Interview

«Wir sind sehr enttäuscht»: Summerdays-Chef-Organisator Cyrill Stadler äussert sich zur Absage und den Zukunftsaussichten

Am Mittwoch hat der Bundesrat verkündet, dass Grossveranstaltungen mit mehr als tausend Personen bis Ende August verboten bleiben. Betroffen davon: das jährliche Summerdays Festival mit durchschnittlich je 12'000 Besuchern pro Tag. Chef-Organisator Cyrill Stadler spricht von einem «traurigen Tag».

Tanja von Arx
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Cyrill Stadler, Verwaltungsratspräsident Summerdays, im Sommer 2019.

Cyrill Stadler, Verwaltungsratspräsident Summerdays, im Sommer 2019.

Bild: Donato Caspari

Sind Sie niedergeschlagen?

Cyrill Stadler: Ja klar, die Enttäuschung ist gross. Das war ein trauriger Tag. Es wäre ein super Summerdays geworden, wir hatten ein Hammer Programm. Aber die Gesundheit geht vor.

Hatten Sie mit dem Entscheid gerechnet?

Wir haben alles genau verfolgt, immer noch gehofft. Aber die Lage hat sich immer noch nicht entspannt, deshalb mussten wir damit rechnen. Es ist, wie es ist.

Sie haben es schon angetönt; wie weit war man mit den Vorbereitungen?

Ich muss sagen, dass der Bundesrat einen weisen Entscheid gefällt hat: Es war diesbezüglich ein guter Moment, wenn man denn in der Situation überhaupt von einem reden kann. Die Gagen waren noch nicht fällig, Zelte und Bühnen noch nicht aufgebaut. Mit einem späteren Entscheid hätten wir ein komplexeres Problem gehabt.

Wie meinen Sie das?

In erster Linie im Hinblick auf die Kosten. Eine Stange Geld fliesst in die Organisation, viele Leute arbeiten jeweils auf das Festival hin. Nun haben aber Bund und Kantone vernünftige Notfallszenarien ausgearbeitet.

Können Sie das ausführen?

Das Bundesamt für Kultur hat Massnahmen beschlossen: Eine ist Kurzarbeit, die haben wir bereits Ende März angemeldet. Dies hilft für das laufende Jahr, rückwirkend heilt es jedoch nicht, die Löhne sind bezahlt. Unsere Vorbereitungen für das Folgejahr beginnen jeweils direkt nach dem Festival. Dann die Covid-Kredite: Unternehmen können bis zehn Prozent vom Jahresumsatz erhalten. Das nimmt uns die Liquiditätssorgen, aber nicht die Bilanzsorgen. Schliesslich gibt es Ausfallentschädigungen, wobei Bund und Kanton bis 80 Prozent der Aufwendungen übernehmen.

Dann machen Sie auch von Letzterem Gebrauch?

Ja. Bis am 20.Mai werden wir ein Gesuch einreichen. Die Bestimmungen sehen vor, dass dafür der Firmensitz massgebend ist. Deshalb werden wir uns an den Kanton St.Gallen wenden.

Wie hoch sind vor diesem Hintergrund die aufgewendeten Kosten und wie viel Arbeit ist konkret in die Vorbereitungen geflossen?

Es wäre unseriös, da eine Zahl zu nennen. Wir wollen keine Wasserstandsmeldung machen. Es ist aber schon so: Das Ganze ist trotz all der Unterstützung ein finanzieller Hosenlupf.

Können Acts und bestimmte Vorarbeiten auf das nächste übertragen werden?

Absolut. Wir wollen den Faden wieder aufnehmen. Die getroffenen Vorbereitungen sollen aktiviert werden und auf das nächste Jahr übertragen. Dazu zählen etwa das Layout und die Plakatkampagne. Unser Motto in der schweren Zeit: Das Summerdays findet einfach ein bisschen später statt. Nämlich am 3. und 4.September 2021.

Hat das auch Konsequenzen für die Ticketkäufer?

Ja, wer ein Ticket für dieses Jahr gekauft hat, kann es für das nächste behalten. Wir werden in den kommenden Tagen dazu im Detail informieren.

Die schönsten Bilder vom Summerdays 2019:

(Bild: Donato Caspari)
131 Bilder
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Herbert Grönemeyer bei seinem Auftritt in Arbon. (Bild: Donato Caspari)
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Die Rockröhre aus Wales: Bonnie Tyler bei ihrem Auftritt in Arbon. (Bild: Donato Caspari)
Bonnie Tyler spielte unter anderem ihren Hit «It's A Heartache».
(Bild: Donato Caspari)
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