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Zersiedelungsinitiative: FDP Thurgau sieht Arbeitsplätze gefährdet

Die FDP Thurgau empfiehlt die Zersiedelungsinitiative der Jungen Grünen klar zur Ablehnung. Die Parteimitglieder sprechen sich mit 63 Nein-, einer Ja-Stimme und einer Enthaltung gegen das Volksbegehren aus.
Christof Lampart
Hansjörg Brunner, Martina Pfiffner Müller (Moderatorin) und Simon Vogel beim Streitgespräch. (Bild: Christof Lampart)

Hansjörg Brunner, Martina Pfiffner Müller (Moderatorin) und Simon Vogel beim Streitgespräch. (Bild: Christof Lampart)

Vor der Parolenfassung kreuzten FDP-Nationalrat Hansjörg Brunner und Simon Vogel, Präsident der Jungen Grünen Thurgau, in einem Streitgespräch die verbalen Klingen. Moderiert wurde es von Martina Pfiffner Müller.

Brunner erklärte, dass er dem verdichteten Bauen und dem schonenden Umgang mit dem knappen Gut Boden sehr positiv gegenüberstehe. Doch könne es nicht sein, dass man die Gesamtfläche der Bauzonen in der Schweiz auf dem heutigen Stand einfriere. Dies entspräche weder dem Bedürfnis der Bevölkerung noch dem der Wirtschaft.

Existenzelle Bedrohung für das Gewerbe

Gerade Gewerbetreibende könnten von einem totalitären Verbot, wie es die «Zersiedelungsinitiative» nun fordert, existenziell getroffen werden. Dies erläuterte er am eigenen Beispiel. «Als ich als Drucker anfing, waren die Maschinen drei Meter lang, heute sind sie 20 Meter lang. Und was ist, wenn ich in einigen Jahren wegen eines guten Geschäftsganges meinen Betrieb erweitern müsste – ich kann die Maschinen ja nicht einfach senkrecht aufstellen und somit Platz sparen!»

Das könnte im Extremfall dazu führen, dass er nicht am bisherigen Standort bauen könnte. «Was mein Geschäft und die Arbeitsplätze meiner Mitarbeiter gefährden würde – und dass nur, weil man dann nicht neu einzonen könnte.» Eine solche Entwicklung, so Brunner, wäre umso bedauerlicher, weil der Thurgau in den letzten Jahren ein griffiges Raumplanungsgesetz ausgearbeitet habe, das umfassend Rücksicht auf die Ressource Boden nehme. Das Vorpreschen der Jungen Grünen findet er unverständlich: «Was hat denn die Natur davon, wenn ich keine Arbeitsplätze mehr habe?»

Grosser Kulturlandverlust

Simon Vogel erklärte, dass in der ganzen Schweiz immer noch das Vierfache der aktuell existierenden Industrie- und Gewerbefläche als Bauland eingezont sei – also deutlich mehr, als man eigentlich benötige. Deshalb sei beim Einzonen ein Stopp angebracht. Schliesslich wollten künftige Generationen auch noch in und mit einer intakten Natur leben.

«Seit 1985 ging in der Schweiz Kulturland von der Fläche des Genfersees verloren; wir überbauen jede Sekunde einen Quadratmeter Kulturland. Das kann so nicht weitergehen», betonte Vogel. Die Forderungen kämen langfristig allen Menschen zugute, auch wenn sie zuerst manchen dazu zwängen, auf etwas zu verzichten. Geht es nach den Jungen Grünen, so sollen zukünftig nur noch neue Bauzonen geschaffen werden, wenn andernorts eine mindestens gleich grosse Fläche als Bauzone aufgehoben wird.

Da die Initiative zudem festschreiben will, welche Bauten und Anlagen ausserhalb von geltenden Bauzonen noch gebaut werden dürfen, könnte die Vorlage auch die moderne Landwirtschaft massiv einschränken. (art)

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