Weniger Heizpilze als Graubünden: 
Der Grosse Rat Thurgau belässt Gesetz über Energienutzung unverändert

Das Thurgauer Kantonsparlament hat am Mittwochvormittag die zweite Lesung der Mustervorschriften für die Energienutzung in Gebäuden absolviert.

Thomas Wunderlin
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Das Gesetz über die Energienutzung soll den CO2-Ausstoss verringern.

Das Gesetz über die Energienutzung soll den CO2-Ausstoss verringern.

Urs Jaudas

Bei der zweiten Lesung des Gesetzes über die Energienutzung verzichtete Toni Kappeler (GP, Münchwilen) auf einen angekündigten Antrag für ein Verbot, Heizungen im Freien mit fossiler Energie zu betreiben.

Weinfelden TG - Toni Kappeler (GP) an der Sitzung des Grossen Rates des Kantons Thurgau vom 2. Oktober 2017 im Weinfelder Rathaus.

Weinfelden TG - Toni Kappeler (GP) an der Sitzung des Grossen Rates des Kantons Thurgau vom 2. Oktober 2017 im Weinfelder Rathaus.

Thi My Lien Nguyen

Überzeugt wurde er von FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer, der argumentiert hatte, der anvisierte Paragraph habe nicht in der Kommission beraten und der Vernehmlassung diskutiert werden können. «Schräg hereingekommen» sei ihm jedoch der Hinweis, im Thurgau sei es nur ein marginales Problem angesichts der vielen Heizpilze und Festzelte.

FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer.

FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer.

Andrea Stalder

Schönholzer präzisierte, es gehe «nicht darum, das Problem schön zu reden». Marginal sei im Vergleich zu Graubünden gemeint, «wo vor fast jeder Festhütte ein Heizpilz steht».

Auch der Präsident des Hauseigentümerverbands Gallus Müller (CVP, Guntershausen) verzichtete auf einen Antrag zum Verbot von Elektroheizungen. Deren Lebensdauer könne mehr als 24 Jahre dauern. Schönholzer habe ihn auf den Paragraphen hingewiesen, der Ausnahmeregelungen ermögliche.

Frauenfeld TG - Grosser Rat des Kanton Thurgaus am 11.09.19. Gallus Müller CVP zum Steuergesetz.

Frauenfeld TG - Grosser Rat des Kanton Thurgaus am 11.09.19. Gallus Müller CVP zum Steuergesetz.

Andrea Stalder

Er erwarte, sagte Müller, dass dieser Paragraph auch angewendet werde. «Ja, das werden wir machen», sagte Schönholzer. «Auch 2035 wird es niemandem in den Sinn kommen, ein älteres Ehepaar zum Auswechseln seiner Heizung zu zwingen.» Er sei überzeugt, dass das kein Problem mehr sein werde.

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