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Wenn der Einbrecher keiner ist: Skurrile Polizeieinsätze im Thurgau

Von vergesslichen Nacktbadern und tollpatschigen Dieben: Neben der Routine gibt es
aussergewöhnliche Situationen, die Fingerspitzengefühl der Kantonspolizei Thurgau erfordern.
Dinah Hauser
Ein Vater transportierte die Seifenkiste mitsamt Sohn im Schlepptau. (Bild: Kapo TG)

Ein Vater transportierte die Seifenkiste mitsamt Sohn im Schlepptau. (Bild: Kapo TG)

Die Polizei: Freund und Helfer, in jeder Lebenslage. Dass die Kantonspolizei Thurgau in wirklich fast allen Situationen zur Stelle ist, beweisen einige aussergewöhnliche Einsätze:

Ende August meldete jemand der Notrufzentrale, dass ein nackter Mann beim Seeufer in Romanshorn nach der Polizei rufe. Der Mann und sein Kollege hatten ausgiebig dem Alkohol gefrönt und wollten dann – mitten in der Nacht – im See baden. Also deponierten sie ihre Kleider und Wertsachen auf einer Parkbank und sprangen nackt ins Wasser. Nach der Abkühlung waren die Kleider dann verschwunden. Einer der Männer verlor die Fassung und fing an, herumzuschreien.

«Im Rahmen einer rekordverdächtig kurzen Suchaktion kamen die vermissten Kleider wieder zum Vorschein. Und zwar auf genau derselben Parkbank, auf der sie vor dem Baden hingelegt worden waren», sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Auf Facebook amüsierten sich die Leute ob der skurrilen Geschichte.

«Wir nehmen jede Meldung ernst», sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, «es ist aber schön, wenn ein Einsatz auch einmal mit einem Schmunzeln zu Ende geht.»

So in der Region Kreuzlingen: Eine Frau wollte ihr Auto zum Garagisten bringen. Sie stellte das Gefährt vor der Garage ab, schloss die Tür und warf den Schlüssel in den Schlüsselkasten. Doch dann der Schreck: Das Kleinkind sitzt noch im Auto. «Zum Glück kannte einer der Polizisten vor Ort den Garagisten», sagt Graf. Dieser konnte da den Schlüssel rasch aus dem Kasten holen.

Ein weiteres Beispiel, das böse hätte enden können, aber glimpflich ausgegangen ist: Im Oktober wollte ein Portugiese die Seifenkiste von seinem zehnjährigen Sohn transportieren. Kurzerhand nahm er ein Seil und schleppte die Seifenkiste mitsamt Sohn über die öffentlichen Strassen. «Auch wenn das witzig aussehen mag: Diese Schleppaktion im Samstagsverkehr ist nicht nur verboten, sondern auch sehr gefährlich», meldet die Polizei. Der Vater wurde bei der Staatsanwaltschaft verzeigt.

Eine Autodiebin steckte versehentlich ihre Beute in Brand. (Bild: Kapo TG)

Eine Autodiebin steckte versehentlich ihre Beute in Brand. (Bild: Kapo TG)

Auch Fahrzeugdiebe haben Pech: Im Juli wollte eine 35-jährige Frau in Amriswil gegen Mitternacht ein Auto entwenden. Dabei erzeugte sie beim nicht abgeschlossenen Auto einen Kurzschluss, um es zu starten. Kurz darauf schlugen Flammen unter der Motorhaube hervor. Die Feuerwehr Amriswil konnte den Brand löschen.

In einem anderen Fall konnten die Polizisten eine Frau aus einer misslichen Lage befreien: Die Frau wurde als vermisst gemeldet, als sie nicht zur Arbeit erschien. Aus ihrer Wohnung waren aber Geräusche zu hören. Die Frau hatte sich zuvor ein Hundezimmer eingerichtet, in dem die Tiere sich tagsüber aufhalten konnten. Damit die Hunde die Türe nicht aufmachen können, hatte sie die innere Türfalle demontiert. Dies wurde ihr zum Verhängnis, als sie im Zimmer war und ein Hund die Türe schloss.

Glimpflich ausgegangen war auch ein gemeldeter Brand. Eine Nachbarin sagte der Notrufzentrale, sie sehe Flammen im Innern der Wohnung. Die Feuerwehr stellte dann fest, dass der Brand per Knopfdruck gelöscht werden konnte: Ein Mann war vor seinem Fernseher eingeschlafen. Dieser zeigte das Bild eines lodernden Kaminfeuers.

Einige Einbrecher entpuppen sich als Bewohner, die im Dunkeln etwas suchen. (Bild: Getty)

Einige Einbrecher entpuppen sich als Bewohner, die im Dunkeln etwas suchen. (Bild: Getty)

Vermeintlicher Streit war Liebesspiel

Einige aussergewöhnliche Einsätze treten häufiger auf. So kann sich ein vermeintlich lauter Streit in einer Wohnung als Liebesspiel entpuppen oder der Einbrecher ist gar keiner, sondern der Bewohner, der mit der Taschenlampe versucht die Sicherung wieder reinzudrehen. Auch für Fehlalarme sorgen Firmen-Grillfeste. Zieht schlechtes Wetter auf, würden sie häufig in Richtung Gebäudeinneres verschoben. Dass die Rauchmelder noch aktiv sind, wird erst bemerkt, wenn die Feuerwehr vor der Tür steht.

«Was auch häufiger vorkommt, sind vermeintliche Autodiebstähle», sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Der Melder sei überzeugt, dass das Auto gestohlen wurde. Oft finde sich das Fahrzeug dann in einer Nebenstrasse wieder. Auch bei vermissten Kindern werde erst die Umgebung abgesucht. «Bei einigen Fällen kam es auch schon vor, dass Kinder nicht entlaufen sind, sondern sich im Haus versteckt haben», sagt Graf.

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