Glosse

Dank ihrer innovativen Gemeinde fühlen sich Eschliker wie auf Sizilien

Südsicht auf Crossiety, Mobility und die innovativste Idee des Coronajahres.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Eschlikon ist eine innovative Gemeinde. Crossiety, Mobility, Coworking Space, Eschlikon Valley und weiss der Geier was sonst noch. Wer solcherlei zu bieten hat, muss innovativ sein. Keine Frage. Nur schon, weil eigentlich alles, was einen englischen Namen hat, sowieso innovativ ist. Darüber hinaus hat die Gemeinde vergangenes Jahr den Smart City Innovation Award gewonnen. Was das ist, wissen wir auch nicht. Aber es muss innovativ sein. Weil englisch.

Zugegeben, wir haben an dieser Stelle auch schon gelästert über Eschlikons Innovationsfreude. Nie böse, immer liebevoll. Es kommt auch nicht wieder vor, versprochen. Denn mit ihrer neuesten Aktion hat die Gemeinde nicht nur Innovationsfreude bewiesen, sondern eine geradezu durchschlagende Innovationskraft.

Aber der Reihe nach. An den moralischen Zeigefinger, wir sollen gefälligst nicht nach Deutschland einkaufen gehen, haben wir uns längst gewöhnt. Corona hat uns obendrauf die moralische Faust gebracht: Macht Ferien in der Schweiz! Geht nicht ins Ausland! Schon gar nicht in den Süden, in diesen Brutherd der Pandemie.

Geblieben ist das Fernweh. Das wollte Eschlikon seinen Bürgern nicht zumuten. Am Ziegeleiweiher einen Badestrand anlegen, liess leider das Budget nicht zu. Aber Eschlikon – bekanntlich innovativ – kippte flugs Chlor ins Trinkwasser. Und es wirkt: Die Eschliker fühlen sich nun schon am Morgen beim Zähneputzen wie in den schönsten Sommerferien auf Sizilien. Fehlt eigentlich nur noch eine englische Bezeichnung für diese Innovation.