WIRTSCHAFT
Erneutes Aus für die Aadorfer Messe: Das OK löst sich auf

Covid-19 zwingt die bereits um ein Jahr verschobene Aadorfer Mäss endgültig in die Knie. Das Organisationskomitee hat sich aufgelöst. Eine nächste Ausgabe findet frühestens 2024 statt.

Peter Mesmer
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Jahre vor Corona: Kinder vergnügen sich an einem Stand der Aadorfer Mäss.

Jahre vor Corona: Kinder vergnügen sich an einem Stand der Aadorfer Mäss.

(Bild: Olaf Kühne)

Die Aadorfer Mäss hätte ursprünglich im September 2020 stattfinden sollen. Schon gut zwei Jahre zuvor startete das Organisationskomitee, erstmals mit Gemeinderat und SVP-Kantonsrat Stefan Mühlemann an der Spitze, mit den Planungsarbeiten. Und die beliebte Aadorfer Grossveranstaltung stiess bei den Ausstellern wiederum auf extrem erfreuliche Resonanz. Über 90 Firmen aus Aadorf und der benachbarten Region hatten ihr Dabeisein zugesagt. Ein attraktives Rahmenprogramm mit diversen Höhepunkten, unter anderem einem Überflug der Patrouille Suisse, war organisiert, und niemand hätte sich Anfang des vergangenen Jahres vorstellen können, dass die Aadorfer Mäss 2020 nicht stattfinden würde.

Warten und hoffen

Aber dann kam Corona und in kürzester Zeit war alles anders. Nach dem ersten Lockdown-Schock und einem mehr oder weniger glimpflich verlaufenen Sommer stiegen die Infektionszahlen im Frühherbst wieder in bedrohliche Höhen. Stefan Mühlemann erinnert sich noch gut daran: «Wir haben damals intensiv über Für und Wider einer Durchführung diskutiert. Aber es ging uns nicht anders wie den meisten anderen Veranstaltern landauf und landab auch. Wir mussten unsere Messe wohl oder übel um ein Jahr verschieben.»

Gewerbepräsident Paul Lüthi und OK-Präsident Stefan Mühlemann.

Gewerbepräsident Paul Lüthi und OK-Präsident Stefan Mühlemann.

(Bild: ZVG)

Stefan Mühlemann und seine OK-Kolleginnen und -Kollegen begaben sich nach dem Verschiebungsentscheid in den Stand-by-Modus: «Warten und hoffen», lautete die Devise. Bis dann im vergangenen Monat der Vorstand des Gewerbevereins Aadorf an einer virtuellen Sitzung zusammenkam und einen Grundsatzentscheid fällte. Gewerbepräsident Paul Lüthi erklärt:

«Nachdem ich von verschiedenen Gewerblern und Firmen Zeichen erhielt, dass sie ihre Teilnahme an der Messe für den Herbst zurückziehen werden, berief ich diese Sitzung ein.»

Nach sorgfältiger Abwägung der gegenwärtigen Situation und den wenig optimistisch stimmenden Zukunftsprognosen habe man dann einstimmig beschlossen, dem OK eine endgültige Absage anzuraten. «Dies teilte ich dann umgehend Stefan Mühlemann mit, der seinerseits unverzüglich das Messe-OK zusammenkommen liess.»

Nächster Anlauf fürs Jahr 2024

Stefan Mühlemanns Kommentar zum Treffen des OK: «Unsere Beratung war kurz und der Entscheid klar und einstimmig: Absage der Messe und Auflösung des OK.» Stefan Mühlemanns Begründung dazu: «Die Absage ist der Vernunft geschuldet. Wir hätten nicht für die Sicherheit garantieren können. Zudem war uns das finanzielle Risiko einfach viel zu gross. Obwohl die Absage schmerzt, sind wir erleichtert, dass wir damit aus der Verantwortung entlassen sind.»

Gemäss Stefan Mühlemann bedeutet die endgültige Absage, dass frühestens 2024 wieder eine Aadorfer Mäss stattfinden wird. «Wir begeben uns damit wieder in den gewohnten Vierjahresrhythmus. Wenn es nach mir geht und es die Umstände zulassen, wird die Aadorfer Mäss 2024 in gewohntem Rahmen stattfinden. Wenn gewünscht, werde ich mich wieder als OK-Präsident zur Verfügung stellen.»

Mit Sicherheit werde es aber ein paar Änderungen innerhalb des OK geben. So hätten der langjährige Bauchef Martin Baumgartner und Roger Liefert, zuständig für die Werbung, bereits ihren Rücktritt bekanntgegeben, da sie bis dahin in Pension sein werden. Eine offizielle Verdankung ihrer Verdienste wird zu einem späteren Zeitpunkt, wenn endlich wieder physische Treffen in grösserem Rahmen möglich sind, erfolgen.