Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Zuckerproduzenten im grossen Jammertal

An der Strohballenarena analysierten Experten die Chancen und Herausforderungen des Zuckerrübenanbaus. Durch die Zuckermarktreform der Europäischen Union und Anpassungen in der Agrarstruktur ist die Branche massiv unter Druck geraten.
Thomas Güntert

«Vor zehn Jahren kostete die Tonne Zucker 1000 Franken, momentan gerade noch die Hälfte», sagte Joachim Pfauntsch, Werkleiter in der Zuckerfabrik Frauenfeld. Bei der deutsch-schweizerischen Veranstaltung auf Gutsbetrieb Brunegg in Kreuzlingen referierte er unter anderen mit Daniel Vetterli, Landwirt und Thurgauer Kantonsrat. Pfauntsch weiter: Mit der Marktöffnung wurde in der EU rund 20 Prozent mehr Zucker produziert und dadurch der Markt überschwemmt. Die EU hat für den Zuckermarkt im Gegensatz zur Schweiz allerdings einen Grenzschutz. Wenn die Schweiz Zucker in die EU exportieren will, kommen auf die Tonne 420 Euro Zoll drauf. Für EU-Zucker gibt es in der Schweiz die Doppel-Null-Lösung, wodurch die Konsumenten den Zucker zu ähnlichen Preisen beziehen können wie in der EU. Die Schweizer Zucker AG reduzierte in den letzten Jahren das Personal von 150 auf 90 Mitarbeitende, verdoppelte die Produktion und senkte die Preise bei den Rübenbauern. «Wir sind in einer Schicksalsgemeinschaft und müssen noch zwei bis drei Jahre durch dieses Jammertal, ehe sich das Ganze wieder beruhigen wird», sagte Pfauntsch. Durch den Preiszerfall ist in der Schweiz der Zuckerrübenanbau zurückgegangen und den beiden Werken der Schweizer Zucker AG in Frauenfeld und Aarberg (BE) fehlen rund 10 Prozent Zuckerrüben, die sie seit ein paar Jahren in Deutschland zukaufen müssen.

Hoffnung beruht auf Biorüben

Schweizer Bauern sehen das zwar nicht gerne, wissen aber, dass der Bestand der einzigen Schweizer Zuckerfabriken bei zu geringer Auslastung gefährdet wäre. Ein Lichtblick im Zuckerrübenanbau könnten Biorüben werden, wovon in der Schweiz 65 Hektaren angebaut werden. Rund 20000 Hektaren werden konventionell angebaut. Die Schweizer Zucker AG produziert jährlich rund 6000 Tonnen Biozucker und möchte die Produktion auf 10000 Tonnen steigern. Die Zuckerrübe ist allerdings eine der herausforderndsten Pflanzen, wenn man sie ohne konventionellen Pflanzenschutz anbauen will. Vom Biozucker erwartet Daniel Vetterli allerdings nicht den grossen Durchbruch: «Die Idee, dass man mit unseren Löhnen und Rahmenbedingungen mit den Weltmarktpreisen konkurrieren kann, ist eine Schnapsidee.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.