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Rheinuferrenaturierung in Wagenhausen zum Wohle der Äschen

Der Verein Pro Rheinufer fordert, dass das Rheinufer zwischen der Propstei und dem Rheincamping revitalisiert wird. Die Kosten würden rund 650'000 Franken betragen, sofern die Gemeinde zustimmt.
Thomas Güntert
Friedrich Zogg vom Verein Pro Rheinufer erläutert die Revitalisierungspläne. Die Initiantin Barbara Job hört zu. (Bilder: Thomas Güntert)

Friedrich Zogg vom Verein Pro Rheinufer erläutert die Revitalisierungspläne. Die Initiantin Barbara Job hört zu. (Bilder: Thomas Güntert)

«Der Rheinabschnitt zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen ist das bedeutendste Äschengebiet der Schweiz», sagte der Gewässerbiologe Joachim Guthruf. An der öffentlichen Begehung des Rheinufers in Wagenhausen nahmen vor kurzem über 50 Interessierte teil. Mit von der Partie war auch Barbara Job, die Initiantin des Projekts.

Friedrich Zogg vom Verein Pro Rheinufer Wagenhausen führte die Gruppe zuerst zum Mündungsbereich des Mülibachs, wo jeden Tag rund 500 Kubikmeter kaltes Wasser in den Rhein fliessen. Guthruf bemerkte, dass die mit Betonmauern eingefassten Müli- und Tobelbäche bei einer Fischgängigkeit auch beliebte Laichstätten für Bachforellen wären.

«Die Mauern sind unterspült und auf Wanderschaft»

sagte Zogg, der sie gerne durch Naturverbauungen ersetzen würde. Zudem sollen die Mündungsbereiche zu Kaltwasserzonen ausgeweitet werden.

«Das Flussufer ist Sache des Kantons»

Zogg will, dass bei der Mülibacheinmündung der Blockmauersatz am Rhein abgerissen und die darauf stehenden Pappeln gefällt werden. «Die Pappeln bleiben stehen», betonte der für das Ressort Umwelt zuständige Wagenhauser Gemeinderat Markus Nyffeler. Er würde lediglich die Kiesanlandungen samt den Schwellen herausnehmen und zum Bach eine Fischgängigkeit herstellen. «Das Flussufer ist aber Sache des Kantons», erwiderte Zogg.

Vorprojekt kommt vor die Gemeindeversammlung

Barbara Job brachte den Stein ins Rollen, als sie im Jahr 2007 bei einem Revitalisierungswettbewerb des WWF Schweiz für die Machbarkeitsstudie Renaturierung Rheinufer Wagenhausen 5000 Franken gewann. Der WWF Schweiz reichte das Projekt im Jahr 2012 beim Kanton Thurgau ein. Der Gemeinderat Wagenhausen sah aber keine Notwendigkeit für die Umsetzung.

Vier Monate nach einem öffentlichen Informationsabend in der Trotte Wagenhausen gründete sich im Januar 2018 der Verein Pro Rheinufer Wagenhausen. Im Juni 2018 übergab der WWF Schweiz dem Kanton Thurgau das Vorprojekt «Aufwertung Rheinufer» mit über 500 Unterschriften, die der Verein Pro Rheinufer Wagenhausen gesammelt hatte. Im November folgte eine Uferbegehung mit Gemeindebehörden und Vertretern des Kantons. Im Februar oder März wird das Vorprojekt an der Gemeindeversammlung behandelt und es gibt eine konsultative geheime Abstimmung. (gün)

www.pro-rheinufer.ch

Nyffeler sagte, dass zumindest beim Mülibach in den nächsten zwei Jahren «etwas gehen muss». Der Bach fällt in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde und Anstösser, die Mündungen sind gleichzeitig aber auch Teil des Vorprojekts «Aufwertung Rheinufer» (siehe Kasten).

Dutzende Besucher interessieren sich über die Renaturierungspläne.

Dutzende Besucher interessieren sich über die Renaturierungspläne.

Zogg bemerkte, dass die Kosten pro Bacheinmündung jeweils über 100'000 Franken betragen. Die Gesamtkosten für das Revitalisierungsprojekt werden auf rund 650'000 Franken geschätzt. Es soll mit 80 Prozent durch den Bund, 15 Prozent vom Kanton und fünf Prozent von der Gemeinde finanziert werden. Der Anteil von Wagenhausen würde dementsprechend 33'000 Franken betragen.

Mit Kiesschüttungen abfallend auffüllen

«Günstiger geht es nicht», sagte Zogg. Für die Anstösser würden keine Kosten entstehen. Zwischen den beiden Bacheinläufen besteht seit 60 Jahren eine rund zwei Meter hohe Betonmauer, die eine sehr hohe Fliessgeschwindigkeit des Rheins verursacht, wodurch insbesondere die Äschenlarven vom Wasser mitgerissen werden. Der Uferbereich soll deshalb mit rund 4500 Kubikmeter Kiesschüttungen schräg abfallend aufgefüllt werden.

Einige Teilnehmer machten allerdings den Hitzesommer 2003 mit den hohen Wassertemperaturen für das grosse Äschensterben verantwortlich. Als weiterer Grund wurde das zurückgehende Nahrungsangebot der Fische durch das saubere Wasser angeführt. Nachdem sich die Exkursion vom Flussbett wieder auf den Gehweg verlagerte, erkannten einige Teilnehmer durch den niedrigen Wasserstand, wie gefährlich dieser Fussweg ist.

Am Samstag findet um 10 Uhr eine weitere öffentliche Uferbegehung statt. Besammlung ist bei der Badi Wagenhausen.

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