Wilen

Trotz Insolvenz der Adler Modehäuser AG: Modemarkt in Wilen ist weiterhin geöffnet

Die gute Nachricht nach dem Schock: Die Adler Mode AG Schweiz ist nicht direkt betroffen vom beantragten Insolvenzverfahren des deutschen Mutterhauses Adler Modehäuser AG. Die einzigen zwei Schweizer Adler-Läden in Wilen und Chur werden bis auf weiteres normal weitergeführt.

Hans Suter
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Weiterhin geöffnet: Adler Mode an der Weidstrasse in Wilen.

Weiterhin geöffnet: Adler Mode an der Weidstrasse in Wilen.

Bild: Hans Suter

Es ist nicht der erste Textilhändler, dem die Coronapandemie zum Verhängnis wird. Der Insolvenzantrag der deutschen Adler Modehäuser AG lässt dennoch aufhorchen. Immerhin betreibt die Adler Modemärkte AG 172 Geschäfte, die meisten davon in Deutschland, Österreich und Luxemburg. In der Schweiz gibt es nur zwei Adler-Märkte: je einen in Wilen bei Wil und in Chur. Hinzu kommt ein Onlineshop. Beim Angebot liegt der Fokus auf der Altersgruppe ab 55 Jahren. Laut eigenen Angaben beschäftigt das 1948 gegründete Unternehmen insgesamt 3350 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von knapp einer halben Milliarde Euro.

Modemarkt in Wilen bleibt geöffnet

Der Modemarkt in Wilen liegt an gut frequentierter Lage zwischen dem Harddiscounter Lidl und dem Drogeriemarkt Müller. Obwohl offiziell an der Weidstrasse in Wilen gelegen, werden die Läden meistens von der Wiler Seite her über die Glärnischstrasse angesteuert. Wer sich Adler nähert, bemerkt schnell: Der Laden ist hell beleuchtet wie immer und die Tür geöffnet. Die Gründe sind schnell gefunden: Zum einen sind die zwei Schweizer Läden in Wil und Chur in eine eigene Aktiengesellschaft eingebettet, der Adler Mode AG Schweiz, und zum anderen befinden sich die Schweizer Läden im Gegensatz zu Adler-Modehäusern in anderen Ländern nicht im Lockdown. Wie eine Sprecherin auf Anfrage erklärte, werden die zwei Schweizer Modehäuser von Adler weiterhin geöffnet bleiben. Wie es in den anderen Ländern aussieht, ist noch ungewiss.

Lockdown wurde Adler zum Verhängnis

Als Grund für die Insolvenz führt das deutsche Unternehmen aus Haibach bei Aschaffenburg die erzwungene Schliessung fast aller der rund 170 Geschäfte in der Coronapandemie seit Dezember an. Das habe zu einem neuerlichen Umsatzeinbruch und einer Liquiditätslücke geführt, erklärte Adler am Sonntagabend. Es sei nicht gelungen, frisches Geld von Investoren oder Staatshilfen zu bekommen. «Die erneute coronabedingte Schliessung fast aller Standorte hat uns leider keine andere Wahl gelassen», sagte Vorstandschef Thomas Freude gegenüber der österreichischen Zeitung «Der Standard». «Wir werden alles dafür tun, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und Adler schnellstmöglich zu sanieren und wieder in eine positive Zukunft zu führen.»