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Wetterfest auf Zeitreise am Mittelaltermarkt in Pfyn

Die Teilnehmer des Mittelaltermarktes des Vereins All Artia beim Hof im Emmerig oberhalb von Pfyn werden sich daran erinnern, wie sie knöcheltief im Sumpf steckten und wegen Brandgefahr trotzdem kein Feuer machen durften.
Christine Luley
Eine als Magd gekleidete Teilnehmerin mit ihrem Husky am mittelalterlichen Markt. (Bild: Andrea Stalder)

Eine als Magd gekleidete Teilnehmerin mit ihrem Husky am mittelalterlichen Markt. (Bild: Andrea Stalder)

Auf dem Parkplatz weist ein Wikinger die Autos ein. Im Zeltdorf ausserhalb von Pfyn haben sich historisch gewandete Menschen breitgemacht. Grund des nicht alltäglichen Treibens ist der vierte Mittelalterliche Markt des Vereins All Artia. Eine junge Frau stapft barfuss durch den Schlamm und hält den Saum ihres langen Kleides hoch. Die Gugel, eine kapuzenartige Kopfbedeckung, schützt ihre Haare und Schultern.

«Google gab’s schon im Mittelalter»

witzelt ein Beobachter. Roland Stauffer baut Trommeln. 45 Fassdauben aus Eichenholz benötigt er für ein Exemplar. Sie werden nicht mit Feuer und Wasser gebogen, sondern mit einer Wölbung geschnitten, damit das Holz keine Spannung aufweist. Die im Wasser eingelegten Kuhhäute verwendet der Mann aus Basel für die Bespannung. Das regnerische Wetter fordert Marek Krähenbühl und sein OK-Team heraus. Ein Traktor bringt Strohballen. Arbeiter schaffen damit Wege auf dem Marktgelände. Krähenbühl lobt die Hilfsbereitschaft des Besitzers und des Pächters vom Hof im Emmerig.

Ein Sehschlitz für die Augen

In der Taverne ist neben dem Wetter auch das Feuerverbot ein Thema. «Wir beachten die Vorschriften und stellen das Mittelalter so nahe dar, wie es geht», sagt der Schmied aus Oberneunforn. So gibt es abends keine Lagerfeuerromantik und statt Kerzen eine Notbeleuchtung mit LED. «Das tut der Stimmung keinen Abbruch und der Zusammenhalt der Gruppe ist unglaublich gross», bekräftigt Krähenbühl. «Was zieh ich heute an», ist für die Söldner des «Waffenbundes 1209» kein Thema. «Der Gambeson schützt durch die Polsterung gegen stumpfe Schläge und wird unter dem 25 Kilogramm schweren Kettenhemd getragen», erklärt Hauptmann Wilhelm von Bechburg. Martialisch sieht der Topfhelm mit dem Sehschlitz für die Augen aus. Die beim Zelteingang liegenden Holzzoccoli, die Trippen, werden zum Schutz gegen den Dreck unter die Lederschuhe oder Stiefel geschnallt. Man merkt: Daher kommt der Ausdruck «trippeln».

Pfyn TG - Impressionen vom Mittelalter Festival Allartia Pfyn.
Pfyn TG - Impressionen vom Mittelalter Festival Allartia Pfyn.
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Pfyn TG - Impressionen vom Mittelalter Festival Allartia Pfyn.
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Pfyn TG - Impressionen vom Mittelalter Festival Allartia Pfyn.
Pfyn TG - Impressionen vom Mittelalter Festival Allartia Pfyn.
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Pfyn TG - Impressionen vom Mittelalter Festival Allartia Pfyn.
Pfyn TG - Impressionen vom Mittelalter Festival Allartia Pfyn.
Pfyn TG - Impressionen vom Mittelalter Festival Allartia Pfyn.
20 Bilder

Auf Zeitreise am mittelalterlichen Markt All Artia in Pfyn

Neben dem Zelt von Eric Widmer sitzen Falken auf einer Stange. Der naturwissenschaftliche Präparator aus St. Gallen Kappel ist Falkner und führt eine Greifvogelpflegestation. «Das ist Jack», sagt er, und deutet auf den auf seiner unbehandschuhten Hand sitzenden Jagdfalken. Ganz ruhig betrachtet dieser aus seinen gelb umrandeten schwarzen Augen die Besucherin. Eric Widmer ist edel gewandet. Im Hochmittelalter trugen die Männer statt der Hosen eine Bruoch, boxershortsähnlichen Unterhosen mit an Hüfthöhe geknüpften Beinlingen. «Davon leitet sich das ‹Paar› Hosen ab», erklärt er. Das Untergewand nennt sich Cotta und darüber kommt die Surcotta, sie ist aus roter Wolle und mit Leinen gefüttert. Eine Gruppe Spielleute sorgt für Unterhaltung. Spontan gesellen sich die drei Sängerinnen von Vox Damselbart dazu und stimmen in «Tourdion» ein: «Quand je bois du vin clairet». Das macht Durst und der lässt sich mit Met löschen. Zudem wird dem Honigwein Kraft gegen die unterschiedlichsten Krankheiten zugesprochen.

Weg von König Friedrich II führte durch den Thurgau

Das vierte Erlebniswochenende des Vereins All Artia stand unter dem Motto «Der Königsweg Friedrich II». Historischer Hintergrund ist die Reise des 17-Jährigen, angehenden Königs und späteren Kaisers im Jahr 1212 von Rom nach Mainz. Es ist davon auszugehen, dass er dabei auf der alten Reichsstrasse durch Pfyn gezogen ist. Laut Eric Widmer schlossen sich einem solchen Tross nebst Rittern auch Händler, Handwerker, Falkner und Gaukler an. Vermutlich hat der König im September in Pfyn sein Lager aufgeschlagen. Die Besucher des Mittelaltertreffens erhielten einen Einblick ins Leben von damals. Im November wurde Friedrich II in Frankfurt am Main zum König gewählt und wenige Tage später in Mainz vom Erzbischof von Mainz gekrönt. (clu)

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