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Für den Regio-Radweg in Frauenfeld rückt die Ziellinie in Sichtweite

Noch immer fehlt das Herzstück des Regionalen Radwegs im östlichen Stadtzentrum, weil sich zwei Eigentümer gegen das längst bewilligte Projekt wehrten. Jetzt kommt aber wieder Dynamik in die Sache.
Samuel Koch

Lang und beschwerlich ist der Umweg des Regionalen Radwegs in Frauenfeld. Im Vergleich dazu sind die 1,3 Kilometer Herzstück, die für Velofahrer auf dem Weg von Felben-Wellhausen dem Gleis entlang über den Bahnhof Frauenfeld in Richtung Gachnang noch fehlen, ein Klacks. Wer mit dem Velo vom Osten der Stadt der Riedstrasse am Kantonalgefängnis vorbei in Richtung Zentrum unterwegs ist, muss ab der Goldackerstrasse über gewöhnliche Quartierstrassen bis zum Restaurant Pergola fahren.

2011 bewilligte das Frauenfelder Stimmvolk einen Kredit über 2,45 Millionen Franken für den Bau des gesamten Radwegs quer durch die Stadt – mit Ausnahme des Stücks Erchinger­strasse bis Eisenbahnstrasse, das nicht Bestandteil der Botschaft war. In mehreren Etappen sind Teilstücke ans Netz gegangen – zuletzt im Herbst 2017.

Landenteignungen als allerletzte Massnahme

Urs Müller, Stadtrat und Departementsvorsteher Bau und Verkehr. (Bild: Andrea Stalder)

Urs Müller, Stadtrat und Departementsvorsteher Bau und Verkehr. (Bild: Andrea Stalder)

Die zeitlichen Verzögerungen für das noch ausstehende Teilstück im östlichen Stadtzentrum mit Brücke über die Langdorfstrasse sind den Verhandlungen der Stadt mit Liegenschaftseigentümern geschuldet. «Wir haben mit den Verhandlungen ein ganzes Jahr verloren», sagt Urs Müller, Vorsteher des Departements für Bau und Verkehr. Gespräche und Anpassungen des Projekts brachten keinen Erfolg. Deshalb befasste sich der Stadtrat auch mit der Möglichkeit der Enteignung. Wegen der Gefahr eines Kampfes durch sämtliche Instanzen und einer noch grösseren Verzögerung entschied er sich jedoch dagegen. Müller meint:

«Es war von Anfang an klar, dass eine Enteignung die allerletzte Massnahme sein muss.»

Und weil mit allen anderen Landeigentümern entlang des geplanten Radwegs bereits eine Vereinbarung über Landabtauschgeschäfte vorlag, plante die Stadt weiter.

Stadtrat hätte Engstelle in Kauf genommen

Nach mehreren Versuchen, die Eigentümer doch noch zu überzeugen, prüfte die Stadt nebst Landerwerben, möglichen Enteignungen oder der bereits jetzt bestehenden Linienführung Pläne, wonach an der besagten Stelle entgegen der Minimalbreite von 3,5 Metern ausnahmsweise eine Engstelle mit lediglich rund zwei Metern Fahrbahnbreite ausreichen könnte.

«Dafür sprach sich der Stadtrat schliesslich Ende 2018 nach mehreren Beratungen zum Radweg aus.»

Anfang Jahr dann veränderte sich die Ausgangslage, weil sich ein Eigentumswechsel bei einer der zwei betroffenen Liegenschaften ergab. Daraufhin setzte der Stadtrat alle Hebel in Bewegung, um doch noch den geplanten Radweg ohne Engstelle zu bekommen. Seit vergangener Woche nun hat der Stadtrat das Signal, dass mittlerweile auch die zweiten sich zur Wehr setzenden Eigentümer ihre Liegenschaft veräussern wollen.

«Die Handänderung sollte nächstens erfolgen, weshalb wir wieder auf die ursprünglich geplante Breite des Projekts zurückkommen.»

Das meint Müller. Die Käuferin der zweiten Liegenschaft – notabene dieselbe, die Anfang Jahr bereits die erste übernahm – habe sich telefonisch bereiterklärt, den Bau des Regionalen Radwegs in ihren Planungen zu berücksichtigen. «Die Stadt ist zuversichtlich, dass man sich jetzt rasch einig wird und mit dem Bau noch dieses Jahr begonnen werden kann», sagt Müller.

Die Gesamtkosten tangiert die lange Verzögerung indes nicht. Von den bewilligten 2,45 Millionen Franken sind noch rund eine Million Franken für das Herzstück im alten Langdorf offen. Ein Wermutstropfen aber bleibt für Urs Müller bestehen. Er scheidet Ende Mai aus dem Stadtrat aus. Er hätte das Projekt gerne während seiner Amtszeit zu einem Ende gebracht, meint er und ergänzt:

«Leider wird das nun nicht möglich sein, was die Komplexität eines solchen Bauvorhabens mitten im bebauten Gebiet aufzeigt.»

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