Wie Kantischülerin Andrina Hodel aus Homburg für ihre Maturaarbeit ihren eigenen Schlaf optimiert hat

Die Homburger Maturitätsschülerin Andrina Hodel besucht die Kantonsschule Frauenfeld. Für ihre Abschlussarbeit hat sie über ihren eigenen Schlaf geforscht.

Viola Stäheli
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Für ihre Maturaarbeit forschte Andrina Hodel über das Schlafen.

Für ihre Maturaarbeit forschte Andrina Hodel über das Schlafen.

Bild: Andrea Stalder

Am Abend müde ins Bett fallen und sich am Morgen über den Wecker ärgern: An die Zeit dazwischen wird kaum gedacht. Bei Andrina Hodel ist das aber anders. Die 19-Jährige Maturitätsschülerin an der Kantonsschule Frauenfeld hat sich bewusst mit dem Schlaf befasst. Die Homburgerin sagt:

«Ich betreibe intensiv Stabhochsprung. Als es um die Themenwahl für meine Maturaarbeit ging, wollte ich mich mit der Frage befassen, wie ich noch mehr aus meinen Trainings herausholen kann.»

So ist sie auf den Schlaf gekommen – denn für andere Regenerationsmassnahmen reicht die Zeit nebst der Vollzeitschule nicht aus. «Der aufwändigste Teil der Arbeit war die Literaturrecherche», sagt Hodel. Rund zehn Bücher hat sie in ihre Arbeit einfliessen lassen und daneben noch weitere Quellen verwendet.

Und dieses Wissen hat die Schülerin auch praktisch angewendet: Sie stellte vier Hypothesen auf, mit denen sie ihren Schlaf verbessern wollte. «Es ist allerdings nicht so leicht, zu messen, ob man tatsächlich besser schläft. Das ist subjektives Empfinden», sagt Hodel.

Einfacheres Aufstehen durch Schlafen in Zyklen

Sie hat das Problem mit Schlafprotokollen gelöst: Am Abend reflektierte sie darin den Tag und welche Leistungen sie in der Schule und im Training erbracht hatte. Am Morgen notierte sie sich, wie sie die Nacht empfunden hatte.

«Drei Wochen habe ich die Schlafprotokolle geführt, ohne zu versuchen, die Hypothesen umzusetzen. Danach habe ich mich drei Wochen an die Hypothesen gehalten und die Protokolle geführt. So konnte ich die Daten vergleichen», sagt Hodel. Aber sie fügt auch an, dass eine dreiwöchige Zeitspanne nicht ausreiche. «Ich hätte mehr Zeit gebraucht.»

Trotzdem ist Hodel zu Ergebnissen gekommen. Besonders eine Hypothese hat sich bewährt: Ein Schlafzyklus dauert jeweils 90 Minuten (siehe Infokasten). Hodel hat versucht, das Erwachen auf das Ende eines Zyklus zu legen – ihre gesamte Schlafdauer musste folglich durch 90 Minuten teilbar sein.

«Ich habe fünf oder sechs Zyklen eingeplant, also eine gesamte Schlafdauer von sieben Stunden und 30 Minuten respektive neun Stunden. Folglich bin ich immer ins Bett, wenn ich noch genau sieben Stunden und 45 Minuten oder neun Stunden und 15 Minuten bis zum Klingeln meines Weckers hatte. Die Einschlafphase dauert 15 Minuten.»

Und tatsächlich fiel der 19-Jährigen das Aufstehen am Morgen leichter. Im Training, dass immer abends stattfindet, merkte sie allerdings keinen grossen Unterschied. «Meine Erklärung ist, dass sich das Schlafen in Zyklen vor allem in der ersten Tageshälfte auswirkt. Am Abend spürt man die Belastung des Tages», sagt Hodel.

Für das Training hat sich aber eine andere Hypothese ausgezahlt: Dank einem Mittagsschlaf – einem sogenannten Powernap – fühlte sich Hodel im Training mental fitter. «Ich möchte deshalb weiterhin einen Powernap vor dem Training einlegen. Und ich darf nun sogar einen Raum nutzen, wo ich mich hinlegen kann. Das ist etwas bequemer, als am Tisch schlafen zu müssen», sagt Hodel lachend.

Phasen des Schlafens

Während des Schlafens wird ein 90-minütiger Zyklus durchlaufen, der sich bis zum Aufwachen wiederholt. Nach dem Einschlafen, was ungefähr 15 Minuten dauert, tritt die Leichtschlafphase ein. Dieser folgt die Phase des Tiefschlafs. Danach gelangt man zurück in den Leichtschlaf und anschliessend in die Traumphase. Nach der Traumphase erwacht man für zwei bis drei Minuten, ohne dass man sich daran am nächsten Morgen erinnern kann. Anschliessend wiederholt sich der Zyklus und die Phase des Leichtschlafes beginnt erneut. (vst)