Zeitlos, langlebig, nachhaltig: Modedesignerin Géraldine Bischoff aus Frauenfeld steht für Wohlfühlmode

Die Frauenfelder Modedesignerin Géraldine Bischoff präsentiert ihre neue Kollektion. Es habe auch schon Kundinnen gegeben, die ein Kleidungsstück zehn Jahre getragen haben und sich dann nochmals dasselbe wünschen, erzählt Bischoff.

Mathias Frei
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Shooting im historischen Atelier Bär: Stücke aus Géraldine Bischoffs aktueller Kollektion.

Shooting im historischen Atelier Bär: Stücke aus Géraldine Bischoffs aktueller Kollektion.

Bild: PD/Beni Blaser

Frauenfeld und Mode? – Ja, das geht zusammen. Géraldine Bischoff ist der beste Beweis dafür. Seit rund 15 Jahren – und einer Modedesign-Ausbildung in St.Gallen – gibt sie jährlich ein bis zwei Damenkollektionen heraus. Dabei nimmt sie sich bewusst zurück – zu Gunsten ihrer Mode, wie sie sagt. «Ich muss nicht im Mittelpunkt stehen.»

Géraldine Bischoff.

Géraldine Bischoff.

Bild: Reto Martin

Sie lasse sich nicht auf Experimente ein, bei denen es an allen Ecken und Enden zwickt und die nicht sitzen können. «Ich mache Kleider, in denen man sich wohlfühlt», sagt sie. Kleider, die man tagsüber im Büro und auch abends im Sternelokal oder Club tragen kann. Die Zeiten, als man sich als Frau dreimal am Tag umziehe, seien vorbei, ist sich Bischoff sicher. Wichtig ist ihr, dass ihre Stücke tragbar sind.

«Hochwertig in Material und Verarbeitung müssen sie sein, funktional und auch schön.»

An den Ansprüchen an sich selber und ihre Mode macht sie deswegen aber keine Abstriche. In diesen Tagen lädt Bischoff für den Verkauf der neuen Kollektion in ihr Atelier im Eisenwerk. Pandemiebedingt ohne grosses Tamtam rundherum. Es ist heuer die erste Schau. 60 Stücke stehen zum Verkauf, vom Mantel über die Strickmütze bis zur Latzhose. Bei Bischoff gilt: Es hat, solange es hat. «Meist ist am Schluss alles weg.»

Ein anderes Sujet von Mode der Modedesignerin Géraldine Bischoff.

Ein anderes Sujet von Mode der Modedesignerin Géraldine Bischoff.

Bild: PD/Beni Blaser

Zuerst trägt sie jeden Prototypen

Bei Bischoff gibt es nur Einzelanfertigungen, alles ist handgemacht und mit der nötigen Sorgfalt, die sie hochhält und selber auch schätzt. Klar kann es vorkommen, dass sie einen Grundschnitt, der ihr sehr zugesprochen, wieder einmal zur Hand nimmt, aber dann ist der Kragen anders oder der Stoff. Oder sie verwendet andere Mercerie, also etwa Knöpfe.

Auf Wunsch einer Kundin nimmt sie in der Passform auch kleine Anpassungen vor. Aber grundsätzlich gilt: Es gibt die Grössen, die es gibt. Ein anderer Grundsatz für Bischoff ist, dass sie alles, was sie verkauft, als Prototyp schon selber getragen hat. So merkt sie nämlich selber, ob etwas passen kann oder eben nicht. Was nicht passt, macht sie sodann passend. Vorher geht nichts über die Ladentheke.

Noch zwei Verkaufstage

Die Stoffe bezieht sie von einem Händler in Zürich. In den Anfangszeiten hat Bischoff noch selber genäht, mittlerweile arbeitet sie mit einer Schneiderin aus dem Unterthurgau zusammen, der sie vertraut. «Es hat auch schon Kundinnen gegeben, die ein Kleidungsstück von mir zehn Jahre getragen haben und sich nun nochmals dasselbe wünschen.» Solche Mode will Bischoff machen, die zeitlos und langlebig ist, nachhaltig in der Region produziert mit Naturmaterialien wie Wolle, Baumwolle, Leinen oder Seide.

Der Verkauf der Herbstkollektion von Géraldine Bischoff in ihrem Atelier im Eisenwerk Frauenfeld an der Schmidgasse 25d findet noch Freitag und Samstag, 13. und 14. November statt. Ihr Atelier ist jeweils geöffnet zwischen 10 und 19.30 Uhr. Buchbar sind auch private Termine.