Zu schnell und zu laut: Kantonspolizei Thurgau zeigt rund hundert Autoposer wegen manipulierter Fahrzeuge an

Die Kantonspolizei Thurgau führt seit Anfang April gezielte Kontrollen in Bezug auf vermeidbare Lärmerzeugung von Verkehrsteilnehmern durch. Jetzt zeigt die Polizei weitere Delinquenten an.

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Mit solch aufgemotzten Boliden sind Autoposer unterwegs.

Mit solch aufgemotzten Boliden sind Autoposer unterwegs.

Bild: PD

(kapo/sko) Bei der Kantonspolizei Thurgau sind zahlreiche Meldungen aus der Bevölkerung eingegangen, dass Fahrzeuge zu schnell und zu laut unterwegs sind. Die Spezialisten der Verkehrspolizei führen deshalb seit Anfang April im ganzen Kanton gezielte Kontrollen durch.

Den Schwerpunkt setzen die Polizisten auf das Fahrverhalten der Lenkenden sowie auf den technischen Zustand der zum Teil hochmotorisierten Fahrzeuge.

Manipulierte Abgaseanlagen erzeugen mehr Lärm

Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat die Kantonspolizei Thurgau rund 70 Fahrzeuglenker wegen übermässiger Lärmerzeugung zur Anzeige gebracht, wie sie mitteilt. Weitere 29 Anzeigen erfolgten wegen unerlaubten technischen Änderungen an Motorrädern und Autos. Zwei Fahrzeuge mussten aufgrund lärmsteigernder Eingriffe stillgelegt werden.

Bei der Auspuffanlage eines BMW's stellten die Polizisten fest, dass diese aufgetrennt, manipuliert und danach zugeschweisst wurde.

Bei der Auspuffanlage eines BMW's stellten die Polizisten fest, dass diese aufgetrennt, manipuliert und danach zugeschweisst wurde.

Bild: PD/Kantonspolizei Thurgau

Bei den technischen Änderungen handelte es sich häufig um manipulierte Abgasanlagen. Dabei wurden schalldämpfende Einsätze an Auspuffanlagen entfernt, Auspuffanlagen abgeändert oder Katalysatoren manipuliert oder durch ein Rohr ersetzt.

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David Grob