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Das Gerüst ist wieder eingesackt
beim Spital-Neubau in Frauenfeld

Zum zweiten Mal innert eines Monats patzen Gerüstbauer auf der Baustelle des Thurgauer Kantonsspitals in Frauenfeld. Der Generalunternehmer verweist die Verantwortlichen wiederum von der Baustelle.
Thomas Wunderlin
Der Schaden ist sofort behoben worden: Baustelle des neuen Thurgauer Kantonsspitals in Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)
Das eingesackte Gerüst. (Bild: PD)
2 Bilder

Wieder sackt das Gerüst ein

Beim Neubau des Kantonsspitals Frauenfeld hat es am Freitag erneut einen Gerüstschaden gegeben. Bereits am 29. April ist das rund 30 Meter hohe Gerüst an einer Stelle eingesackt. Diesmal ist eine Stelle etwa 16 Meter weiter östlich betroffen, wie Wilhelm Rudolph, Ausführungsleiter der Generalunternehmung Steiner AG, mitteilt. Das Schadensbild gleiche dem früheren. Verletzt worden sei niemand. Die Suva sei informiert worden; sie habe das Gerüst sofort gesperrt. Alle notwendigen Sicherungsmassnahmen seien ergriffen worden, um das Gerüst zu stabilisieren. Dieses werde umgehend wieder instand gesetzt. Die Steiner AG hat gemäss Rudolph einen unabhängigen Gerüstsachverständigen beigezogen, der am Montag das gesamte Gerüst überprüfte. Zudem werde es von einem unabhängigen Statiker auf seine Standsicherheit untersucht. Betreten werden könne es erst, wenn sämtliche Mängel behoben seien und die Sachverständigen das Gerüst freigegeben hätten.

Von der Suva als vorbildlich ausgezeichnet

Die 1971 im nidwaldischen Buochs gegründete Gerüstbaufirma Lawil AG verfügt über 200 Mitarbeiter und zählt nach eigenen Angaben zu den grössten der Branche. Gemäss ihrer Homepage ist sie von der Suva als «vorbildliche Unternehmung Gerüstbau» ausgezeichnet worden. Der zuständige Geschäftsleiter Philipp Scherer ist diese Woche abwesend. «Zwei Mal ist der gleiche Seich passiert, der nicht sein dürfte», sagt ein Bauführer der für Frauenfeld zuständigen Lawil-Niederlassung Münchwilen. «Ein Temporärer hat die Anweisungen nicht eingehalten, die er von unserm Vorarbeiter erhalten hat», erklärt der Bauführer den zweiten Schadensfall. «Eigentlich ist er ein erfahrener Mann.» Bei der Demontage habe er zwei Gerüstscheiben gleichzeitig geöffnet, er hätte aber nur eine aufs Mal aufmachen dürfen – als Scheiben werden die einzelnen Unterteilungen eines Gerüsts bezeichnet, die durch vertikale Stützen begrenzt sind. In den Vorfall waren laut dem Bauführer drei weitere Personen involviert. Alle seien Temporärangestellte: «Sie arbeiten nie mehr für uns.» Sowohl der Generalunternehmer Steiner AG als auch die Lawil AG habe sie von der Baustelle verwiesen. Der Generalunternehmer hatte auch den Vorarbeiter, der für den Unfall vom 29. April verantwortlich war, umgehend von der Baustelle fortgeschickt. Auch damals war niemand verletzt worden.

Der Bauführer dementiert den Vorwurf eines Insiders, die Münchwiler Lawil-Niederlassung verfüge über zu wenige ausgebildete Gerüstbauer. Sie hätten 12 ausgebildete Festangestellte, nur einer sei ein Quereinsteiger. Dazu kämen nochmals etwa 15 ausgebildete Gerüstbauer eines Subunternehmers, der seit zehn Jahren für die Lawil arbeite.

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