Weltrekordversuch
Wie ein Sirnacher auf dem Golfplatz 250 Löcher in zwölf Stunden schlagen will

14 Runden, 100 Kilometer und 1400 Schläge wird Jürg Randegger aus Sirnach etwa benötigen, um in zwölf Stunden 250 Löcher auf dem Golfplatz in Niederbüren zu spielen. Damit würde er den Weltrekord knacken.

Zita Meienhofer
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Jürg Randegger trainiert auf dem Golfplatz für seinen Weltrekordversuch: 250 Löcher in zwölf Stunden.

Jürg Randegger trainiert auf dem Golfplatz für seinen Weltrekordversuch: 250 Löcher in zwölf Stunden.

Bild: PD

«Ob ich das schaffe, das weiss ich auch noch nicht», erklärt Jürg Randegger. Damit meint er die 47 Kilometer, die er am kommenden Sonntag als Lauftraining erstmals in einer bestimmten Zeit absolvieren wird. Bislang waren es zwischen 35 und 37 Kilometer.

Der Sirnacher trainiert allerdings nicht für einen Marathon oder einen sonstigen Lauf, er trainiert für seinen Weltrekordversuch, einem der besonderen Art. Jürg Randegger möchte am 21. Mai auf dem Golfplatz Niederbüren während zwölf Stunden in 250 Löcher spielen. Das heisst, dass er dafür etwa 100 Kilometer rennen muss. Seit fünf Monaten trainiert er deshalb wöchentlich fünfmal. Auch am Sonntag.

Seit der Kindheit ein Golfspieler

Jürg Randegger ist ein leidenschaftlicher und ambitionierter Golfspieler. «Ich spiele seit meiner Kindheit», sagt er und fügt sofort an, «das liegt vermutlich daran, dass ich im Ausland aufgewachsen bin.» In Südamerika sowie in Asien war er zu Hause, bevor er 1995 in die Schweiz zurückkehrte. Seit elf Jahren wohnt der 44-Jährige mit seiner Familie in Sirnach, arbeitet als Unternehmensberater im Finanzwesen und präsidiert den Tennisclub Sirnach. Neben Golf und Tennis bevorzugt er die Natur, wandert gerne – dies natürlich mit seiner Familie.

Jürg Randegger aus Sirnach.

Jürg Randegger aus Sirnach.

Bild: PD

Golf spielen alleine, das genügte Jürg Randegger vor etwa fünf Jahren nicht mehr und er entdeckte Speedgolf – in kürzester Zeit möglichst viele Löcher spielen. Speedgolf wird auch als rasante Alternative zum klassischen Golf angepriesen. Er erklärt:

«Ich renne gerne, spiele gerne Golf und habe so mehr Zeit für meine Familie.»

2019 schaffte es Jürg Randegger und wurde Schweizer Amateur-Meister in Speedgolf. Ein Speedgolfturnier in seinem Stammklub, dem Golfclub Erlen, brachte ihn letztlich auf die Idee dieses Weltrekordversuches. Während seine Mitspieler 75 Löcher spielten, absolvierte er die doppelte Anzahl in der gleichen Zeit.

Rekord liegt bei 245 Löchern

Minutiös bereitet sich der Sirnacher nun auf seinen Weltrekordversuch vor, mit einem Lauf-Coach an seiner Seite. «Es ist wichtig, dass ich jemand habe, der mich unterstützt, damit ich richtig trainiere», sagt er. Denn er hofft, dass er den Rekord von Eric Byrnes, einem ehemaligen Baseballspieler der amerikanischen Major League, knacken kann und es für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde reicht. «Zurzeit liege ich schön im Plan», sagt er.

Eric Byrnes schaffte 245 Löcher, allerdings hat er keinen Guinness-Eintrag, da er dafür nicht alle Voraussetzungen erfüllte. Jürg Randegger hat sich bei der zuständigen Stelle von Guinness gemeldet, die ihm nun seinen Antrag bestätigt hat. Ob er es zu einem Eintrag schaffe, sei letztlich von vielen Faktoren abhängig, so Randegger. Damit Guinness den Weltrekord akzeptiert, muss der Versuch dokumentiert werden. Deshalb werden Filmtechniker sein Vorhaben filmen und er wird von Zeugen begleitet werden. Diese gehören zum Helferteam wie auch Vor-Caddies, die seine Bälle suchen werden.

Für sein Vorhaben hat er den Golfplatz in Niederbüren gewählt. Randegger kennt die Golfplätze in der Schweiz und er weiss, dass nur etwa drei oder vier die Anforderungen für seinen Weltrekordversuch erfüllen.

«Das Gelände sollte so flach wie möglich sein, die Löcher möglichst nahe beieinander.»

In Erlen, seinem Stammplatz, ist das Terrain zu hügelig.

Golfen für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung

Bei seinem Weltrekordversuchvorhaben geht es ihm um zwei Sachen. Einerseits will er die persönlichen Grenzen ausloten, testen, wie sein Körper mitmacht, anderseits will er damit Geld sammeln. Dafür hat er auf einer lokalen Sammelplattform einen Aufruf gestartet. Alle Einnahmen gehen an Special Olympics. Special Olympics ist die weltweit grösste Sportbewegung für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Sie setzen sich dafür ein, dass sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Beeinträchtigung über den Sport mental und körperlich nachhaltig entwickeln und fördern regelmässige Trainings- und Wettkampfangebote in einer Vielzahl von Sportarten inklusive Golf.

Der 21. Mai wird für Jürg Randegger eine Herausforderung sein. Um die 250 Löcher spielen zu können, muss er rund 100 Kilometer zurücklegen und zudem präzise Golf spielen. Je weniger präzise er spielt, umso mehr muss er laufen. Hinzu kommt, dass er etwa 1400 Schläge setzen muss. «Üblich sind 80 bis 90 Schläge», erklärt Randegger.

«Auch in diesem Bereich muss ich fit sein.»

Respekt hat er vor seiner selbst gestellten Aufgabe aber keine Angst. Und so hofft er, dass der Körper an diesem Tag fit und gesund ist und dass das Wetter mitspielt. «Es sollte trocken sein und die Temperaturen nicht allzu hoch.»

www.lokalhelden.ch/speedgolf