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Pilze: Wer in der Region Frauenfeld lange sucht, der findet

Pilzler müssen aktuell viel Geduld mitbringen, wenn sie sich in den Wäldern auf die Suche machen. Giftige Pilze gibt es trotzdem. Deshalb warnt Pilzkontrolleurin Monika Weber vor Pilz-Apps.
Rahel Haag
Bestandesaufnahme: Pilzkontrolleurin Monika Weber mit einer Schleiereule, einem Speisepilz, in Müllheim. (Bild: Reto Martin 12. Oktober 2017)

Bestandesaufnahme: Pilzkontrolleurin Monika Weber mit einer Schleiereule, einem Speisepilz, in Müllheim. (Bild: Reto Martin 12. Oktober 2017)

«Schwierig», sagt Monika Weber auf die Frage nach der aktuellen Pilzsaison. Seit 16 Jahren kontrolliert die Pilzsachverständige in Müllheim die Funde von Pilzlern aus der Region. Momentan bringen sie lediglich fünf bis sechs Pilze zur Kontrolle. «Man findet einiges, aber wenig», sagt Weber. Und, dass man suchen müsse.

Schuld daran ist das Wetter. Es sei zu warm und zu trocken. Das sehe man den wenigen Pilzen auch an. «Viele weisen Hitze- oder Trockenschäden auf», sagt Weber. Als Beispiele nennt sie aufgesprungene Pilzhüte und gespaltene Stiele. Letzteres komme vor allem bei den dicken Steinpilzstielen vor.

«Man kann unmöglich alle Pilze kennen»

Auf der anderen Seite gebe es Pilze, die durch den warmen Sommer begünstig sind. Vor kurzem habe eine Kundin einen Röhrling vorbeigebracht. «So einen habe ich selber bisher noch nie gefunden», sagt Weber. Deshalb habe sie ihn auch nicht direkt bestimmen können. «Man kann unmöglich alle Pilze kennen.» Das müsse auch ihren Kunden klar sein. In solchen Fällen greife sie zu Hause zum Pilzbuch und informiere den Finder telefonisch. Zweimal sei das in dieser Saison vorgekommen. Beim Röhrling handelte es sich um einen Aprikosenfarbenen Röhrling. «Er kommt in Mitteleuropa relativ selten vor», sagt Weber, «und ist deshalb zu schonen.»

Die «Fröglipilze», wie Weber sie nennt, seien für sie besonders spannend. Mit dem Begriff meint sie eben jene Pilze, welche die Finder nicht selber bestimmen können. Von ihnen gebe es diese Saison relativ viele. Die Pilzler hätten Geduld, sprich: «Sie suchen so lange, bis sie etwas gefunden haben.» Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass man die Pilze in einem separaten Gefäss, getrennt von den Speisepilzen, sammle und zur Kontrolle bringe. Viele ihrer Kunden würden vorab Nachforschungen anstellen, um was für einen Pilz es sich handeln könnte. «Vorschlüsseln», nennt es Weber. Bei ihr in der Kontrolle folge dann die Bestätigung oder Korrektur.

Zudem warnt die Pilzkontrolleurin in Zeiten von Smartphones vor Pilz-Apps. «Sie sind mit Vorsicht zu geniessen», sagt Weber, «und ersetzen den Kontrolleur nicht.» Denn obwohl es aktuell nicht sonderlich viele Pilze gebe, «Giftpilze gibt es immer.» Vor kurzem habe sie beispielsweise einen Grünen Knollenblätterpilz entdeckt. Dieser sei tödlich giftig.

Kurzzeitige Steinpilzschwemme

Viel braucht es aber nicht, dass die Pilze aus dem Boden schiessen. «Nach den Niederschlägen Ende August, Anfang September gab es eine Steinpilzschwemme», sagt Weber. Auch Hexenröhrlinge und Krause Glucken seien häufig vorgekommen. «Allerdings nur für kurze Zeit.» Zudem seien die Pilze schnell gealtert. «Man hätte sie morgens ernten müssen, abends waren sie jeweils schon zu alt», sagt die Pilzsachverständige. Auch das sei eine Folge von Trockenheit und Hitze. Ein ähnliches Phänomen habe sie bereits im Rekordsommer 2003 beobachtet.

Fragt man Monika Weber nach den besten Plätzen, um Pilze zu suchen, antwortet sie «im Wald» und lacht. Pilzler seien «Geheimnistuer» und würden nie ihre Plätzchen verraten. Anfängern empfiehlt sie deshalb Bücher zu lesen und Kurse zu besuchen. Jeder Pilz brauche andere Voraussetzungen. Weber spricht unter anderem von kalkhaltigen Böden. «Und dann muss man lernen, den Wald zu lesen.»

Pilzkontrollen in Müllheim und Lanzenneunforn

Monika Weber kontrolliert noch bis am 4. November Pilze. Am Mittwoch sowie Samstag finden die Kontrollen jeweils von 17 bis 17.30 Uhr im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung Herdern in Lanzenneunforn und am Sonntag ebenfalls von 17 bis 17.30 Uhr im Schulungsraum im ersten Stock des Feuerwehrdepots in Müllheim statt. Bei grossem Andrang bleiben die Kontrollstellen länger geöffnet. Für Einwohner der Gemeinden Berlingen, Herdern, Homburg, Hüttwilen, Mammern, Müllheim, Steckborn und Raperswilen ist die Kontrolle kostenlos. Auswärtige bezahlen einen Unkostenbeitrag von fünf Franken pro Kontrolle. (rha)

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