«Wir erhielten Unterstützung aus allen Bevölkerungsschichten»: Fischinger Initiative zu strikteren Regeln für Mobilfunkantennen kommt zu Stande

Das Kommitee hat seit Anfang Juni 478 Unterschriften gesammelt. Voraussichtlich im November wird die Gemeindeversammlung über die Initiative entscheiden.

Roman Scherrer
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Das Initiativkomitee mit Matthias Münst, Martin Dönni, Matthias Kreier und Heidi Hosp übergibt Gemeindepräsident René Bosshard die gesammelten Unterschriften.

Das Initiativkomitee mit Matthias Münst, Martin Dönni, Matthias Kreier und Heidi Hosp übergibt Gemeindepräsident René Bosshard die gesammelten Unterschriften.

(Bild: Roman Scherrer)

410 brauchten sie. Und 478 Unterschriften haben die Fischinger Initianten gesammelt. Damit ist klar: Das kommunale Volksbegehren, welches striktere Regeln für den Bau von Mobilfunkantennen vorsieht, kommt zu Stande. Die obligatorische Bestätigung des Gemeinderats dürfte nur noch Formsache sein. Das Initiativkomitee mit Heidi Hosp, Martin Dönni, Matthias Kreier und Matthias Münst konnte Gemeindepräsident René Bosshart am Donnerstagabend die Unterschriftenbögen überreichen.

Mit ihrem Anliegen wollen sie Mobilfunkantennen nicht grundsätzlich verbieten. Allerdings sollen die Sendemasten auf Gemeindegebiet nur in Ausnahmefällen ausserhalb von Gewerbezonen zu stehen kommen und das Orts- oder Landschaftsbild nicht beeinträchtigen.

Der Gemeinderat wird zudem verpflichtet, von den Mobilfunkanbietern deren Netzplanung für jeweils drei Jahre einzufordern. Die Information an die Bevölkerung über geplante Antennen sei ihnen besonders wichtig, betonen die Initianten.

Mehr als ein Fünftel der Fischinger Stimmbürger steht hinter diesen Forderungen. «Die Leute sind sich in dieser Sache einig», beurteilt Heidi Hosp die Anzahl Unterschriften. «Wir erhielten Unterstützung aus allen Bevölkerungsschichten», ergänzt Matthias Kreier. Wohl auch, weil viel Unsicherheit in Bezug auf die Langzeitfolgen der Mobilfunkstrahlung bestünde.

Corona und Ferien waren Herausforderungen bei der Unterschriftensammlung

Dennoch stellte sich den Initianten auch eine unvorhersehbare Herausforderung, erklärt Matthias Münst:

«Wegen Corona konnten wir nicht persönlich Unterschriften sammeln.»

Deshalb habe man die Unterschriftenbögen an alle Haushalte verteilt. Pandemiebedingt konnte die Sammelfrist auch erst Anfang Juni starten, fügt Martin Dönni an. «Und dann kamen schon bald die Sommerferien.»

Laut Gemeindepräsident René Bosshart ist es wahrscheinlich, dass die Stimmbürger an der kommenden Gemeindeversammlung vom 19. November über die Initiative befinden werden. «Das ist Basisdemokratie in Reinform», sagt er zur gelungenen Unterschriftensammlung und erklärt:

«Der Gemeinderat hat Verständnis für das Anliegen der Initianten.»

Deshalb werde die Behörde mit dem neuen Baureglement das sogenannte Kaskadenmodell einführen. Dieses priorisiert Bauzonen hinsichtlich des Baus von Antennen, wobei die am wenigsten bewohnten Zonen oberste Priorität haben. So dürften in Fischingen künftig striktere Regeln für die Sendemasten gelten, selbst wenn die Initiative an der Gemeindeversammlung scheitern sollte.

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