Werkhof Amriswil steht im Gegenwind

Regierungsrätin Carmen Haag verteidigt den neuen Werkhof
in Amriswil: Dieser liege im Herzen des östlichen Kantonsteils.

Sebastian Keller
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Der Kanton Thurgau hat bereits mit der Stadt Amriswil Land getauscht.  Darauf soll ein kantonaler Werkhof entstehen.

Der Kanton Thurgau hat bereits mit der Stadt Amriswil Land getauscht.  Darauf soll ein kantonaler Werkhof entstehen.

(Bild: Reto Martin, 28.12.2018)

Der Kanton plant im Schrofen bei Amriswil einen Werkhof – als Ersatz für jenen in Kesswil, Jahrgang 1974. Eine demokratische Hürde hat die Schaltzentrale für den Strassenunterhalt bereits genommen: Am 10. Februar 2019 sagten die Amriswiler Stimmberechtigten deutlich Ja zu einem Landabtausch.

 Walter Knöpfli , SVP-Kantonsrat aus Kesswil.

 Walter Knöpfli , SVP-Kantonsrat aus Kesswil.

(Bild: Donato Caspari)

Im Grossen Rat scheint der Werkhof nicht unbegrenzt Kredit zu geniessen. Das zeigte die Diskussion über die Interpellation «Neuer Werkhof Tiefbauamt wieder auf grüner Wiese?». Eingereicht von SVP-Kantonsrat Walter Knöpfli (Kesswil). In der Beantwortung schrieb die Regierung, der neue Werkhof in Amriswil habe keinen direkten Zusammenhang mit den BTS und der OLS.

In der Debatte sagte Knöpfli: «Wenn schon der neue Werkhof nicht mehr relevant für den Betrieb von BTS und OLS ist, so kann auch der jetzige Werkhof saniert werden.» Knöpfli erinnert daran, dass jener in Kesswil vor rund 50 Jahren im Hinblick auf die T13 gebaut wurde; diese Strasse wurde nie gebaut. In diesem Bewusstsein appellierte Knöpfli, mit dem Neubau zuzuwarten.

Jost Rüegg (GP, Kreuzlingen) forderte, dass der Kanton auf den Standort Kesswil zurückkommen solle. Hans Eschenmoser (SVP, Weinfelden) wiederum findet, es müsse bei einem Auszug aus Kesswil sichergestellt werden, dass das alte Gebäude weitergenutzt werden könne. «Sonst wird ein Neubau schwierig.» Viktor Gschwend (FDP, Neukirch-Egnach) wusste zu berichten, dass der Feuerwehrzweckverband plane, die Räume in Kesswil zu nutzen. Er bat den Kanton darum, abzuklären, ob nicht ein Werkhof für die Unterhaltsbezirke 1 und 2 reichen würde.

Baudirektorin Carmen Haag.

Baudirektorin Carmen Haag. 

(Bild: PD)

Das sprach auch Daniel Frischknecht (EDU, Romanshorn) an. «Zwei Werkhöfe mit nur einem Dorf dazwischen befremdet sehr.» Knöpfli rechnete bereits vor, dass der heutige Werkhof Sulgen nur sechs Kilometer vom Standort Schrofen entfernt liege. Robert Meyer (GLP, Eschlikon) befand, eine Zusammenlegung sei möglich. Baudirektorin Carmen Haag widersprach: «Eine weitere Reduktion der Unterhaltsbezirke ist schwierig.» So seien die vier Werkhöfe bereits heute für je rund 200 Kilometer Strasse zuständig. Zudem liege Amriswil im Herzen des Unterhaltsbezirkes 1. «Kesswil liegt peripher.»

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