Glosse

Zu acht wird’s eng

Südsicht Ein Elektroauto rettet zwar den Planeten. Es kann darin aber auch verdammt knapp werden. Nicht nur, wenn man damit zum Golfen fährt

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

Weit sind sie nicht gekommen, die Eschliker Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Genau genommen sind’s die Gemeinderätin und die Gemeinderäte. Einfacher wäre GemeinderätInnen, aber das grosse Binnen-I ist verpönt in unserer Zeitung.

Doch hier geht’s nicht um Genderfragen. Darum kümmern wir uns erst wieder, wenn die Wahl der nächsten Miss Oktoberfest Tannzapfenland ansteht. Die Rede ist vielmehr von der Klausurtagung des Eschliker Gemeinderates.

Gerade mal bis nach Lipperswil hat es die Behörde geschafft. Also wirklich nicht sehr weit. Dafür aber standesgemäss. Ihre wegweisenden Entscheide zur Zukunft der Gemeinde – das steht so in den Gemeindenachrichten, haben wir uns also nicht aus den Fingern gesogen – fällten die eine Dame und die sieben Herren – den Gemeindeschreiber haben wir grosszügig mitgezählt – im Golfhotel.

Wer aus dieser Destinationswahl auf eine Midlifecrisis einer involvierten Person schliesst, hat wirklich eine sehr niedrige Denke, deshalb schneiden wir dieses Thema gar nicht erst an. Auch die Frage, wie sich die achtköpfige Truppe in das lustige Mobility-Elektroauto gequetscht hat, um Energiestadt-würdig nach Lipperswil zu gelangen, sei an dieser Stelle nicht allzu hoch gehängt.

Um was ging es eigentlich? Fast wären wir abgeschweift. Es geht um wegweisende Entscheide für die Zukunft. Kurz zusammengefasst: neue Gemeindeordnung, Geschäftsleitungsmodell, mehr Kompetenzen für Verwaltung, weniger Verwaltungszeugs für die Politik. Irgendwie so. Hat Sirnach schon, Fischingen auch. Ressorts im Gemeinderat haben beide Gemeinden noch, Eschlikon will sie abschaffen. Dafür hat Fischingen den Gemeinderat geschrumpft, Eschlikon will das nicht. Dabei ist das Elektroauto vor dem Gemeindehaus wirklich furchtbar klein.

ESCHLIKON: Ein Elektroauto für alle

Die Energiestadt erhält endlich ihren eigenen festen Mobility-Stammplatz. Davon erhofft sich die Gemeinde geringeren Verkehr - und weniger Spesen ihrer Mitarbeiter.
Florian Beer