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Beim Umbau des Wängemer Vereinshauses kommt Unerwartetes zum Vorschein

Der Umbau des Wängemer Vereinshauses hat begonnen. Der Abbruch der Theaterbühne förderte unter anderem ein Dokument zutage, das auf den ehemaligen Schifflistickerei-Betrieb im Dorf hinweist.
Maya Heizmann
Unter der Theaterbühne im Wängemer Vereinshaus kamen dicke Fundamente aus Beton zum Vorschein. (Bild: Maya Heizmann)

Unter der Theaterbühne im Wängemer Vereinshaus kamen dicke Fundamente aus Beton zum Vorschein. (Bild: Maya Heizmann)

Wem gehörte wohl der platt gedrückte Kinderturnschuh? Er kam neben einem dürren Vogelskelett und verblassten Konfettis von damaligen Fasnachtsbällen in den vielen Bruchstücken beim Abbruch der Bühne des Wängemer Vereinshauses zum Vorschein.

Die Renovierung des Vereinshauses der katholischen Gemeinde hat begonnen. Die Bretter der Theaterbühne sind entfernt, darunter wurde ein Keller mit dicken Betonmauern entdeckt, diese dienten wahrscheinlich einst als Fundamente für die gewichtigen Schifflistickerei-Maschinen.

Nebst Staub und Dreck zeugen zwei Stickmuster auf Papier, die auf den 15. September 1888 datiert sind, vom einstigen Schaffen in der Fabrik. In den Katakomben befindet sich auch ein Geheimgang, der nur in gebückter Haltung begangen werden kann. Er führt indes lediglich zur Heizung.

Ein Stickermuster von 1888 zeugt vom ursprünglichen Zweck des 1878 erstellten heutigen Vereinshauses. Bild: PD

Ein Stickermuster von 1888 zeugt vom ursprünglichen Zweck des 1878 erstellten heutigen Vereinshauses. Bild: PD

Erstes Theaterstück 1927 aufgeführt

Viel Geschichtliches über das einstige Stickereigebäude aus dem Jahr 1878 ist nicht vorhanden. Am 2. Mai 1925 kaufte die katholische Gemeinde das Gebäude von der Witwe K. Krähenmann zu einem Kaufpreis von 22'000 Franken. Wie lange der Umbau der Stickerei in einen Saal mit Bühne sowie der Einbau von Unterrichtszimmern dauerten, ist nicht bekannt.

Das erste Theaterstück, «Nidwalder Verzweiflungskampf», kam 1927 zur Aufführung. Ab 1936 waren drei katholische Vereine, wie die Jungmannschaft als Nachfolger des Jünglingsvereins, der Arbeiterinnenverein und die Jungfrauenkongregation an den Theateraufführungen beteiligt.

Während vieler Jahre war die Theatergruppe Wängi dem katholischen Jugendforum angegliedert. Als das Jugendforum 1996 infolge fehlender Mitglieder aufgelöst wurde, gründeten die damaligen Spieler die heutige Theatergruppe als eigenständigen Verein.

1,1 Millionen Franken für Umbau

Erst 40 Jahre später wurde der erste nordöstliche Saalanbau realisiert. 1993 erhielt das Vereinshaus eine sanfte Innenrenovation und eine neue Bestuhlung. 2001 entstand der zweite nordöstliche Anbau mit einer modernen Küche. Mit diesen Veränderungen stieg die Besucherzahl stetig, zwei Aufführungen der Theatergruppe Wängi reichten bald nicht mehr. Heute sind es acht Aufführungen und dieses Jahr wurde die Rekordzahl von 1977 Zuschauern erreicht.

Der Renovierung des Vereinshauses stimmte die katholische Kirchgemeinde mit einem Budget von 1,1 Millionen Franken zu. Die Arbeiten sollten bis Ende Jahr beendigt sein, das Lokal sollte für die neue Aufführung der Theatergruppe Wängi im Januar 2020 bereitstehen.

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