Wer mit wem Cüpli trinkt

ResTZucker: Am WEF in Davos sind gesittete Treffen zwischen wichtigen Persönlichkeiten Sinn und Zweck der Übung. Im Thurgau dagegen muss man aufpassen, mit wem man wo anstösst. 

David Angst
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David Angst.

David Angst. 

(Bild: Ralph Ribi)

Bald schon beginnt in Davos wieder das «World Economic Forum», wo sich die good und bad guys dieser Welt zum Gedankenaustausch treffen. Wobei der Anteil der good guys immer kleiner wird. So nehmen beispielsweise US-Präsident Trump und der iranische Aussenminister Mohammed Sahif am WEF teil. Es gehört zum existenziellen Konzept des WEF, dass Leute, die einander am liebsten abmurksen würden, sich dort die Hand reichen und vielleicht sogar zusammen ein Cüpli trinken. Weshalb dies «economic» sein soll, verschliesst sich dem Laien.

Etwas unfair erscheint in diesem Kontext die Kritik, die der Thurgauer Regierungsrat diese Woche einstecken musste, weil er sich, so wurde es dargestellt, mit der Führung der Herzklinik zum Cüpli-Trinken trifft. Im Thurgau ist es offenbar – im Gegensatz zum WEF – geradezu verpönt, mit umstrittenen Personen Cüpli zu trinken. Die Regierung musste sich jedenfalls so einiges anhören.

Deutlich weniger delikat als die Teppichetage des Herz-Zentrums ist in dieser Hinsicht der Neujahrsapéro der TKB – weil dort schätzungsweise 90 Prozent der Gäste ehrbare Bürger sind. Trotzdem tauchte Regierungsrat Walter Schönholzer sicherheitshalber jedes Mal unter, wenn ein Fotograf in die Nähe kam. Vermutlich war er immer noch traumatisiert von der grossrätlichen Cüpli-Schelte.

Etwas mutiger war Monika Knill. Sie liess sich zwischen David H. Bon und Dominik Diezi ablichten. Den grössten Imageschaden hat sie damit verhindert. Bei Bon ist weniger die Frage, wie umstritten er sei, sondern, ob er nächstes Jahr überhaupt noch eingeladen wird. Jetzt, wo er auch noch das FDP-Präsidium abgibt.

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