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Windenergie-Pläne im Thurgau: Kritik weht aus Bern und Konstanz

Die Stiftung Landschaftsschutz stemmt sich gegen drei Windenergiegebiete, die der Thurgau in den Richtplan aufnehmen will. Auch Konstanz äussert Bedenken.
Sebastian Keller
Ein Windkraftwerk im Kanton Graubünden. (Bild: Benjamin Manser)

Ein Windkraftwerk im Kanton Graubünden. (Bild: Benjamin Manser)

Die Zeilen lesen sich wie eine Liebeserklärung. «Der Kanton Thurgau verfügt über eine ausserordentlich schöne und abwechslungsreiche Landschaft mit der Uferlandschaft längs des Bodensees und des Rheins, den sanften Hügeln und breiten Flusstälern und der stark bewaldeten Berglandschaft im südwestlichen Teil des Kantons.» Das schreibt die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz in einer Medienmitteilung von Dienstag.

Doch die Organisation mit Sitz in Bern will sich dem Thurgau nicht an den Hals schmeissen. Vielmehr wehrt sie sich gegen drei Windenergiegebiete, die der Kanton in den Richtplan aufnehmen will. Insgesamt sechs Gebiete sind für die Windenergienutzung geeignet.

Die Windenergiegebiete Salen-Reutenen, Cholfirst und Ottenberg sind der Stiftung ein Dorn im Auge. Ein Kritikpunkt ist die Nähe zu Siedlungen – so gebe es in fast allen vorgesehenen Gebieten Probleme mit der Nähe «der riesigen Windturbinen» zu den Siedlungen.

Zum Gebiet Salen-Reutenen schreibt die Stiftung: «Ein Windpark auf dem Seerücken würde die geschützte Landschaft schwer beeinträchtigen und deren Integrität quasi zerstören.» Zudem sei die Landschaft um Salen-Reutenen ein bedeutendes Naherholungsgebiet. Konfliktpotenzial bestehe zudem mit Brut- und Zugvögeln.

Beim Windenergiegebiet Ottenberg befürchtet die Stiftung: «Die Silhouette des Ottenbergs mit seinen schönen Rebbergen am Südabhang würde durch die Windanlagen an allen vorgesehen Standorten zerstört.»

Nicht fundamental gegen Windenergie

«Wir sind nicht generell gegen Windenergie», sagt Josef Rohrer von der Stiftung auf Anfrage. «Wo aber Windräder die Landschaft zu stark beeinträchtige, werden wir aktiv.» Das habe man auch schon in anderen Kantonen getan. So etwa in der Westschweiz, wo man bezüglich Windenergie bereits weiter sei. Gegen die weiteren drei Windenergiegebiete, die der Richtplan im Thurgau vorsieht, übt die Stiftung maximal Detailkritik.

Kritik gegen das Gebiet Salen-Reutenen schwappt auch aus dem grenznahen Ausland in den Thurgau. Laut «Südkurier» hat das Landratsamt Konstanz ebenfalls Stellung gegen einen möglichen Windpark auf dem Seerücken bezogen.

Die Konstanzer seien in «Sorge um das Welterbe», titelt die Lokalzeitung. «Denn die hohen Windräder mit ihrer deutlich wahrnehmbaren Fernwirkung auf die Umgebung führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der äusseren Gesamterscheinung des Unesco-Weltkulturerbes Insel Reichenau.» Die Deutschen befürchten gar, die Reichenau könnte wegen Thurgauer Windräder den Status als Unesco-Weltkulturerbe verlieren.

Gegenwind auch im südlichen Kantonsteil

Die Stellungnahmen aus Bern und Konstanz dürften nicht die einzigen bleiben. Gegen das Windenergiegebiet Salen-Reutenen hat sich unlängst eine Bürgerbewegung formiert; auch in den Gemeinden Wuppenau und Braunau steht ein möglicher Energiepark in starkem Gegenwind. Bis Donnerstag ist das Zeitfenster für Stellungnahmen noch offen.

Wie viele bereits eingegangen sind, wollte das Amt für Raumentwicklung auf Anfrage am Dienstag nicht sagen.
Im November 2018 hatte der Thurgauer Regierungsrat das Richtplankapitel Windenergie öffentlich bekannt gemacht. Laut Zeitplan dürfte sich der Grosse Rat Mitte des laufenden Jahres über das heisse Eisen im Richtplan beugen.

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