Wo Mani Matter auf dem verrückten Pony rappt: In Frauenfeld werden die Sommerloch-Konzerte im Eisenwerk dieses Jahr noch kleiner und noch feiner

Von Bluegrass bis Anarcho-Pop, neun Abende an drei Wochenenden: Letzter Fels in der Brandung in Sachen Open-Air-Konzerte ist die Sommerloch-Reihe in der Eisenbeiz-Gartenwirtschaft. Start ist kommenden Donnerstag, 6.August.

Mathias Frei
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Gigi Moto.

Gigi Moto.

(Bild: PD)

«Sag alles ab»: So heisst ein Lied der Hamburger-Schule-Band Tocotronic – und ist programmatisch für den diesjährigen Open-Air-Sommer in Frauenfeld. Pandemiebedingt ist fast alles abgesagt. Es bleiben, Gott sei Dank, die Sommerloch-Konzerte im Garten der Eisenbeiz. Nicht nur das Publikum, sondern auch die Bands werden es der Programmgruppe um Stefan Rutishauser, Karin Gubler, Beth Wimmer und Philipp Lerch danken, dass die 19. Ausgabe der Konzertreihe stattfindet.

Veranstalter empfehlen dringend Online-Reservation

Einmal mehr gehen die Sommerlochkonzerte im Garten der Eisenbeiz über die Bühne. Pandemiebedingt empfehlen die Veranstalter ausdrücklich eine Online-Reservation. Ein erstes Konzert (Matterlive) ist bereits ausverkauft. Denn dieses Jahr stehen je nach Platzbelegung nur zwischen knapp 50 und knapp 100 Plätze zur Verfügung. Falls es wider Erwarten am Konzertabend noch freie Plätze hat, ist auch spontanes Erscheinen möglich. So oder so muss jeder Besucher online oder vor Ort für ein allfälliges Contact-Tracing seine Kontaktangaben abgeben. Die Plätze werden vom Eisenbeiz-Personal zugewiesen. Ein Platzwechsel ist nicht möglich. Gruppen reservieren bitte online einen ganzen Tisch.

Die Kollektenkonzerte beginnen um 20 Uhr und enden ebenso pünktlich um 22 Uhr. Bewirtung mit Speis und Trank durch die Eisenbeiz. (ma)

Sommerloch-Programm: www.eisenwerk.ch/kultur
Online-Reservation: www.eisenwerk.ch/kultur/reservation

Stefan Rutishauser, Sommerloch-Programmgruppe.

Stefan Rutishauser, Sommerloch-Programmgruppe.

(Bild: Michel Canonica)

Drei Wochen von Donnerstag bis Samstag Konzerte, das bleibt gleich. Anders verhält es sich heuer mit dem Platzangebot und der Notwendigkeit des Reservierens. Gab es in den Vorjahren Konzerte von Lina Button und Stahlberger, zu den 200 Besucher und mehr kamen, so können heuer maximal knapp 100 Musikfreunde pro Abend dabei sein. Obschon das Programm weit mehr Leute interessieren dürfte.

«Wir sind dieses Jahr noch kleiner und noch feiner.»
Matterlive.

Matterlive.

(Bild: PD)

Das meint Mitveranstalter Rutishauser dazu. Bereits ausverkauft ist denn auch schon das Konzert von Matterlive am Freitag, 7. August. Der Berner Troubadour Mani Matter wäre drei Tage zuvor 84 Jahre alt geworden. Dessen Tradition der kleinen Geschichtenperlen halten der von der SRF-Sendung «Kassensturz» bekannte Ueli Schmezer und seine Band aufrecht. 2003 gegründet, sind sie seither fast ununterbrochen auf Tour, spielten schon im hintersten Krachen der Schweiz, aber auch auf dem Bundesplatz.

Frauenfelder Wochenende zum Anfang

Daif.

Daif.

(Bild: PD)

Das Sommerloch beginnt aber schon einen Tag vor Matterlive– nämlich am Donnerstag, 6. August, mit dem Avantgarde-Rapper und Anarcho-Popper Daif aus Frauenfeld. Unterstützung erhält er von She-DJ Yung Porno Büsi. Das erste Wochenende beschliesst am Samstag, 8. August, die Frauenfelder Band Kryffo mit zeitlosem Melodic-Rock und dem neuen Minialbum «2» im Gepäck. Berühmt werden müssten sie nicht mehr, meinen die drei Herren in den Fünfzigern, gut hört sich ihr Sound gleichwohl an. Als Support-Act tritt der Frauenfelder Floriano mit eingängigem, loopigem Piano-Pop auf.

Floriano.

Floriano.

(Bild: Mathias Frei)

Die zweite Woche eröffnet Gigi Moto am Donnerstag, 13. August. Ihren ersten Auftritt hatte die Band um die gleichnamige Zürcher Rock-Sängerin vor 27 Jahren. Ab dem Jahr 2000 und mit dem Album «Superstar» ging es steil bergauf mit Gigi Moto. Das aktuelle Album heisst «Local Heroes», präsentieren werden den Blues, Soul und Rock Gigi Moto und Ausnahmegitarrist Jean-Pierre von Dach.

«An Gigi Moto waren wir schon seit mehreren Jahren dran. Nun haben wir es endlich geschafft.»
Pink Pedrazzi.

Pink Pedrazzi.

(Bild: PD)

Das sagt Stefan Rutishauser. Auf Gigi Moto folgen am Freitag, 14. August, Suzie Candell&The Screwdrivers, «die vielversprechendeste Americana-Band der Schweiz», wie es heisst. Seit acht Jahren gibt die Combo einen Mix aus Country, Blues, Folk, Rock und Pop zum Besten. Pink Pedrazzi ist mit seinen verschiedenen Formationen ein bekanntes Gesicht im Eisenwerk. Am Samstag, 15. August, taucht der Basler Blueser mit The Big Easy ins Eisenbeiz-Sommerloch ab.

Crazy Pony.

Crazy Pony.

(Bild: PD/Sebastien Borel)

Die letzten drei Abende von Donnerstag bis Samstag, 20. bis 22. August, bestreiten Crazy Pony, Funky Staff und zum Abschluss Zéphyr Combo. Das englisch-schweizerische Duo Crazy Pony muss wirklich verrückt sein. Ihr Bluegrass und Folk ist richtig spritzig, und die Show gibt akrobatisch etwas her. Nur mit Schuss gibt’s auch das Funk- und Soul-Septett Funky Staff mit der Frauenfelder Sängerin Diana Innarella Förstler. Für den beschwingten Schlusspunkt sorgt das zürcherisch-belgische Quartett Zéphyr Combo mit Chanson, Gipsy, Handorgel-Rock und Trinkliedern. Die Veranstalter künden an:

«Tönt ein wenig wie Brel, ein wenig wie Bregovic, aber vor allem wie – Zéphyr Combo.»
Zéphyr Combo.

Zéphyr Combo.

(Bild: PD/Mischa Scherrer)