Interview

«Eine solche Absage geht nicht spurlos an einem vorbei»: Die Macher des Open Air Frauenfeld erklären ihr Wechselbad der Gefühle

Wegen der Coronakrise fällt das Open Air Frauenfeld 2020 ins Wasser. Die lokalen Veranstalter Wolfgang Sahli und René Götz erklären im Doppelinterview ihr erlebtes Wechselbad der Gefühle, sie nehmen Stellung zu Vorwürfen und sie prognostizieren die Zukunft der Schweizer Festivallandschaft.

Samuel Koch
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Wolfgang Sahli, Verwaltungsratspräsident der First Event AG, und Geschäftsführer René Götz sitzen auf der Tribüne der Frauenfelder Allmend. Dort geht dieses Jahr erstmals seit 2007 kein Open Air Frauenfeld über die Bühne. Damals gastierte das Eidgenössische Turnfest in der Allmend.

Wolfgang Sahli, Verwaltungsratspräsident der First Event AG, und Geschäftsführer René Götz sitzen auf der Tribüne der Frauenfelder Allmend. Dort geht dieses Jahr erstmals seit 2007 kein Open Air Frauenfeld über die Bühne. Damals gastierte das Eidgenössische Turnfest in der Allmend.

(Bild: Andrea Stalder)

Endlich herrscht Gewissheit. Sind Sie nun auch ein wenig erleichtert?

Wolfgang Sahli: Von Erleichterung kann keine Rede sein. Zwar gibt uns das Verbot des Bundesrates jetzt Klarheit für den kommenden Sommer. Aber wir können heuer auf der Allmend keine temporäre Stadt errichten, wie wir es seit bald 20 Jahren tun. Das tut schon weh.

War aus Ihrer Sicht der negative Entscheid des Bundesrates vom Mittwoch nicht absehbar?

Sahli: Doch, klar. Deshalb haben wir Mitte März einen Ausgabestopp verhängt.

Trotz Krise lebte aber die Hoffnung weiter, doch noch ein Festival durchzuführen, allenfalls halt mit weniger Besuchern.

Deshalb sind wir jetzt schon auch enttäuscht.

René Götz: Eine solche Absage geht nicht spurlos an einem vorbei.

Mit der Rechtssicherheit folgen jetzt etliche Vertragsauflösungen?

Götz: Viele Künstler aus Übersee haben ihre Tourneen wegen der unsicheren Lage sowieso schon abgebrochen. So führen wir jetzt Gespräche mit den Agenten und lösen die Verträge in gegenseitigem Einverständnis und ohne offene Forderungen wegen höherer Gewalt auf.

Das Gespräch findet im Innern der Frauenfelder Pferderennbahn statt.

Das Gespräch findet im Innern der Frauenfelder Pferderennbahn statt.

(Bild: Andrea Stalder)

Ähnlich dürfte es mit den vielen Lieferanten geschehen?

Sahli: Wir wollen niemanden im Stich lassen und spüren einen grossen Rückhalt seitens Stadt Frauenfeld mit dem Werkhof, der Armasuisse als Landeigentümerin und seitens der vielen Lieferanten wie Gerüst- und Bühnenbauer oder Getränkelieferanten. Vor mehreren Wochen wussten wir noch nicht, ob und wie es weitergeht.

Trotzdem gab es nicht ein einziges Streitgespräch.

Ziel war es, dass wir uns einigen und uns gegenseitig noch in die Augen schauen können.

Dann gibt’s jetzt ein Nullsummenspiel für alle?

Sahli: Das ist utopisch. Aber wir wollen offene Rechnungen noch begleichen, damit wir mit denselben Partnern in die Zukunft schreiten können.

Götz: Da sind übers vergangene Jahr hohe Kosten angefallen, unter anderem für Planung und Marketing. Wir leben nicht nach dem Prinzip, die Letzten beissen die Hunde, sondern begleichen alle offenen Rechnungen. So lässt sich der Verlust von drei bis fünf Millionen Franken erklären, was rund einem Drittel unseres jährlichen Budgets entspricht.

Das bleibt existenzbedrohend?

Sahli: Ja, wie bei allen anderen Gewerbetreibenden auch.

Sie beantragen beim Kanton finanzielle Unterstützung. Warum?

Sahli: Weil auch wir als Grossveranstaltung Anrecht haben, dass man uns unter die Arme greift. Das Open Air macht die Stadt Frauenfeld, den Kanton Thurgau und die ganze Schweiz seit Jahren mit einer Selbstverständlichkeit weltweit bekannt.

Jetzt braucht es für die Bewältigung dieser einmaligen Krise die Hilfe des Staates, mit einer fairen Risikoverteilung.

Götz: Wir generieren alleine mit unseren konsumierenden Besuchern auf der Allmend jährlich eine Wertschöpfung von rund 15 Millionen Franken. Zudem profitieren von dieser Kette viele regional verankerte Firmen, die uns seit Jahren zur Seite stehen.

Sahli: Ausser Frage steht für uns, dass wir als Unternehmer und Inhaber einen Teil des Risikos tragen müssen, etwa mit Reserven oder mit Auszahlungsstopp von Dividenden.

Können Sie das Unverständnis eines Steuerzahlers nachvollziehen, dass öffentliche Gelder nun zu Unternehmern fliessen, die jahrelang Gewinne eingefahren haben?

Sahli: Nein, überhaupt nicht. Vermutlich hat dieser Steuerzahler von uns profitiert, weil wir in den vergangenen Jahren viel Steuern bezahlt haben. Ich habe mich in einem gut funktionierenden System wie der Schweiz nie nur über eine Steuerrechnung beklagt. Zudem kannst Du nur Steuern bezahlen, wenn Du Geld verdienst.

Götz: Wir bezahlen seit Jahren viel Steuern, in Frauenfeld und im Thurgau. Ausserdem geniessen wir keine finanzielle Unterstützung durch die Behörden wie andere Festivals in der Schweiz. Wir haben immer unsere Rechnungen bezahlt.

Sahli: Wir haben bei der Beteiligung von Live Nation vor drei Jahren auch darauf beharrt, dass der Firmensitz in Frauenfeld bestehen bleibt.

Marteria und Casper bei ihrem Auftritt auf der South Stage. (Bild: Andrea Stalder)
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Marteria und Casper bei ihrem Auftritt auf der South Stage. (Bild: Andrea Stalder)
Marteria und Casper bei ihrem Auftritt auf der South Stage. (Bild: Andrea Stalder)
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Marteria und Casper bei ihrem Auftritt auf der South Stage. (Bild: Andrea Stalder)
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Marteria und Casper bei ihrem Auftritt auf der South Stage. (Bild: Andrea Stalder)

Wie verkraften Sie den Verlust?

Sahli: Da müssen wir nach einer Lösung suchen, sobald die Unterstützung durch die Behörden klar definiert ist. Diese Gespräche müssen wir jetzt führen, nachdem der Bundesrat die Leitplanken festgelegt hat. Ich denke übrigens, dass die fünf vom Kanton versprochenen Millionen nicht ausreichen.

Götz: Wir müssen alle aufeinander zugehen. Denn niemand ist schuld, dass dieses Virus jetzt da ist.

Ein Konkurs stand nie zur Debatte?

Sahli: Nein. Wir können doch nicht nach all den Jahren wegen dieser Krise einfach den Kopf in den Sand stecken und dann zum Konkursamt rennen. Entweder sind wir Unternehmer, oder wir sind Unterlasser. Letzteres wollen wir nicht sein.

Welche Noten erhält die Politik von Ihnen für ihr Krisenmanagement?

Sahli: Die Politik hat sich sehr gut verhalten, zumal der Bundesrat vor der schier unmöglichen Aufgabe steht, einerseits die Gesundheit zu schützen und andererseits die Wirtschaft nicht komplett an die Wand zu fahren.

Götz: Wir haben leider lange nicht das nötige Gehör bekommen und drängten mit dem Branchenverband der Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter SMPA und der IG Kultur darauf, endlich Klarheit zu haben. Trotzdem möchte ich festhalten, dass das klare Verbot des Bundesrates vom Mittwoch für uns nicht zu spät gekommen ist. Wir können damit leben und konzentrieren uns jetzt voll auf das Festival 2021.

Haben Sie deshalb versucht, Druck aufzubauen?

Sahli: Der Verband, ja. Zu Recht.

Götz: Der Kulturbereich in sich ist schon extrem komplex. Und die Festivalbranche toppt das noch. Deshalb benötigte es für das Verständnis für unsere Branche zuerst Lobbyarbeit.

Inwiefern hat die Zusammenarbeit mit Live Nation Früchte getragen?

Sahli: Der grösste Partner überhaupt hat uns primär geholfen, wieder grosse Namen wie Eminem nach Frauenfeld zu lotsen, die auch bezahlbar sind. Das Festival an sich organisieren seit jeher wir selbst, die First Event AG. Das war übrigens auch die Abmachung gegenüber den Behörden, dass die Organisation beim bewährten Team bleibt.

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Sie sagten damals, viele Festivals würden nicht überleben.

Sahli: Die Schweiz ist das grösste Veranstaltungskarussell mit der grössten Eventdichte der Welt.

Wir sind an der Spitze mit dabei, dank jahrelanger Aufbauarbeiten eines Geschäfts, das wir damals mit roten Zahlen übernommen haben. Und an der Spitze wollen wir auch weiterhin mitmischen.

Götz: Wir sind krisenerprobt und gehen seit Jahren mit diesen unerwarteten Risiken um. Das ist Teil des Geschäfts.

Weltweiter Boom, stark steigende Gagen: Irgendwann musste es ja mal wieder abwärtsgehen?

Götz: Niemand konnte erahnen, dass uns dieses Virus so hart treffen wird. Wir rechnen jetzt insgesamt mit einer Abflachung, was viele Festivals nicht überleben werden. Das wiederum wirkt sich auf die Programme, die Tourneen der Künstler und die Gagen aus.

Sahli: Das Open Air Frauenfeld wird weiterhin existieren. Die Frage ist, wie viele Anbieter ein solches Festival noch auf die Beine stellen können.

Corona akzentuiert also die Krise?

Sahli: Mit Sicherheit. Für viele bricht das Geschäft weg. Aber gleichzeitig hoffe ich, dass Corona zu einer Aussortierung beiträgt.

Götz: Wir sind jedenfalls optimistisch, dass das Open Air Frauenfeld 2021 wieder durchgeführt werden kann.

Sahli: Ein Impfstoff wird uns helfen. Einen solchen wirtschaftlichen Schaden kann sich die Welt kein zweites Mal leisten.

Wolfgang Sahli und René Götz mit der Frauenfelder Allmend im Hintergrund. Dort geht dieses Jahr erstmals seit 2007 kein Open Air Frauenfeld über die Bühne. Damals gastierte das Eidgenössische Turnfest in der Allmend.

Wolfgang Sahli und René Götz mit der Frauenfelder Allmend im Hintergrund. Dort geht dieses Jahr erstmals seit 2007 kein Open Air Frauenfeld über die Bühne. Damals gastierte das Eidgenössische Turnfest in der Allmend.

(Bild: Andrea Stalder)

Wie entwickeln sich die Gagen?

Sahli: Ich rechne mit der spannenden Situation, dass gerade Künstler mit teurerem Lebenswandel aufgrund der Krise lieber mit etwas weniger auskommen. Hauptsache es fliesst wieder Geld.

Götz: Bisher wollten Künstler immer weniger auftreten und mehr Geld kassieren. Zudem lassen sich die grössten Künstler nur noch über Tourneen buchen, die mehrere Festivals miteinander finanzieren müssen.

Sahli: Deshalb mussten wir im vergangenen Jahr den Privatjet einer Künstlerin bezahlen, was uns jeweils einen Schrecken einjagt. Wir verpflichten lieber einzelne Künstler direkt. Und nächstes Jahr werden alle häufiger auftreten wollen. Das ist unsere Hoffnung, dass die Maschinerie wieder ins Rollen kommt.

Cardi B. (Bild: Andrea Stalder)
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Future-Konzert von der Hebebühne aus fotografiert. (Bild: Andrea Stalder)
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Cardi B. (Bild: Andrea Stalder)

Nun dauert das Open Air Frauenfeld 2021 einen Tag länger. Wie ist das gelungen?

Sahli: Die Behörden und die Armasuisse haben uns diese Zusage für diese Ausnahme im nächsten Jahr innert kürzester Zeit als Krisenhilfe erteilt.

Götz: Das hilft auch vielen von unseren Lieferanten, die in all dieser Zeit zu guten Partnern geworden sind, diese Krise zu überstehen und mit Vorfreude aufs nächste Jahr hin zu arbeiten.

Sahli: Und sie hilft unseren Gästen, die am ersten Tag mit einem besonderen Künstler ein einmaliges Erlebnis bekommen.

Götz: Mit dem Besuch dieser Headline-Show à la Hallenstadionkonzert helfen uns die Fans viel mehr, als wenn sie uns einen Teil der Ticketkosten spenden.

Sahli: Wir wollen keine Spenden, weil es derzeit sehr vielen Menschen noch viel schlechter geht als uns.

Sie bewegen sich in einem extrem volatilen Geschäft: Träumen Sie davon, morgens als einfacher Handwerker zu erwachen?

Sahli: Nein. Wir lieben unsere Arbeit, auch weil wir die richtige Crew an unserer Seite wissen.

Wir sind das einzige Team, das innert kürzester Zeit mit einem Wasser- und einem Stromanschluss temporär eine ganze Stadt aufbaut. Das macht mich extrem stolz.

Zudem macht uns stark, dass wir seit fast 20 Jahren nach vorne schauen. Das machen wir nun seit Mittwochnachmittag um 15 Uhr wieder.

Götz: Das bringt uns zum Open Air Frauenfeld 2021, für welches wir wiederum ein gutes Programm zusammenstellen wollen. Und wir haben ja jetzt sogar etwas länger Zeit als sonst.

Was machen Sie vom 9. bis 11. Juli?

Sahli: Ich werde sicherlich einen Moment nachdenklich und traurig sein. Noch mehr aber werde ich mich freuen, dass es nächstes Jahr noch besser wird. Trotz Krise sind alle sehr motiviert, um 2021 ein tolles Festival abzuliefern.

Götz: Dem kann ich mich nur anschliessen. Wir lassen sicher einiges Revue passieren, aber blicken voller Tatendrang nach vorne.

Nach dem Interviews fahren Sahli und Götz im parkierten VW Käfer Cabrio, wegen des schlechten Wetters mit geschlossenem Dach, davon.

Nach dem Interviews fahren Sahli und Götz im parkierten VW Käfer Cabrio, wegen des schlechten Wetters mit geschlossenem Dach, davon.

(Bild: Andrea Stalder)

«Schwarzer Tag für Musikfestivals»: Keine Open Airs in St.Gallen und Frauenfeld, kein Summerdays in Arbon – so reagieren die Verantwortlichen

Der Bundesrats-Entscheid bezüglich Grossveranstaltungen ist da: Die grossen Ostschweizer Musikfestivals können wegen Corona nicht stattfinden. Die Enttäuschung der Verantwortlichen ist gross. Das Open Air Frauenfeld will dafür im Jahr 2021 mit einem Mega-Festival auftrumpfen, und die St.Galler Verantwortlichen hoffen, dass möglichst viele ihr Ticket fürs nächste Jahr behalten.