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Wieder Wind in den Haaren dank Mobilitätsprojekt in Gachnang

In der Casa Sunnwies in Islikon ist seit kurzem eine Elektro-Velo-Rikscha stationiert. Betagte und behinderte Menschen können sich mit dem Gefährt des Vereins «Zmittag und Diakonie» herumfahren lassen.
Andreas Taverner
Gemeinderat Karl Ringenbach chauffiert Otto Meier und dessen behinderte Tochter mit der Elektro-Rikscha. (Bild: Andreas Taverner)

Gemeinderat Karl Ringenbach chauffiert Otto Meier und dessen behinderte Tochter mit der Elektro-Rikscha. (Bild: Andreas Taverner)

Für Andrea Waltenspül war der vergangene Freitag, der 13., ein Glückstag. An dem Abend vor bald einer Woche konnte die Gachnanger Gemeinderätin des Projekt «Radeln ohne Alter» dem Verein «Zmittag und Diakonie» übergeben. Das Projekt ermöglicht älteren Personen, umsonst eine Ausfahrt in die Umgebung zu erleben, und zwar auf einer Rikscha, die im Alterszentrum Casa Sunnwies Islikon stationiert ist, pilotiert von Freiwilligen.

Platz für einen Piloten und zwei Passagiere

Wie Mathias Wenger, Dorfarzt von Gachnang, erklärte, stamme die Idee für solche Ausfahrten ursprünglich aus Dänemark. Der Gedanke dahinter sei, dass Hochbetagte oder auch Behinderte für einmal wieder den Wind in den Haaren spüren sollen, da die meisten nicht mehr Velofahren können. Dazu kommen im Projekt die speziell dafür gefertigte Elektro-Rikscha zum Einsatz, mit der zwei erwachsene Passagiere sicher und komfortabel chauffiert werden können.

Von anonymer Stiftung finanziert

Nebst der erwünschten Kontaktpflege der älteren Passagiere mit dem meist jüngeren Fahrern sei laut Wenger auch eine positive Auswirkung auf demente Personen nachgewiesen. Die Kosten von 20000 Franken für die Elektro-Velo-Rikscha hat eine gut dotierte Thurgauer Stiftung übernommen, die aber anonym bleiben will. Das Alterszentrum in Islikon stellt den Parkplatz für das Gefährt und eine Plattform für Reservierungen bereit.

Der ehemalige Flugkapitän und Gemeinderat von Gachnang, Karl Ringenbach, leitet das Projekt «Radeln ohne Alter Gachnang». Gleichzeitig engagiert er sich ehrenamtlich bei der Ausbildung der Fahrer, auch Piloten genannt. Die ersten Passagiere, Silvia Scheck und Antoinette Guerrero, chauffierte Andreas Bürgi sicher vom Start bei der Casa Sunnwies über die Bahndammstrasse über die Hauptstrasse und zurück. Nachdem die Rikscha über zwei Stunden ausgiebig getestet worden war, sagte Sunnwies-Geschäftsleiter Christian Heusser: «Ich hätte nie gedacht, dass so viele Personen die Einladung für Testfahrten annehmen würden.»

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