Bauer listet Einsprecher öffentlich auf: Wittenwiler Pranger muss verschwinden

Der Wittenwiler Landwirt Beat Schär hat die Namen der 31 Einsprecher gegen sein Baugesuch auf einer prominent aufgestellten Tafel veröffentlicht. Doch er hat die Rechnung ohne die Gemeinde gemacht.

Olaf Kühne
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Die Tafel vor der maroden Scheune bei Wittenwil führt unter anderem die 31 Namen der Einsprecher auf. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Die Tafel vor der maroden Scheune bei Wittenwil führt unter anderem die 31 Namen der Einsprecher auf. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

In Wittenwil in der Gemeinde Aadorf liegen sich Landwirt Beat Schär und zahlreiche Anwohner in den Haaren. Gegen Schärs Baugesuch zum Neubau eines Laufstalls für Milchvieh mit Remise, einer Mastkälberaufzucht sowie Terrainveränderung und Rückbau verschiedener Ökononomiegebäude haben 31 Personen Einsprache erhoben. Auf einer prominent platzierten Tafel vor seiner maroden Scheune hat der Bauer daraufhin unter anderem die Namen der 31 Einsprecher veröffentlicht – man könnte es auch «angeprangert» nennen.

Wie der Regionalsender TVO berichtet, muss die Tafel nun wieder verschwinden. Nicht, weil Schär mit der Veröffentlichung der Namen gegen Datenschutzgesetze oder dergleichen verstossen hätte. Vielmehr hat er es versäumt, für das umstrittene Konstrukt ebenfalls ein Baugesuch einzureichen. Wie der Bauer gegenüber TVO sagt, habe ihm die Gemeinde Aadorf eine 20-tägige Frist eingeräumt, um entweder die Tafel zu entfernen oder die Einreichung eines Baugesuches nachzuholen. Er werde sich wohl für ersteres entscheiden, sagt Schär. Nicht zuletzt, weil gegen ein Baugesuch für die Tafel ja auch wieder Einsprache erhoben werden könne.