Wohntürme wanken weiter: Jetzt schaltet sich der Kanton in die Diskussion um das Arboner Bauprojekt Riva ein

Das städtebauliche Gutachten zum Arboner Bauprojekt Riva ist überraschend auf Eis gelegt. Jetzt soll der Kanton weiterhelfen: Alle Beteiligten werden an einen Tisch geholt und das kantonale Departement für Bau und Umwelt vermittelt.

Sabrina Manser und Stefan Marolf
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An den geplanten Wohntürmen am Arboner Seeufer scheiden sich die Geister. Jetzt vermittelt der Kanton zwischen den Parteien.

An den geplanten Wohntürmen am Arboner Seeufer scheiden sich die Geister. Jetzt vermittelt der Kanton zwischen den Parteien.

Bild: PD

Der Streit um das Projekt Riva geht in die nächste Runde. Am Standort des ehemaligen Hotel Metropol am Arboner Seeufer will die Baufirma HRS zwei über 40 Meter hohe Wohntürme bauen. Die IG Pro Metropol wehrt sich dagegen, der Heimatschutz Thurgau sorgt sich um das Ortsbild.

Im Sommer hat der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi ein städtebauliches Gutachten in Auftrag gegeben. Es sollte ergründen, ob die zwei Wohntürme am Seeufer mit dem Ortsbild harmonieren.

Seit Montag ist dieses Kapitel in der langen Geschichte um das Projekt Riva (siehe Kasten) auf Eis gelegt, wie der Stadtrat in einer Mitteilung bekannt gibt. Jetzt solle Marco Sacchetti, der Generalsekretär des Thurgauer Departements für Bau und Umwelt, zwischen Heimatschutz, Eigentümern und Ämtern vermitteln. Diezi:

«Wir hätten schon 2019 gerne eine Vermittlungsrunde gemacht, aber die Auffassungen waren zu unterschiedlich.»

Weil es Anhaltspunkte dafür gebe, dass die Parteien jetzt flexibler seien, glaubt er an eine Lösung für alle.

Die Türme stehen noch lange nicht

Laut Marco Sacchetti gehe es in einem ersten Gespräch darum, die Standpunkte der Parteien abzufragen.

«Dann wird entschieden, ob weiterverhandelt wird oder ob die Stadt den Umsetzungsprozess weiterführt.»

Seien die Positionen verhärtet, werde man die Gespräche einstellen.

Sowohl Gegner des Heimatschutz Thurgau, als auch Befürworter von der IG Pro Riva, sind vom Vorgehen des Stadtrats überrascht. Beide Parteien begrüssen aber die geplanten Gespräche. Kritischer ist die IG Pro Metropol. Deren Sprecher Andrea Vonlanthen sagt:

«Es erstaunt mich, dass der Stadtrat die Übung plötzlich abbläst. Die Gespräche werden wohl keine schnelle Einigung bringen.»

Geht es nach Diezi, solle die erste Vermittlungsrunde noch im November über die Bühne gehen. Je nach Ausgang der Besprechungen müsste dann der Gestaltungsplan überarbeitet werden, sagt der Stadtpräsident. Und selbst dann wäre das Projekt Riva lange nicht am Ziel. Das Arboner Stimmvolk müsste sowohl dem Gestaltungsplan für das Projekt als auch einer Ortsplanungsrevision zustimmen, bevor die HRS mit ihrer Arbeit beginnen könnte.

Das Bauprojekt Riva bewegt seit neun Jahren

2011 hat die Baufirma HRS das Hotel Metropol gekauft. 2013 ging das Projekt Riva siegreich aus einem Wettbewerb hervor, worauf 2014 ein Gestaltungsplan ausgearbeitet wurde. Das Hotel Metropol ist seit 2016 geschlossen und für das Gebäude besteht eine Abbruchbewilligung. Der Heimatschutz legte dagegen Rekurs ein, das Thurgauer Departement für Bau und Umwelt lehnte ab. Die Arboner Stadtregierung gab im Sommer 2020 ein städtebauliches Gutachten in Auftrag, das jetzt sistiert ist. Stadtpräsident Dominik Diezi sagt: «Zeichnet sich bei der Vermittlung eine Lösung ab, könnte auf die Fertigstellung des Gutachtens verzichtet werden.» (ste)