umfahrung in Betrieb ist. Es ist damit aber bereits das zweite Mal, dass das Tiefbauamt den Sirnacher Gemeinderat hinsichtlich der Oberhofenstrasse auf die Eröffnung der «Spange Hofen» vertröstet. 2018 beantragte die Behörde eine Temporeduktion von 80 auf 60, damit gefährliche Situationen eher vermieden werden könnten.

Das kantonale Tiefbauamt wies den Antrag aber mit Hinweis auf die Signalisationsordnung zurück. Diese schreibt vor, dass die generelle Höchstgeschwindigkeit nur dann herabgesetzt werden kann, wenn eine Gefahr nur schwer oder nicht rechtzeitig erkennbar ist. Diese Bedingung war allerdings nicht erfüllt, weil das Tiefbauamt die Oberhofenstrasse als sehr übersichtlich beurteilt. Schon damals empfahl es, die Eröffnung der «Spange Hofen» abzuwarten und dann neue Messungen durchzuführen.