Eine Zeugin des Mittelalters kommt in Wängi ans Tageslicht

Das Thurgauer Amt für Archäologie untersucht in Wängi die einstige Burg Rengerswil.

Maya Heizmann
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Grabungstechnikerin Florence Gilliard auf dem Gelände am Schlossberg.

Grabungstechnikerin Florence Gilliard auf dem Gelände am Schlossberg.

Bild: Maya Heizmann

Viel ist derzeit noch nicht zu sehen, doch das könnte sich bald ändern: An der Weidlistrasse 6 in Wängi steht ein Neubauprojekt an. Doch bereits 1998 stiess man hier beim Bau einer Garage auf eine Mauer einer mittelalterlichen Burg.

Während dreier Monate sucht nun ein Team des Amtes für Archäologie des Kantons Thurgau nach Befunden der einstigen Burg Rengerswil. Haben doch im Januar durchgeführte Sondierungen des Geländes ergeben, dass noch archäologische Substanz der Burg im Boden vorhanden ist. Nun sollen allfällige Befunde vor der Zerstörung gerettet werden und mittels Fotos, Dokumentationen und 3D-Modellen für nachfolgende Generationen erhalten bleiben.

Die Burgstelle Rengerswil war im Mittelalter eine stattliche Doppelburg und Hauptsitz der «Herren von Wengi». Die Burg ging 1226 an die Toggenburger Grafen. 1332 wurde sie von Abt Albrecht von St.Gallen mit Unterstützung einer 600 Mann starken Innerschweizer Truppe vier Wochen lang belagert, dann erobert und schliesslich mitsamt dem damaligen Dorf Wengi zerstört.

Der einstige Schlossberg wurde teilweise abgetragen und ist heute vollständig überbaut. «Bis jetzt wurde erst die alte Kellermauer des Hauses frei gelegt», sagt Florence Gilliard, Grabungstechnikerin im Amt für Archäologie. Bald dürfte es aber mehr zu sehen geben, denn die Grabungen werden drei Monate in Anspruch nehmen. «Ein Spaziergang an die Weidlistrasse 6 lohnt sich also in nächster Zeit allemal», schreibt denn auch der Wängemer Gemeindeschreiber Timo Bär in seiner diesbezüglichen Mitteilung. «Vielleicht haben Sie Glück und können den Archäologen bei ihrer Arbeit zusehen.»

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