Zukunftskompetenzen auf dem Stundenplan: Vier Thurgauer Schulen testen Makerspace zum Experimentieren

Wigoltingen, Erlen, Weinfelden und Sirnach werden Pilotschulen für sogenannte Makerspace. Das kantonale Amt für Volksschule hat die Fachhochschule OST und die PHTG beauftragt, die Einführung solcher Lernwerkstätte zu testen. Dort sollen Schüler nicht-automatisierbare Kompetenzen lernen.

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Für besonders begabte Schüler gibt es im Thurgau bereits die Möglichkeit zu experimentieren; zum Beispiel im Arboner Robotiklabor.

Für besonders begabte Schüler gibt es im Thurgau bereits die Möglichkeit zu experimentieren; zum Beispiel im Arboner Robotiklabor.

Bild: Reto Martin

(red) Experimentieren und bauen nach Herzenslust: Vier Thurgauer Schulen richten einen sogenannten Makerspace ein. Diese Lernwerkstätten sind Teil einer Making-Erprobung, welche die Ostschweizer Fachhochschule OST und die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) im Auftrag des Amts für Volksschule des Kantons Thurgau durchführen.

Ziel ist es, Praxiserfahrungen zu sammeln, um den Making-Ansatz in Thurgauer Schulen zu unterstützen. Gleichzeitig sollen konkrete Umsetzungshilfen erarbeitet werden, wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung heisst.

Künftig sind andere Kompetenzen gefragt

Nichtautomatisierbare Fähigkeiten werden für ein erfolgreiches Morgen immer wichtiger. Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und die Fähigkeit des kritischen Denkens, auch als 21st-Century-Skills bezeichnet, haben bereits den Status von Kulturtechniken.

Deshalb hat das Amt für Volksschule das Institut für Innovation, Design und Engineering der OST sowie die PHTG beauftragt, Makerspace in Thurgauer Schulen zu erproben. In den innovativen Lernumgebungen, die an vier Schulen getestet werden, ist eigenverantwortliches, kreatives und kollaboratives Arbeiten mit analogen und digitalen Werkzeugen möglich.

In Wigoltingen, Erlen, Weinfelden und Sirnach

Bereits in einem früheren Kooperationsprojekt untersuchten das Institut und die PHTG, wie Making in der Schule integriert werden kann. «Die Praxiserfahrungen, die wir gesammelt haben, und die Erkenntnisse aus der Forschung fliessen nun in die Erprobung ein», sagt Björn Maurer, Co-Projektleiter an der PHTG.

An der Erprobung nehmen vier Pilotschulen teil: Wigoltingen, Erlen, Weinfelden und Sirnach. In den kommenden Monaten entwickeln die Schulen ihren je eigenen Makerspace und gestalten einen Raum zur Lernwerkstatt um. Die nächsten Meilensteine sind die Eröffnung, der Betrieb und die Verankerung des Makerspace im Schulalltag. Das Institut der Fachhochschule und die PHTG begleiten die Schulen und dokumentieren Good-Practice-Beispiele und mögliche Umsetzungsvarianten. Die Erprobung dauert drei Jahre.

Gleichzeitig baut das interdisziplinäre Team die Entwicklungsplattform www.makerspace-schule.ch auf. Hier finden Interessierte neben allgemeinen Informationen, Umsetzungshilfen zur Planung und dem didaktischen Konzept auch konkrete Empfehlungen, wie man einen Raum in einen Makerspace umwandelt und welche Materialien es dazu braucht. Lehrpersonen erhalten in einem Blog Tipps und Anregungen zur Unterrichtsgestaltung.