Nur ein Jahr nach der Abstimmung: Die Sanierung des Wängemer Gemeindehauses ist abgeschlossen

Das Wängemer Gemeindehaus ist fertig umgebaut. Nun steht der ehemalige Polizeiposten wieder leer.

Olaf Kühne
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Nach dem Umbau ist Holz von der Decke verschwunden, umrahmt nun aber beide Schalter.

Nach dem Umbau ist Holz von der Decke verschwunden, umrahmt nun aber beide Schalter.

Bild: Olaf Kühne

Wer das Wängemer Gemeindehaus ansteuert, bemerkt die Unterschiede erst auf den zweiten Blick: Die Fassade wirkt frischer, das Gebäude ist nun auch auf der dem Dorfzentrum zugewandten Seite beschriftet, die Aussentreppe hat ein neues Geländer, das Vordach zwei Oberlichter.

Ein guter Teil des vor einem Jahr an der Gemeindeversammlung regelrecht durchgewunkenen 1,5-Millionen-Kredites ist denn auch in die energetische Sanierung des 41-jährigen Baus geflossen. Sämtliche Fenster sind neu und die Aussenwand ist mit ihrer neuen Isolation 16 Zentimeter dicker.

Vor dem Umbau präsentierte sich das Gemeindehaus seit 1979 unverändert.

Vor dem Umbau präsentierte sich das Gemeindehaus seit 1979 unverändert.

Bild: Olaf Kühne

Ist die Renovation des Wängemer Gemeindehauses aussen also dezent ausgefallen, gilt für das Gebäudeinnere das Gegenteil: Es ist der sprichwörtliche Unterschied wie Tag und Nacht. Schon beim Betreten des Schalterbereichs zeigt sich, dass der Entscheid des Gemeinderates, mit dem Projekt eine Innenarchitektin zu beauftragen, richtig war. Ein stimmiges Farbkonzept geht mit massgeschneiderten dunklen Holzelementen Hand in Hand, die Möbel könnten auch in der Firstclass-Lounge eines Flughafen stehen.

Die Wängemer Gemeindeverwaltung hat sich aber nicht einfach mit viel Steuergeld eine neue Ästhetik gegönnt. Vielmehr ist die Funktionalität des Gebäudes in der Neuzeit angekommen. So ist beispielsweise ein Schalter höhenverstellbar und dadurch rollstullgängig – wie auch die Toilette im Erdgeschoss. Und das neue Besprechungszimmer erlaubt eine Diskretion im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern, die zuvor nicht gegeben war.

Thomas Goldinger Gemeindepräsident Wängi

Thomas Goldinger Gemeindepräsident Wängi

Bild: Olaf Kühne

Laut Gemeindepräsident Thomas Goldinger liegt die Bauabrechnung noch nicht vor. «Wir gehen aber davon aus, dass wir das Budget einhalten können», sagt er. So oder so kann der Umbau zum Teil aus Rückstellungen finanziert werden. Nebst dem Kreditantrag über 1,5 Millionen stimmte die Gemeindeversammlung auch der Entnahme von 350000 Franken aus der entsprechenden Spezialfinanzierung zu.

Als Glücksfall erwies sich zudem, dass die Kantonspolizei zuvor ihren Posten in Wängi aufgegeben hatte. Der nachträglich ans Gemeindehaus angebaute Betonbau stand leer und eignete sich perfekt als Übergangslösung für die Verwaltung während der Umbauarbeiten. Indes steht er jetzt wieder leer. Wie es mit ihm weitergeht, weiss Goldinger noch nicht. Er sagt: «Wir werden wohl im kommenden Jahr einen Mieter suchen.»