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Inspiriert von schwimmenden Rochen: Sirnacher entwirft Stuhl für Wettbewerb

Der 23-jährige Elias Julian Kopp ist Industriedesigner. Vom Wasserkocher über Ringe bis hin zu Gläsern hat er schon so einiges kreiert. Nun hat er für den «Interio Design Contest» einen Stuhl entworfen.
Miranda Diggelmann
Elias Julian Kopp mit dem Styropor-Modell seines Stuhls «Mobula Chair». (Bild: PD)

Elias Julian Kopp mit dem Styropor-Modell seines Stuhls «Mobula Chair». (Bild: PD)

Das Skizzenbuch ist sein liebster Freund und treuster Begleiter. Jungdesigner Elias Julian Kopp lässt sich täglich von seiner Umwelt inspirieren, hält seine Ideen für nächste Projekte stets in schnellen Skizzen fest.

Der 23-Jährige studiert derzeit an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. Industrial Design nennt sich sein Studiengang. Der Sirnacher hält immerzu Ausschau nach Wettbewerben, an denen er seine Arbeiten einreichen kann. «Dabei geht es nicht in erster Linie ums Gewinnen, sondern viel mehr darum, zu zeigen, was man kann», sagt Kopp.

«Der ‹Mobula Chair›, so habe ich meinen Stuhl für den Wettbewerb benannt, ist nicht die erste Sitzgelegenheit, die ich entworfen habe.»

Erst kürzlich konnte der Jungdesigner wieder an einem Wettbewerb teilnehmen. Für den «Interio Design Contest», der noch bis Ende November läuft, hat Elias Julian Kopp einen Stuhl entworfen. «Das Einrichtungshaus veranstaltete diesen Sommer zum zweiten Mal einen Design-Wettbewerb. Dieses Jahr mit der Thematik Stuhl.» Der Contest sei nahezu perfekt für ihn, da er eher auf junge Designer ausgerichtet ist und sich Kopp in der Vergangenheit bereits mit Sitzobjekten auseinandergesetzt hat. «Der ‹Mobula Chair›, so habe ich meinen Stuhl für den Wettbewerb benannt, ist nicht die erste Sitzgelegenheit, die ich entworfen habe.»

Das System hinter dem Design

Für den Interio Design Contest konnte man bis zum 20. August drei Entwürfe einreichen. Kopps einziger Entwurf wurde zusammen mit elf weiteren Designs von einer Fachjury für die zweite Runde des Wettbewerbs auserlesen. «Am Design meines Stuhls habe ich rund zwei bis drei Wochen gearbeitet, in reinen Arbeitsstunden ausgerechnet.» Schon früh habe er damit begonnen, sich Gedanken über das Design zu machen. Dabei ging Kopp, der heute in Basel wohnhaft ist, systematisch vor: «Als Erstes habe ich mir überlegt, welche Voraussetzungen mein Stuhl erfüllen soll. Früh war mir klar, dass er komplett aus Massivholz sein soll.»

Ausserdem soll Kopps Mobula Chair eine entschleunigende Wirkung im urbanen, stressigen Alltag haben, er soll Sinnlichkeit, Ruhe, Behaglichkeit, Leichtigkeit und eine architektonische Klarheit ausstrahlen, ohne den Bezug zur Natur zu verlieren.

«Als ich diese Grundsätze aufgestellt habe und sie mir anschliessend im Kontext angesehen habe, ist mir das Bild eines schwimmenden Rochens durch den Kopf gegangen. Dieser hat eine so beruhigende, traumhafte, fast mystische Wirkung und bewegt sich scheinbar schwebend und leicht durch das Wasser.» Der Rochen sei später auch die formale Inspiration für Elias Julian Kopps Stuhl gewesen. Die Grundidee des Rochens widerspiegle sich vor allem in der Architektonik der Rückenlehne und der Sitzfläche. Deshalb auch der Name des Stuhls: Mobula ist eine Gattung von Teufelsrochen.

Letzte Vorbereitungen für die Prämierung

Vorschriften für den Stuhl, sei es Material oder Farbe, habe es von Interio nicht gegeben. «Er musste lediglich in die Produktreihe von Interio passen und eine Zielgruppe von jungen Leuten in kleineren Haushalten im urbanen Raum ansprechen.» Der Mobula Chair besteht aus Eschenholz, das sich durch seine Beständigkeit, Elastizität und Biegefestigkeit auszeichnet. Kopps Ziel war es, seinen Stuhl trotz Massivholz leicht wirken zu lassen. Deshalb habe er an Sitz- und Rückenfläche Verjüngungen angebracht, die dem Stuhl eine moderne und unverfälschte Leichtigkeit geben sollen.

«Ich bin sehr zufrieden mit meinem Endprodukt, da es meiner Meinung nach alle Grundsätze, die ich mir vorgenommen habe, erfüllt», sagt Elias Julian Kopp. Seine Chancen am Contest einzuschätzen, sei trotzdem schwierig. «Die Meinung der Jury ist subjektiv, die kann ich nicht beeinflussen.» Bis zur Prämierung an der Designmesse «blickfang» in Zürich, die vom 23. bis 25. November stattfindet, hat Kopp nun noch Zeit, einen Prototyp des Stuhls zu fertigen. Wie der Prototyp genau umgesetzt werden soll, sei derzeit noch in Abklärung.

Insgesamt gibt es am Interio-Wettbewerb drei Preise zu gewinnen: den Jury-, den Publikumsvoting- und den Produktionspreis. «Wenn ich Glück habe, könnte mein Stuhl sogar in das Sortiment von Interio aufgenommen werden. Das wäre schon sehr cool», sagt der gelernte Innendekorateur.

«Meine Passion gilt der Reduktion aufs Wesentliche. Es begeistert mich, einen grösseren Kontext auf eine einzige, simple Idee herunterzubrechen.»

Elias Julian Kopp arbeitet bereits an nächsten Projekten. Auf dem Plan steht eine Produktfamilie aus verschiedenen Trinkgläsern und Karaffen, ein Bürostuhl und Lampen – diese im Rahmen einer Schularbeit. «Beim Designen bewege ich mich vor allem im Gebiet von Möbeln. Alles, was mit Leben und Wohnen zu tun hat, fasziniert mich», so Kopp. «Meine Passion gilt der Reduktion aufs Wesentliche. Es begeistert mich, einen grösseren Kontext auf eine einzige, simple Idee herunterzubrechen.»

Derzeit arbeitet Elias Julian Kopp nebst dem Studium an Freelancer-Aufträgen. Nach dem Studium will der junge Industriedesigner, den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Hinweis
Bis zum 20. November kann für Elias Julian Kopps «Mobula Chair» auf der Interio-Website unter folgendem Link gevotet werden: www.design.interio.ch.

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