«Wir verlassen Steckborn nicht im Groll»: Andreas Gäumann hat die Enttäuschung nach der Wahlniederlage verdaut

Sabine und Andreas Gäumann verlassen die evangelische Kirchgemeinde Steckborn nach 13 Jahren. Ihr Abschied per Ende September habe jedoch nichts mit der Niederlage bei der Wahl ums Stadtpräsidium zu tun, sagt der 51-Jährige Andreas Gäumann.

Samuel Koch
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Das Pfarrehepaars Sabine und Andreas Gäumann.

Das Pfarrehepaars Sabine und Andreas Gäumann.

Bild: Andrea Stalder

Andreas Gäumann, kehren Sie dem Untersee den Rücken zu?

Wir, also meine Frau Sabine und ich, haben Steckborn nach wie vor sehr gerne. Nach 13 Jahren ist für uns aber die Zeit für eine berufliche Veränderung gekommen.

War die Niederlage beim Rennen ums Stadtpräsidium so schmerzhaft?

Nein. Diese Enttäuschung ist abgehakt und längst verdaut. Wir verlassen Steckborn im Guten und hegen keinerlei Groll auf irgendjemanden.

Andreas Gäumann Evangelischer Pfarrer Steckborn bis Ende September.

Andreas Gäumann Evangelischer Pfarrer Steckborn bis Ende September.

Bild: PD

Was ist der wahre Grund für Ihren Weggang?

Wir haben bereits 2017 entschieden, dass wir eine Veränderung auf Sommer 2020 anstreben, wenn unsere beiden Söhne ihre Ausbildungen abgeschlossen haben. Die Wahl fürs Stadtpräsidium im vergangenen Jahr war zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht vorgesehen. Nach der Wahl kehrten wir wieder zum Plan A zurück.

Nun geht’s in Richtung Arbon, worauf freuen Sie sich am meisten?

Wieder in einem Team zu arbeiten und Schwerpunkte setzen zu können. Und Arbon als Stadt ist ja auch sehr reizvoll.

Was wird anders in Arbon?

Meine Frau und ich teilen uns dort 150 Stellenprozente statt 100 wie bisher. Das erlaubt mir weitere Engagements als Gefängnisseelsorger in Frauenfeld und im Kalchrain.

Sie bleiben noch bis September in Steckborn. Gibt’s noch Projekte, welche Sie zu Ende bringen wollen?

Wir nehmen jetzt sicher nicht auf dem Liegestuhl Platz. Es stehen noch viele spannende Anlässe bevor, sollten die Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr allzu lange zu spüren sein.

Am 27. September feiern Sie ihren Abschiedsgottesdienst. Werden Sie sentimental?

Das ist gut möglich. Sicher ist, dass wir im richtigen Moment gehen, obwohl uns viele in Steckborn sagen, dass sie wegen des Rücktritts traurig sind. 

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