Glosse

Wieder so ein teurer Leerlauf

Im Thurgau wählt sich der Regierungsrat selber, schreibt Silvan Meile, TZ-Redaktor Ressort Thurgau, in einer Glosse.

Silvan Meile
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Silvan Meile, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Thurgau.

Silvan Meile, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Thurgau.

Bild: Reto Martin

Die Thurgauer Regierung hat den Nachfolger von Jakob Stark bestimmt: Er heisst Urs Martin, beide SVP. In einer gemeinsamen Information auf der kantonalen Webseite haben die wiederantretenden Regierungsräte die Bevölkerung darüber in Kenntnis gesetzt.

Gleichzeitig sind auf Instagram bereits die ersten Bilder von Urs Martins Wahlapéro aufgetaucht. Er feierte an der Sternenbar bei der Mittelstation der Weisshornbahn in Arosa. Die Freude war überschwänglich.

Das Thurgauerlied soll von den Gästen derart laut angestimmt worden sein, dass es bis in die Lenzerheide die Bündner aus dem Mittagschlaf riss.

Zur eingeschworenen Politgruppe am Apéro an der Schneebar hoch über Arosa gesellte sich auch SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr. Dafür getraute sich die Kämpferin gegen die Papizeit erstmals seit zwölf Jahren wieder mal auf die Skis. Ihr Understatement im nigelnagelneuen Skianzug war unmissverständlich: «Zieht euch alle warm an!» Werdende Väter ergriffen sofort die Flucht.

«Gemeinsam vorwärts – zusammen mit Urs Martin», heisst nun also das Ziel der Thurgauer Regierung für die kommende Legislatur. Das ist einerseits eingängig und anderseits wiederverwertbar. Denn dieser Slogan lässt sich vor jeder personellen Änderung im Gremium mit nur kleinem Aufwand anpassen.

Obwohl sich der Thurgauer Regierungsrat bereits selber wählte, werden nun doch noch Wahlzettel in die Haushalte verschickt. So ein Leerlauf, empört sich der Bund der Steuerzahler. Was das wieder kostet!