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Im Frauenfelder Gemeinschaftsgarten: Eine Zucchetti-Schwemme, aber keine freien Beete mehr

Hochbetrieb am Kanalweg im Frauenfelder Gemeinschaftsgarten. Bereits in der laufenden ersten Saison sind alle Beete vergeben. Dafür finden Insekten und Vögel Gefallen am Grün in der Stadt.
Mathias Frei
Einmal im Monat treffen sich die Gärtnerinnen und Gärtner für allgemeine Arbeiten. (Bild: Mathias Frei)

Einmal im Monat treffen sich die Gärtnerinnen und Gärtner für allgemeine Arbeiten. (Bild: Mathias Frei)

«Ausverkauft!»: Das würde man bei einem Konzert sagen. Im Gemeinschaftsgarten am Kanalweg gibt es vier Monate nach Start der ersten Saison keine freien Beete mehr. «Interessierte müssen wir auf nächstes Jahr vertrösten», sagt Katharina Portmann. Sie ist für den Verein «Offenes Gärtnern in Frauenfeld» (OGiF) Gartenkoordinatorin, angestellt in einem 10-Prozent-Pensum. Auf Frühling 2020 werden auf dem letzten freien Stück Wiesland auf der 4500 Quadratmeter grossen Parzelle weitere Beete angelegt. Dann werden es rund 3800 Quadratmeter kultivierte Gartenfläche sein. Noch vor einem Jahr waren die Pflanzblätze der urbanen Gärtner gleichenorts gerade mal 123 Quadratmeter gross.

Als kurzfristige Massnahme wurde ein für Blumen vorgesehenes Beet zu einem Gemeinschaftsbeet umfunktioniert. «Das ist ideal für Wintergemüse», erklärt OGiF-Co-Präsidentin Fiona Käppeli.

Das Gemüse will gegossen werden. (Bild: Mathias Frei)

Das Gemüse will gegossen werden. (Bild: Mathias Frei)

Nur organischer Dünger und ohne Plastik

OGiF zählt aktuell rund 50 aktive Gärtner. Als Aktivmitglied hat man Anrecht auf ein persönliches Stück Garten. Im Gemeinschaftsbeet darf jedermann pflanzen und ernten. Jeder aktive Gärtner hat aber auch Pflichten. Dafür musste eine Vereinbarung unterschrieben werden. Erlaubt ist nur organischer Dünger. «Wir gärtnern biologisch und vermeiden Plastik», heisst es in dem Papier. Angepflanzt wird Essbares – Früchte, Gemüse und (Heil-)Kräuter. Für Blumen gibt es ausgeschiedene Beete. Zudem ist die Mitarbeit am monatlichen Gartentag verpflichtend. Meist am ersten Samstag im Monat werden vormittags allgemeine Arbeiten im Gemeinschaftsgarten verrichtet. Entsprechende Gerätschaften stehen zur Verfügung. Zum Abschluss des Gartentags findet ein institutionalisierter Austausch statt unter den Gärtnern, und Gartenkoordinatorin Katharina Portmann informiert über Aktuelles oder spricht über Gartenthemen.

Zwei Gärtner bei mit Sensen. (Bild: Mathias Frei)

Zwei Gärtner bei mit Sensen. (Bild: Mathias Frei)

Gartentage zwischen 
März und Oktober

Vergangenen Samstag hat der fünfte von acht geplanten Gartentagen stattgefunden. Ab Oktober starten die Planungen fürs kommende Jahr.

Rückschlag bei den Knackerbsen

Frauenfeld  Der Verein «Offenes Gärtnern in Frauenfeld» (OGiF) bewirtschaftet nicht nur den Gemeinschaftsgarten am Kanalweg, sondern auch insgesamt sechs über die Innenstadt verteilte Standorte mit Hochbeeten. Drittes Standbein ist ein Saatgut-Zuchtprojekt auf 240 Quadratmetern im Klösterligarten. Start dieser Samengemeinschaftszucht war im Frühling 2018 mit Andenbeeren, Knackerbsen und Rüebli. Auf Rüebli verzichtete man heuer und begann mit Gurken. Bei den Andenbeeren und Knackerbsen arbeitete man mit der letztjährigen Saatgut-Auslese in die zweite Saison. Anfang Juli dann die Ernüchterung. Denn die komplette Knackerbsenernte wurde feinsäuberlich abgepflückt – jedoch bevor die zweite Samenauslese stattfinden konnte. OGiF-Co-Präsidentin Fiona Käppeli bedauert diesen Umstand, unterstellt aber niemandem böse Absicht. «Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen und die Beete der Saatgutzucht besser beschriften.» Bei den Knackerbsen muss nun kommendes Jahr die zweite Saison wiederholt werden – mit klareren Markierungen. (ma)

Auf dem ganzen Areal herrscht Betrieb. Es wird gejätet, mit einer Sense gemäht und kompostiert. Am Kanalweg erstellen ein paar Gärtner einen Staketenzaun. «Wir wollen aber nicht zumachen», sagt Co-Präsidentin Käppeli. Der Gemeinschaftsgarten sei halböffentlicher Raum. Wer den Garten und die entsprechenden Regeln, etwa Mittags- und Nachtruhe, respektiere, sei willkommen und dürfe hier zum Beispiel auch grillieren. Der Zaun sei eher ein Zeichen für Hundebesitzer, ihr Tier nicht in den Garten zu lassen. Umso mehr hätten dafür Vögel und Insekten Gefallen am Areal gefunden, erzählt Co-Präsidentin Ursina Ahorn. «Es kreucht und fleucht.» Und das Pflanzgut gedeiht hervorragend. «Fast in jedem Beet wachsen Zucchetti. Wir erwarten diesen Sommer eine Zucchetti-Schwemme», sagt Käppeli.

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