«Wir müssen Geld verdienen, ums Verrecken»: Der Frauenfelder Chilbi- und Glühweinkönig Hanspeter Maier baut Winterzauber im Burstelpark auf

Der Glühweinstand am Frauenfelder Schlossberg ist heuer wegen der Coronapandemie nicht möglich. Dafür hat der umtriebige Schausteller Hanspeter Maier eine neue Idee.

Samuel Koch
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Hanspeter Maier vor einer Holzhütte, die er im Burstelpark bereits aufgestellt hat.

Hanspeter Maier vor einer Holzhütte, die er im Burstelpark bereits aufgestellt hat.

Bild: Reto Martin

«Wir müssen jetzt ums Verrecken Geld verdienen.» So lautet die derzeitige Devise von Schausteller Hanspeter Maier aka HP aka Chilbi- respektive Glühweinkönig. Das Frauenfelder Stadtoriginal will während der Krise nicht einfach dasitzen und Däumchen drehen. Er sagt:

«Ich muss etwas aufstellen, etwas tun.»

Sein nächstes Projekt trägt den Namen Winterzauber und gilt als Ersatz für seinen vielerorts beliebten Glühweinstand, den er jeweils zwischen Mitte November und Bechtelisnacht am prominent gelegenen Schlossberg in der Nähe zum Bahnhofplatz aufstellt.

Dass solche Trauben von Menschen wie in den vergangenen Jahren in dieser Glühweinsaison pandemiebedingt nicht möglich sein werden, zeichnete sich schon länger ab. «Deshalb haben wir auch nach einem alternativen Standort gesucht», sagt der umtriebige Maier. Und er hat ihn in Absprache mit Werkhofchef Markus Graf im Burstelpark gefunden.

Masken- und Sitzpflicht sowie Contact-Tracing

Der grosse Vorteil im Burstelpark sind die Platzverhältnisse, mit einer Fläche von zirka 840 Quadratmetern. «Die Leute wollen irgendwo hin, draussen ist das mit genügend Abstand auch möglich», sagt Maier. Eine Bewilligung für 100 Personen liege bereits vor. «Wir wollen nächsten Freitag starten», sagt Maier optimistisch. Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass derzeit die Regeln sich tagtäglich ändern könnten. «Wir haben unser angepasstes Schutzkonzept beim Kanton angereicht», sagt Maier. Jetzt hofft er, zeitnah grünes Licht zu erhalten.

Ohne strenge Massnahmen geht es auch im neuen Winterzauber im Burstelpark nicht. Wer bei Maier eine Tasse Glühwein trinken will, muss sich beim Eingangstor für die Rückverfolgbarkeit entweder elektronisch oder analog registrieren. Bis zu den aufgestellten Sitzplätzen herrscht Maskenpflicht.

«Wer am Stand einen Glühwein holt, muss ebenfalls eine Maske tragen. Ich habe ja auch eine dabei.»

Für Ordnung und einen geregelten Ablauf sorgt Security-Personal. «Wie viele dann am Schluss zugelassen sind, weiss ich doch nicht», sagt Maier und ergänzt: «Wir sind anpassungsfähig.»

Investiert in neuen und grösseren Glühweinstand

Als grossen Höhepunkt hat er am Freitag bereits sein neues und grösseres Glühweinhäuschen aufgestellt, das er extra in Leipzig hat bauen lassen. Das ganze Gelände deckt er mit Vlies ab, das mit Holzschnipseln gedeckt wird. «Wir stellen nebst dem Glühweinhäuschen Tische, einen kleinen Crêpestand, eine Abräumstation und WC auf», sagt Thomy Gysel, Mitarbeiter von Hanspeter Maier. «Und zwei Feuerstellen und Weihnachtsbäume», ergänzt Letzterer. Ziel sei es, dass es den Frauen gefalle. «Dann kommen die Männer auch», sagen sie und lachen.

Maier setzt seinen Plan nicht nur in die Tat um, sondern investiert dafür auch. «Im sechsstelligen Bereich», sagt er, ohne eine genaue Summe beziffern zu wollen. Seinen Winterzauber im Burstelpark will Maier so bald und so lange wie möglich betreiben – wenn es geht, bis Mitte Januar. «Wenn der Lockdown kommt, dann machen wir ihn halt wieder zu», sagt Maier und ergänzt: «Wir müssen etwas tun, trotz Risiko. Wir müssen Geld verdienen, ums Verrecken.»