Glosse

Zuckersüsse Rache aus Frauenfeld für die Stadt von Chansionnier Dieter Wiesmann

Murgspritzer-Kolumne über den Schaffhauser Liedermacher Dieter Wiesmann, einen geopolitischen Fettnapf und einen Gegenangriff auf schwedischen E-Scootern.

Samuel Koch
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Der Munot gilt als Wahrzeichen für die Stadt Schaffhausen direkt am Rhein.

Der Munot gilt als Wahrzeichen für die Stadt Schaffhausen direkt am Rhein.

Bild: PD

Dieter Wiesmann würde sich im Grab umdrehen ob der Bosheit gegenüber der Stadt Frauenfeld. «Dieter wer?» – Der Schaffhauser Chansonnier ist verankert im kollektiven Gedächtnis und vor allem bekannt für seine Lieder «De Tuusigfüessler Balthasar» oder «Bloss e chlini stadt», selbst bis weit in den Thurgau.

Samuel Koch.

Samuel Koch.

Bild: Reto Martin

Jetzt ist ein Chronist der «Schaffhauser Nachrichten» in einen geopolitischen Fettnapf getreten. Ausgerechnet die dortige Kantonszeitung bezeichnet Frauenfeld «als etwas kleinere Stadt», offensichtlich aus blankem Neid. Auf dem Wunschzettel des Chronisten fürs Christkind klebt schon längst ein E-Scooter, wie wir ihn in Frauenfeld seit ein paar Wochen lieben oder hassen. Die ganze Stadt Schaffhausen wünscht sich elektrisch betriebene Trottinetts – also quasi der ganze Steinbockkanton.

Nun gut, 36'000 Einwohner sind mehr als 25'000. Aber Vorsicht vor subtilen Sticheleien, liebe Munotstädter! Sonst fräsen 90 Frauenfelder demnächst auf E-Scootern in Richtung Rheinfall. In den Händen halten alle eine Runggle vom Vorplatz der Zuckeri frei zum Abschuss. Dann gibt’s Rache an den Schaffhausern mit einem zuckersüssen Angriff aus der Murgstadt.