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Zukunft der Agroscope: Kantone beackern Guy Parmelin

Bundesrat Guy Parmelin hat sich mit Vertretern der Kantone über die Zukunft von Agroscope unterhalten. Regierungsrat Walter Schönholzer reist mit einem guten Gefühl zurück in den Thurgau.
Silvan Meile
Regierungsrat Walter Schönholzer.

Regierungsrat Walter Schönholzer.

Der Sturm der Entrüstung hat sich gelegt. Noch im vergangenen Jahr sorgten die Pläne des Bundes, die eidgenössischen Forschungsanstalten der Agroscope zu zentralisieren, für Entsetzen in den betroffenen Regionen. Im Thurgau stehen seither 85 Arbeitsplätze in Tänikon auf der Kippe. Nun wird die Diskussion um die Strategie der Agroscope beziehungsweise die Zukunft ihrer Standorte wieder ganz sachlich geführt.

Kantone präsentieren ihre Vorschläge

Am Montagmorgen reiste der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer nach Bern. Eingeladen hatte der neue Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Mit Vertretern der Kantone, der landwirtschaftlichen Praxis, der Wissenschaft und der Verwaltung diskutierte er die künftige Standortstrategie der Agroscope. Schönholzer freut sich in erster Linie darüber, dass überhaupt ein Austausch stattfinde und «nicht über die Köpfe hinweg entschieden wird».

Wie genau die Zukunft jener Forschungsstandorte aussieht, die abgesehen von Posieux (FR), Changins (VD) und Reckenholz (ZH) zu einer «dezentralen Versuchsstationen» herabgestuft werden, sei nicht abschliessend entschieden, sagt Schönholzer. An der Sitzung mit Bundesrat Parmelin haben die Kantone aber die Möglichkeit erhalten, ihre Ideen und Projekte einer «anwendungs- und praxisorientierten Landwirtschaftsforschung» vorzustellen. Denn der Bund verlangt von den Kantonen ein Mitwirken.

Der Thurgau ist auf gutem Weg

Schönholzer weiss: Seit der damalige Wirtschaftsminister Johann Scheider-Ammann vor mehr als einem Jahr überraschend seine Sparpläne ankündigte und den Forschungsstandort Tänikon infrage stellte, darf man bezüglich Zukunft der Agroscope den Tag nicht vor dem Abend loben sollte. Dennoch sei er mit einem guten Gefühl aus Bern zurückgereist. «Bei uns läuft schon vieles, wie es der Bund erwartet.» Denn der Thurgau hat mit dem Projekt «Swiss Future Farm» etwas aufgegleist, das nun von den Kantonen erwartet wird: eine problemorientierte Praxisforschung mit Einbezug von Branchenvertretern und Bildungsinstitutionen.

Der Bund entscheidet im Herbst

Doch der Thurgau ist nicht der einzige Kanton, der sich bereits Gedanken darüber machte, wie die landwirtschaftliche Forschung vor Ort nach Vorgaben des Bundes in die Zukunft geführt werden soll. Am Montag hätten nun mehrere Kantone eigene Vorschläge eingebracht, heisst es in einer Mitteilung des Bundes. «Bundesrat Guy Parmelin zeigte sich erfreut über das Engagement und das Innovationspotenzial, welches zu neuen Lösungen und Effizienzgewinnen führen soll.» Das eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie die Agroscope würden darauf aufbauend entscheiden, welche Vorschläge weiterverfolgt und vertieft werden sollen, teilt der Bund mit.

Regierungsrat Schönholzer sagt, die Thurgauer Bemühungen seien gut angekommen. Eine definitive Bewertung der Projekte habe am Montag aber keine stattgefunden. Eine solche soll spätestens im Herbst bekannt werden. Dann wird das Departement von Bundesrat Parmelin entscheiden, an welchen der zwölf grossen Agroscope-Standorte auch in Zukunft noch Forscher arbeiten. Erst dann wird sich zeigen, ob wirklich 50 von den 85 Arbeitsplätzen in Tänikon – wie vor einigen Monaten angekündigt – erhalten bleiben.

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