Wie Weihnachten: Steuersenkung und positives Budget in Steckborn

An der Gemeindeversammlung in Steckborn herrscht eitel Sonnenschein. Der Souverän bewilligte Bau- und Projektierungskredit in Millionenhöhe - und senkt den Steuerfuss auf 60 Punkte.

Stefan Hilzinger
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Blick über Steckborn Richtung Deutsches Untersee-Ufer. (Bild: Olaf Kühne)

Blick über Steckborn Richtung Deutsches Untersee-Ufer. (Bild: Olaf Kühne)

Vor der Ehrung von Cornelia Bein als «Steckbornerin des Jahres 2018» behandelten die 154 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am Mittwoch in der Feldbachhalle den Voranschlag für 2019. Zum zweiten Mal in Folge schlug der Stadtrat eine Senkung des Steuerfusses vor.

Stadtpräsident Roger Forrer verwies unter anderem auf die 2,5 Millionen Franken Eigenkapital, welche die Stadtrechnung per Ende 2017 auswies. Für 2018 erwarte die Stadt Steuereinnahmen, die höher seien als budgetiert, obwohl der Satz schon für dieses Jahr von 66 auf 63 Prozent gesenkt wurde. Nun soll er nochmals um drei Punkte auf 60 Prozent fallen.

Solides Steueraufkommen

Das Budget 2019 rechnet bei einem Gesamtaufwand von 16,1 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 160'000 Franken. Dank weiterhin steigender Steuerkraft geht der Stadtrat davon aus, dass die Steuereinnahmen 2019 um lediglich 50'000 Franken tiefer sein werden als im laufenden Jahr.

Das Budget gab im Einzelnen zu keinen Diskussionen Anlass, ebenso wenig die beantragte Senkung des Steuerfusses. Die Versammlung sagte zu beidem einstimmig Ja.

Gut eine Million für Sanierung Zelgistrasse

Noch vor dem Budget brachte der Stadtrat zehn Objekt- und Projektierungskredite einzeln zur Abstimmung – alle passierten bei vereinzelten Gegenstimmen oder Enthaltungen. Insgesamt will der Stadtrat im kommenden Jahr 3,24 Millionen Franken (netto) investieren. Der grösste Brocken ist die Sanierung der Zelgistrasse für knapp 1,1 Millionen Franken. Ausserdem soll der westliche Teil der Haldenbergerstrasse für 730'000 Franken saniert werden.

Für die weitere Planung des neuen Sportplatzes Emmig will der Stadtrat nun 100'000 Franken aufwerfen. Auf Nachfrage eines Stimmbürgers sagte Bauverwalter Egon Eggmann, dass auch die benachbarte Parzellen in die weitere Planung einbezogen werde. Diesen Sommer war bekannt geworden, dass eine Gönnerin der Stadt Land für einen Sportplatz schenken will.

Weitere Gelder fliessen etwa in eine Beleuchtung des Fussweges zum Schloss Glarissegg (50'000 Franken) oder in eine neue WC-Anlage am Hafen (180'000 Franken). Eine Formsache war die Einbürgerung eines Deutschen und eines Ehepaars aus Schweden. Aller drei wohnen seit Jahrzehnten in Steckborn.
Eine Stimmbürgerin zeigte sich wenig begeistert, dass die Strassenlampen nachts nun eine Stunde länger brennen. Sie hätte sich in der Frage mehr Mitwirkungsmöglichkeit gewünscht. Stadtpräsident Forrer sagte, dass die Energiestadt-Kommission nochmals über die Sache beraten werde.