«Wir haben in unserem Wald noch lange Holz zur Verfügung»: Bürgergemeinde Pfyn will ihre Wärme an Nachbarn abgeben

In Pfyn gibt es Pläne für einen Holzwärmeverbund. Jetzt läuft eine Machbarkeitsstudie. Resultate sollen bis Ende Jahr vorliegen.

Samuel Koch
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Bürgergemeindepräsident Stefan Rechberger und Hauswart Thomas Herzog zeigen vor dem wertvollen Gut einen Plan mit Liegenschaften, die für den Holzwärmeverbund in Frage kommen.

Bürgergemeindepräsident Stefan Rechberger und Hauswart Thomas Herzog zeigen vor dem wertvollen Gut einen Plan mit Liegenschaften, die für den Holzwärmeverbund in Frage kommen.

Bild: Samuel Koch

Die Wärme liegt quasi vor der Haustüre. Und sie wächst wieder nach. Diese optimale Ausgangslage findet die Bürgergemeinde Pfyn mit ihrem eigenen Wald vor, wozu sie mit einer Stückholzheizung ihre Liegenschaft an der Poststrasse 23 beheizt und darin jährlich rund 20 Ster Holz verfeuert.

«Wir haben in unserem Wald auf einer Fläche von zirka 180 Hektaren noch lange viel Holz zur Verfügung», sagt Bürgergemeindepräsident Stefan Rechberger. Deshalb gleist die Bürgergemeinde nun einen Holzwärmeverbund auf.

Auch Interessenten ausserhalb des Perimeters

Vor kurzem hat sie in Pfyn – vor allem im Umkreis der Poststrasse – eine Umfrage gestartet, welche Liegenschaftseigentümer Interesse für die Teilnahme an einem solchen Verbund zeigen. Rechberger sagt:

«Von den 50 Feedbacks haben 16 Interesse, 20 weitere können sich eine Beteiligung vorstellen.»

Trotz mässigen Rücklaufs gibt es weitere Zusagen von Eigentümern ausserhalb des vorgesehenen Perimeters. Dort stellt sich für die Bürgergemeinde die Frage, ob sich eine Leitung zu einer entfernten Liegenschaft lohnt. «Das hängt vom Leistungsmeter ab», sagt Rechberger und betont, dass er auf möglichst viele hofft, die zu Gunsten von klimaneutraler Energie auf den Zug des Pfyner Holzwärmeverbunds aufspringen.

Ähnliche Kooperationen sind im Thurgau nicht neu, so betreiben etwa Private in Felben-Wellhausen oder die Bürgergemeinde in Islikon einen ähnlichen Verbund.

Politische Gemeinde will sich auch anschliessen

Eine Firma aus Islikon ist es auch, die derzeit im Auftrag der Bürgergemeinde Pfyn eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, um Erkenntnisse über Wärmebedarf, Anlagengrösse oder Kostenschätzung zu erhalten. Rechberger sagt:

«Die Studie soll zeigen, inwiefern sich der Bau einer neuen Schnitzelheizung lohnt.»

Sie soll anstelle der Scheune neben der Liegenschaft an der Poststrasse 23 entstehen. Derzeit geht die Bürgergemeinde mindestens von einer sechsstelligen Investition aus. Unterstützung erhält sie von der Politischen Gemeinde, die sich ebenso an den Wärmeverbund anschliessen will. Ende Jahr sollen die Resultate der Studie vorliegen. Rechberger freut sich: «Dann wissen wir mehr.»

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