Winzer Stark will Müller-Thurgau stärken

Der Thurgauer Ständerat Jakob Stark will Müller-Thurgau als einzige Bezeichnung von Riesling-Silvaner durchsetzen.

Margrith Pfister-Kübler
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Nina Wägeli macht den besten Müller-Thurgau der Schweiz. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Nina Wägeli macht den besten Müller-Thurgau der Schweiz. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Die Erfolgsgeschichte der Thurgauer Winzer wurde am Montagabend im Vinorama Ermatingen zelebriert. Zu feiern gab es 51 Auszeichnungen. Errungen wurden sie an der Zürcher Expovina-Messe, dem Grand Prix du Vin Suisse des Branchenverbands Vinea, ausserdem an der Internationale Weinprämierung Zürich und dem in Deutschland verliehenen Internationalen Bioweinpreis.

Regierungspräsident Jakob Stark und gewählter Ständerat, selbst Hobbywinzer, erinnerte an die Fête des Vignerons in Vevey, wo mit dem Slogan «Thurgovie: bien plus que des pommes» geworben wurde. Dieser Slogan müsse ergänzt werden mit: «Wir im Thurgau, nous avons aussi du très bon vin.» Stark versprach, dass er sich in Bern dafür einsetzen werde, dass jeglicher Riesling-Sylvaner künftig ausschliesslich als «Müller-Thurgau» auf dem Markt erscheint.

Max Wellauer, Vorstandsmitglied Branchenverband Thurgauweine, berichtete über ein Verbandsprojekt: «Wir wollen ein Haus des Thurgauer Weines einrichten, wo die Thurgauer Winzer ihre Weine präsentieren können.» Man sei in Kontakt mit dem Haus des Bündner Weins und dem Haus des St. Galler Weins. Ein möglicher Standort sei das Vinorama in Ermatingen.

Mehltau und Fäulnis beeinträchtigen Ernte 2019

Ueli Bleiker, Chef des kantonalen Landwirtschaftsamtes, nannte den Thurgau ökologisch einen Leuchtturm, der auf LED gewechselt habe und deshalb noch heller leuchte. Das Rebjahr 2019 habe Mehraufwand wegen Mehltau und Fäulnisbefall gefordert. Positiv würden die Massnahmen gegen die Kirschessigfliege greifen, trotz grosser Population.

Als Königin des Abends wurde Nina Wägeli gefeiert, deren Hüttwiler Renaissance nicht nur Gold, sondern als «Bester Müller-Thurgau der Schweiz» gekürt ist. «Es ist eine grosse Ehre. Ich bin überwältigt», sagte Nina Wägeli mit Blick auf ihre Eltern, Hanspeter und Vreni Wägeli.

Hier die Ausgezeichneten mit Gold: Bioweingut Lenz Uesslingen: zweimal Grosses Gold und vier Gold; DiVino, Neunforn, ein Gold, Haag Weine Hüttwilen; zwei Gold; Heierli/Jung (Grichtsstubewy Ermatingen), ein Gold. Rutishauser Weinkellerei AG Scherzingen; zwei Gold; Schmidweine Schlattingen, vier Gold; Weinbau Wägeli Buch ein Gold und bester Müller-Thurgau. Weingut Wolfer, Weinfelden, vier Gold. WeinkellerSH, Bürgerwy Diessenhofen, ein Gold.