«Windanlagen Ja, aber nicht bei uns»: Sirnacher Grossratskandidaten präsentieren sich am Podium der Interpartei

Die Kandidaten konnten unter anderem ihre Meinung zum Windanlagenprojekt auf der Hochwacht und zu Wil West äussern.  

Urs Nobel
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Zehn der 14 Sirnacher Kandidatinnen und Kandidaten nahmen am Podium im «Löwensaal» teil. Rechts im Bild: Roger Piberauer von der Interpartei und Moderator Willy Nägeli.

Zehn der 14 Sirnacher Kandidatinnen und Kandidaten nahmen am Podium im «Löwensaal» teil. Rechts im Bild: Roger Piberauer von der Interpartei und Moderator Willy Nägeli.

(Bild: Urs Nobel)

Nicht ganz alle waren dabei: Zehn von 14 Sirnacher Grossratskandidaten stellten sich am Mittwoch im Saal des Restaurants Löwen den Fragen des Moderators Willy Nägeli sowie jenen aus dem Publikum. Vorgängig hatten alle die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen und Werbung in eigener Sache zu machen.

Angeschnittene Themenfelder, zu denen die Kandidaten Stellung nehmen konnten, waren unter anderem Wil West, 5G oder das Windradanlagenprojekt Hochwacht. Ebenfalls auf dem Programm standen der Fluglärm im Hinterthurgau sowie persönliche Meinungen zum «Gretahype». Doch die letztgenannten beiden Themen wurden nicht angeschnitten. Am meisten zu diskutieren gab das Windradanlagenprojekt. Je etwa die Hälfte der Kandidaten sprachen sich für Windradanlagenprojekte aus, die andere Hälfte klar dagegen.

Einigkeit bestand darin, dass ein derartiges Projekt nicht auf der Hochwacht gebaut werden soll. Gemeindepräsident und Kantonsrat Kurt Baumann (SVP) brachte es auf den Punkt:

«Windanlagen ja, aber am richtigen Ort, also nicht bei uns.»

Sirnach/Littenheid lehne er nicht zuletzt deshalb ab, weil sich in Littenheid viele hochsensible Patienten befänden und man diesen solches nicht zumuten dürfe. Zudem würden solche Turbinen zu viel Siedlungsraum benötigen, was wiederum eine Zonenplanänderung der Gemeinde nach sich ziehen würde.

Vertrauen in technologischen Fortschritt

Interessant war die Aussage des ältesten Grossratskandidaten im Saal, Fredi Kuhn (SP). Er zeigte sich gegenüber möglichen Alternativen zur Energiebeschaffung weit offener und meinte deutlich:

«Wer A sagt, muss auch B sagen.»

Zudem zeigte sich Kuhn überzeugt, dass sich die Technologie stets verbessere und die Situation demnächst auch wieder anders aussehen würde.

Zum neuen Mobilfunkstandard 5G mussten sich die Kandidaten weniger mit ihrer persönlichen Meinung äusseren, als vielmehr informieren. Auch hierbei gab es mindestens eine interessante Äusserung. Gemeinderat Urs Schrepfer (SVP) informierte glaubhaft, dass wenige Masten stärkere Signale aussenden, als wenn es mehrere gäbe. «Diese würden dann nämlich entsprechend weniger ausstrahlen.»

Ein Thema, welches den beiden anwesenden Jungpolitikern Flavia Scheiwiller und Marc Rüdisüli (beide CVP) gelegen kam, war Wil West. Sie zeigten sich gegenüber dem Projekt positiv eingestellt und meinten, dass diese Vision einmal der nächsten Generation zugutekäme.

Schützenhilfe bekamen die Beiden von Andreas Schmidt (Grüne), der jedoch die Ansicht äusserte, dass der ganzen Thematik etwas Langsamkeit gut anstehen würde. Und er visualisierte seine Aussage mit einem sogenannten kleinen und grösseren Fussabdruck.

Die Veranstaltung wurde von der Interpartei Sirnach, unter dem Vorsitz von Roger Piberauer (FDP), durchgeführt. Die Klingen der Teilnehmer wurden zwar gekreuzt, allerdings auf sportlicher Art und Weise. Wer von den Kandidaten mehr zu sagen hatte, konnte das tun, wer weniger, war immerhin dabei und hatte eine gute Gelegenheit, sich den Stimmbürgern persönlich vorzustellen.