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Zum Schaf-Video in Herrenhof sind mehrere Strafuntersuchungen hängig – auch gegen den Filmer

Der Schafhalter aus Herrenhof hat gegen seinen Ex-Nachbar und gegen Tierschützer Erwin Kessler Strafantrag eingereicht. Falls sich der Urheber des Videos bei dessen Erstellung strafbar gemacht hat, wäre zu prüfen, ob es als Beweismittel überhaupt verwertet werden dürfte.
Larissa Flammer
Der Schafstall in Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder (16. Oktober 2018))

Der Schafstall in Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder (16. Oktober 2018))

Ein Video, aufgenommen aus der Ferne durch die Fenster eines Stalls, brachte einen Schafhalter aus Herrenhof in die Schlagzeilen. Im Oktober 2018 veröffentlichte Tierschützer Erwin Kessler die Aufnahme im Internet und reichte im Namen seines Vereins gegen Tierfabriken Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen den Landwirt ein.

Die Untersuchung ist immer noch hängig. Gleichzeitig läuft eine Strafuntersuchung gegen Kessler und den Urheber des Videos. Das bestätigt Marco Breu, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Thurgau.

Video zeigt Schläge

Das Video dauert knapp 14 Minuten und zeigt den Schafhalter, wie er seine Tiere verlädt. Dabei packt er einzelne Schafe am Hinterbein und befördert sie mit Schwung über eine Absperrung. Mehrmals schlägt er auf etwas – auf das Gatter, um Lärm zu machen, sagt er selber. Eine unangemeldete Kontrolle des kantonalen Veterinäramtes unmittelbar nach dem Eingang der Strafanzeige brachte aber keine Missstände ans Licht.

Am Freitag schrieb der «Beobachter»: «Jetzt wurden der Ex-Nachbar des Schafzüchters, der die Aufnahmen gemacht hatte, und der Tierschützer Erwin Kessler, der das Video auf seiner Website veröffentlichte, angeklagt.»

Strafanträge wurden schon nach drei Monaten eingereicht

Das ist allerdings nicht neu. Der Vorwurf gegen Kessler und den Urheber des Videos lautet auf «Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und üble Nachrede». Bei beiden Punkten handelt es sich um Antragsdelikte, erklärt Breu.

«Die Antragsfrist für die Verletzung des Privatbereichs durch Aufnahmegeräte läuft ab dem Moment, ab dem der Geheimnisherr – also hier der Stallbesitzer – Kenntnis von der Aufnahme erhält.» Spätestens drei Monate, nachdem das Video öffentlich wurde, musste der Schafhalter die Strafanträge einreichen. «Das hat er getan», sagt Breu. Das Bezirksgericht Kreuzlingen wird nun zu beurteilen haben, ob das Erstellen der Filmaufnahmen strafbar ist.

Auch Kessler hat auf seiner Website schon von der «haltlosen» Strafuntersuchung gegen sich berichtet. Er sei zur Einvernahme vorgeladen worden. Gegenüber dem «Beobachter» nannte Kessler nun die Anklage gegen ihn und den Urheber des Videos «ein Ablenkungsmanöver». Damit sei erreicht worden, dass das Verfahren gegen den Schafwerfer sistiert wurde.

Video darf nicht sicher als Beweis verwertet werden

Breu erklärt, dass die Strafuntersuchung wegen des Tatverdachts der Verletzung des Privatbereichs für die Untersuchung wegen des Verdachts der Tierquälerei relevant ist. Falls das Gericht urteile, der Urheber des Videos habe sich bei dessen Erstellung strafbar gemacht, wäre zu prüfen, ob die Aufnahmen als Beweismittel überhaupt verwertet werden dürfen.

Breu sagt:

«Die Fragen der einen Untersuchung können nicht beantwortet werden, solange die Fragen der anderen noch offen sind.»

Eine Verjährung müsse aber nicht befürchtet werden, diese Frist liege bei zehn Jahren.

Filmer wohnt nicht mehr in Herrenhof

Gegenüber der «Thurgauer Zeitung» hatte der Nachbar im Oktober erklärt, dass er das Video gemacht und Kessler geschickt hatte. Mit dem Schafhalter und dessen Tieren habe er seit Jahren ein grosses Problem: Es stinke gewaltig.

Wie der «Beobachter» nun berichtet, wohnt der Filmer nicht mehr in Herrenhof. Von der Staatsanwaltschaft habe er einen Maulkorb erhalten, er wolle sich nicht äussern. Auch der Schafhalter mag auf Anfrage unserer Zeitung öffentlich nichts zur Sache sagen.

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